MAGA

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Veröffentlicht

Freitag, 10.04.2026
von Red. TB

US-Präsident Donald Trump hat mehrere prominente Stimmen aus dem eigenen konservativen Lager scharf angegriffen, nachdem diese seine jüngsten Drohungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg kritisiert hatten. In einem Beitrag in den sozialen Medien bezeichnete Trump unter anderem Tucker Carlson, Megyn Kelly, Candace Owens und Alex Jones als „Verlierer“ und sprach ihnen ab, Teil der MAGA-Bewegung zu sein.

„Sie sind nicht MAGA, sie sind Verlierer, die nur versuchen, sich an MAGA dranzuhängen“, schrieb Trump am 9. April. Er warf den konservativen Medienfiguren vor, lediglich nach billiger Aufmerksamkeit zu suchen, und betonte, dass die eigentliche MAGA-Bewegung geschlossen hinter ihm stehe.

Auslöser der Auseinandersetzung waren mehrere drastische Äußerungen Trumps zum Konflikt mit dem Iran. Bereits am 6. April hatte der Präsident in einem Social-Media-Beitrag erklärt, „eine ganze Zivilisation werde heute Nacht sterben und niemals zurückkehren“. Diese Formulierung sorgte auch unter bisherigen Unterstützern für massive Kritik.

Candace Owens und Alex Jones reagierten darauf mit ungewöhnlich scharfen Worten. Beide brachten sogar ins Spiel, den 25. Zusatzartikel der US-Verfassung anzuwenden, der unter bestimmten Umständen die Amtsenthebung eines Präsidenten wegen Amtsunfähigkeit ermöglichen kann.

Jones schrieb in sozialen Netzwerken: „Die Definition von Völkermord ist die Zerstörung einer ganzen Zivilisation oder eines ganzen Volkes.“ Weiter erklärte er, Trump klinge „wie ein durchgeknallter Superschurke aus einem Marvel-Comic“. Abschließend schrieb er: „Dafür haben wir nicht gestimmt.“

Auch Megyn Kelly, frühere Moderatorin von Fox News, kritisierte Trump öffentlich und deutlich. In ihrer Sendung sagte sie, sie habe „diesen Mist satt“ und fragte: „Kann er sich nicht einfach wie ein normaler Mensch verhalten?“ Sie ergänzte, man drohe nicht damit, „eine ganze Zivilisation auszulöschen“, und betonte, es gehe dabei um Zivilisten.

Tucker Carlson, ebenfalls ehemaliger Fox-News-Moderator und eine der einflussreichsten Stimmen im rechten Medienspektrum, reagierte auf einen früheren Trump-Beitrag vom 5. April. Darin hatte Trump gedroht, iranische Brücken und Kraftwerke zu zerstören. Carlson nannte diese Aussagen auf „jeder Ebene abscheulich“. In seiner Sendung erklärte er, Trump verspreche damit, das US-Militär einzusetzen, um zivile Infrastruktur in einem anderen Land zu zerstören. Das bedeute, so Carlson, ein Kriegsverbrechen und ein moralisches Verbrechen gegen die Bevölkerung dieses Landes.

Trump reagierte darauf mit einer Serie persönlicher Beleidigungen. In seinem Beitrag vom 9. April nannte er Carlson, Kelly, Jones und Owens sinngemäß dumm, irrelevant und publicitysüchtig. Niemand spreche über sie, schrieb er, und ihre Ansichten stünden im Widerspruch zu MAGA. Wären diese Positionen tatsächlich repräsentativ für seine Bewegung, so argumentierte Trump, hätte er die Präsidentschaftswahl nicht „mit einem Erdrutschsieg“ gewonnen. „MAGA stimmt mir zu“, erklärte er.

Candace Owens konterte auf die Attacke mit einem persönlichen Seitenhieb gegen den Präsidenten. „Es könnte an der Zeit sein, Opa in ein Heim zu bringen“, schrieb sie.

Der Krieg mit dem Iran hat innerhalb des Trump-nahen Medienmilieus zu ungewöhnlich deutlichen Spannungen geführt. Besonders Trumps drastische Drohungen gegenüber Teheran haben eine Debatte auf der politischen Rechten ausgelöst. Trump war ursprünglich mit einer klar anti-interventionistischen Haltung in den Wahlkampf gezogen und hatte sich als Gegner früherer Nahost-Kriege positioniert. Diese Linie wurde zu einem zentralen Bestandteil der MAGA-Bewegung.

Auch Podcaster Joe Rogan, der Trump im Wahlkampf unterstützt hatte, äußerte sich kritisch. Er sagte, der Krieg mit dem Iran lasse viele Menschen sich „verraten“ fühlen von einem Präsidenten, der mit dem Versprechen angetreten sei, keine neuen Kriege mehr zu führen.

Gleichzeitig zeigen Umfragen, dass Trump in der republikanischen Basis weiterhin breite Unterstützung für seinen Kurs im Iran-Konflikt genießt. Laut einer in der vergangenen Woche veröffentlichten CNN-Umfrage befürworten zwar nur 33 Prozent aller Amerikaner Trumps Umgang mit dem Iran, unter Republikanern liegt die Zustimmung jedoch bei 73 Prozent.

Am 7. April kündigten Trump und die iranische Führung eine Waffenruhe an. Für die kommenden Tage sind Verhandlungen zwischen Vertretern der USA und des Iran in Pakistan geplant. Ziel ist eine dauerhafte Vereinbarung zur Beendigung des Krieges.

Bildnachweis:

reidy68 (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Freitag, 10.04.2026

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