Wenn die Umfragen schlecht sind, kommt halt JD Vance eingeflogen dann werden sie noch schlchter

Wenn die Umfragen schlecht sind, kommt halt JD Vance eingeflogen dann werden sie noch schlchter

Veröffentlicht

Dienstag, 07.04.2026
von Red. TB

Kurz vor der Wahl in Ungarn greift Viktor Orbán offenbar zum bewährten Kriseninstrument autoritärer Populisten:
Wenn’s im eigenen Land eng wird, lässt man sich schnell noch einen US-Rechten einfliegen.

Diesmal ist es JD Vance, US-Vizepräsident und politischer Exportartikel aus Trumps Lager, der in Budapest gemeinsam mit Orbán auf einer Wahlkampfveranstaltung auftreten darf.
Offiziell geht es natürlich um die „reichhaltige bilaterale Partnerschaft“.
Inoffiziell geht es eher um:
„Bitte schaut alle her, ich habe noch Freunde in Washington!“

Wahlkampf auf Ungarisch: Nationalismus mit Gastredner

Orbán hofft sich vom Auftritt des amerikanischen Ehrengasts offenbar einen kleinen Rettungsschirm.
Denn die Umfragen sagen seit Monaten etwas, das in seinem Umfeld vermutlich als staatsgefährdend gilt:
Er könnte die Wahl tatsächlich verlieren.

Also wird schnell noch die ganz große Show aufgebaut:
Sportzentrum, Pressekonferenz, starke Männer, ernste Gesichter, viel Pathos und vermutlich mindestens drei Sätze über Souveränität, Familie und böse liberale Eliten.

Kurz gesagt:
Zwei Rechtspopulisten treffen sich, um sich gegenseitig zu erklären, wie sehr sie Demokratie lieben – solange sie gewinnen.

Und dann taucht natürlich auch noch Sprengstoff auf. Rein zufällig.

Weil Wahlkampf in Ungarn ohne Drama offenbar nicht komplett ist, gab’s am Wochenende noch die passende Thriller-Beilage:
Zwei Rucksäcke mit Sprengstoff nahe einer Gaspipeline Richtung Ungarn.

Orbán reagiert prompt mit einer Dringlichkeitssitzung des Nationalen Verteidigungsrats.
Die Regierung deutet natürlich sofort Richtung Kiew.

Praktisch.
Wirklich extrem praktisch.
So praktisch, dass Orbáns Gegner bereits vermuten, das Ganze könnte eher Wahlkampftheater mit Explosiv-Deko gewesen sein.

Man muss sagen:
Wenn die Umfragen schlecht laufen, reicht in manchen Ländern eben kein TV-Duell mehr.
Da braucht es:

  • einen Trump-Vertrauten aus den USA
  • eine Sporthallen-Rede
  • eine Pressekonferenz
  • und zur Sicherheit noch einen verdächtigen Rucksack an einer Pipeline

Fazit:

Orbán macht kurz vor der Wahl nochmal alles, was populistische Handbücher hergeben:
internationale Symbolik, äußere Bedrohung, nationale Alarmstimmung und maximale Selbstinszenierung.

Oder einfacher gesagt:

Wenn die Wähler weglaufen, muss halt JD Vance kommen – und wenn das nicht reicht, findet sich irgendwo schon noch ein mysteriöser Rucksack.


Bildnachweis:

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Dienstag, 07.04.2026

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