Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen vom 2. November 2026 zeigen, dass sich Österreichs Wirtschaft weiterhin schwertut. Zwar gibt es erste Anzeichen einer Stabilisierung, doch von einer nachhaltigen Erholung kann noch keine Rede sein. Besonders beunruhigend ist die Entwicklung bei Frauen und Langzeitarbeitslosen.
Arbeitslosigkeit bleibt auf hohem Niveau
Ende Oktober waren österreichweit 389.941 Menschen arbeitslos oder in Schulung gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Davon waren 314.499 Personen unmittelbar arbeitslos vorgemerkt. Die nationale Arbeitslosenquote lag bei 7,3 Prozent.
Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann sieht erste positive Signale, warnt aber selbst vor einer voreiligen Entwarnung.
Frauen und Langzeitarbeitslose besonders betroffen
Bei Frauen stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber Oktober 2025 um 4,3 Prozent. Bei Männern ging sie hingegen um 1,3 Prozent zurück.
Besorgniserregend ist auch die Langzeitarbeitslosigkeit: 104.441 Menschen waren bereits länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet.
Gleichzeitig sank die Zahl der sofort verfügbaren offenen Stellen auf 73.733.
Diese Zahlen zeigen, dass der Arbeitsmarkt weiterhin unter erheblichen strukturellen Schwierigkeiten leidet.
Wirtschaftliche Entwicklung regional unterschiedlich
Besonders stark stieg die Arbeitslosigkeit in Niederösterreich und der Steiermark. In Wien und Kärnten hingegen wurden Rückgänge verzeichnet.
Die Unterschiede verdeutlichen, dass Österreichs Wirtschaft regional sehr verschiedene Herausforderungen bewältigen muss.
Lohnunterschiede bleiben ein wirtschaftspolitisches Problem
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt am Montag der bevorstehende österreichweite Equal Pay Day am 5. November.
Nach aktuellen Berechnungen liegt der Einkommensunterschied zwischen ganzjährig vollzeitbeschäftigten Männern und Frauen bei rund 15,5 Prozent.
Das ist nicht nur eine gesellschaftliche, sondern auch eine wirtschaftspolitische Herausforderung.
Energiepreise bleiben im Blick
Die Ende Oktober beschlossene Verlängerung der Spritpreisbremse bis Ende November soll Haushalte und Unternehmen weiterhin entlasten.
Die Bundesregierung beziffert den rechnerischen Entlastungseffekt auf rund zwölf Cent pro Liter.
Unser Fazit
Österreichs Wirtschaft braucht mehr als kurzfristige Entlastungsmaßnahmen.
Unternehmen benötigen verlässliche Rahmenbedingungen, Beschäftigte sichere Perspektiven und Arbeitsuchende realistische Chancen auf einen Wiedereinstieg.
Fast 390.000 Menschen ohne reguläre Beschäftigung oder in Schulung sind jedenfalls kein Grund, sich wirtschaftspolitisch zurückzulehnen.
Redaktion diebewertung.at


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