Ein nachhaltiges Investment in Teakbäume sollte über viele Jahre attraktive Erträge erwirtschaften. Nach dem Konkurs der Schweizer Life Forestry Switzerland AG stellt sich jedoch auch für österreichische Anleger die Frage, was von ihren Investitionen übrig bleibt. Eine Fernsehrecherche und neue Unternehmensschreiben offenbaren erhebliche Unsicherheiten.
Rund 200 Millionen Franken investiert
Nach Recherchen des Schweizer Fernsehens und von Correctiv haben mehr als 6.000 Anleger aus mehreren europäischen Ländern insgesamt rund 200 Millionen Schweizer Franken in Teakholz-Investments eingebracht.
Die Bäume stehen auf Plantagen in Costa Rica und Ecuador. Die ursprüngliche Gesellschaft sollte Pflege, Ernte und Vermarktung organisieren.
Im November 2025 wurde über die Life Forestry Switzerland AG der Konkurs eröffnet. Das Verfahren wurde später mangels ausreichender Vermögenswerte eingestellt.
Besonders auffällig sind die Ergebnisse der Fernsehrecherche: Bei Konkurseröffnung befanden sich demnach nur 805 Franken auf einem Firmenkonto. Gleichzeitig sollen im Jahresabschluss 2023 Darlehen von rund 25 Millionen Franken ausgewiesen worden sein.
Ermittlungen gegen Verantwortliche
Die Staatsanwaltschaft Nidwalden untersucht mögliche Straftaten im Zusammenhang mit der Unternehmensführung.
Gegen den früheren Unternehmenschef Carl-Lambert Liesenberg und eine weitere Person wird wegen des Verdachts auf Betrug, ungetreue Geschäftsbesorgung und Konkursdelikte ermittelt. Für die Betroffenen gilt die Unschuldsvermutung.
Besondere Fragen ergeben sich aus den Eigentumsverhältnissen an den Plantagen. Nach den Fernsehrecherchen gehören Grundstücke in Costa Rica dortigen Gesellschaften, zu denen teilweise personelle Verbindungen zum früheren LFS-Management bestehen.
Neue Verträge mit der LFS Bewirtschaftungs AG
Eine Nachfolgelösung bietet die LFS Bewirtschaftungs AG unter Patrick Huber an.
Sie möchte gegen eine Provision von 15 Prozent die weitere Bewirtschaftung, Ernte und Vermarktung übernehmen.
In einer Kundenmitteilung vom September 2026 weist das Unternehmen ausdrücklich darauf hin, dass ohne Unterzeichnung eines neuen Vertrags keine Betreuung stattfindet. Zugleich warnt es vor wirtschaftlichen Verlusten durch verspätete Ernten.
Die Gesellschaft betont ihre rechtliche Eigenständigkeit gegenüber der früheren Life Forestry Switzerland AG.
Was sollten österreichische Anleger beachten?
Für österreichische Investoren sind insbesondere die individuellen Verträge, die Rechtswirksamkeit des behaupteten Baumeigentums und die tatsächlichen Erntemöglichkeiten entscheidend.
Mögliche Schadenersatzansprüche können sich je nach Sachverhalt gegen Vertragspartner, verantwortliche Personen oder Anlagevermittler richten. Dabei sind das anwendbare Recht, die internationale Zuständigkeit und Verjährungsfristen zu prüfen.
Ein neuer Bewirtschaftungsvertrag sollte nicht ohne vorherige Prüfung seiner rechtlichen und wirtschaftlichen Folgen abgeschlossen werden.
Fazit: Der Konkurs der Life Forestry Switzerland AG ist kein gewöhnliches unternehmerisches Scheitern, das sich bereits vollständig erklären lässt. Ermittlungen, ungeklärte Geldflüsse und die komplexen Eigentumsverhältnisse machen weitere Aufklärung erforderlich. Für österreichische Anleger geht es vor allem darum, ihre Rechte zu sichern und zusätzliche finanzielle Risiken zu vermeiden.


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