Von politischen Auseinandersetzungen über neue Infrastrukturprojekte bis zu Firmeninsolvenzen und ungewöhnlichen Polizeieinsätzen: In Österreichs neun Bundesländern haben die vergangenen 24 Stunden zahlreiche neue Entwicklungen gebracht. Ein Überblick mit Recherche-Stand 18. September 2026.
Wien: FPÖ nimmt Bürgermeister Ludwig ins Visier
In Wien verschärft die FPÖ ihre Angriffe auf Bürgermeister Michael Ludwig. Für eine angekündigte Sondersitzung des Gemeinderats hat die Partei eine Dringliche Anfrage mit insgesamt 158 Fragen vorbereitet. Unter dem Schlagwort „System Ludwig“ verlangt sie unter anderem Auskünfte zu politischen Verantwortlichkeiten und Entscheidungsstrukturen.
Neue Regeln beschäftigen zudem die Fahrer von E-Mopeds. Ab 1. Oktober gelten strengere Vorschriften, die besonders Lieferdienste treffen. Viele Fahrer dürften deshalb auf E-Bikes umsteigen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, was mit nicht mehr verwendeten Fahrzeugen geschehen soll.
Für das Postsportareal in Hernals wird unterdessen ein neues städtebauliches Leitbild entwickelt. Der Sport soll nach Angaben der Post auch künftig das Zentrum des Areals bilden.
Niederösterreich: Politischer Streit und entgleister Zug
Die niederösterreichischen Grünen fordern den Rückzug von SPÖ-Landesparteichef Sven Hergovich aus der Landesregierung. Klubobfrau Helga Krismer verband ihre Kritik mit dem umstrittenen Gesundheitsplan des Landes.
Beim Wirtschaftsbund Niederösterreich wurde Wolfgang Ecker als Landesgruppenobmann bestätigt. Der Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich erhielt bei der Abstimmung 88,7 Prozent der Stimmen.
Für Probleme im Bahnverkehr sorgte ein entgleister Zug der Erlauftalbahn in Purgstall an der Erlauf. Verletzt wurde niemand. Der betroffene Abschnitt zwischen Wieselburg und Scheibbs musste vorübergehend gesperrt werden.
In Bad Vöslau untersucht die Staatsanwaltschaft außerdem einen tödlichen Polizeieinsatz. Ein Mann soll zuvor seine Partnerin mit einem Messer schwer verletzt haben und wurde anschließend von einem Polizisten erschossen. Nun wird geprüft, ob der Schusswaffengebrauch durch eine Notwehrsituation gerechtfertigt war.
Burgenland: Millioneninvestition und Diskussion um Landesholding
Das Technologieunternehmen Lumitech investierte rund zwei Millionen Euro in seinen Produktionsstandort in Jennersdorf. Teil der Erweiterung ist eine vollautomatische Fertigungsanlage. Das Unternehmen will damit seine Produktion modernisieren und den Standort absichern.
Politisch bleibt der kritische Bericht des Landesrechnungshofs zu Geschäftsführungsverträgen in der Landesholding ein wichtiges Thema. Die ÖVP hat für die kommende Landtagssitzung eine Aktuelle Stunde beantragt. Der Rechnungshof hatte unter anderem Mängel bei Ausschreibungen und Entlohnungsregelungen festgestellt. Die Landesholding verweist darauf, bereits zahlreiche Empfehlungen umgesetzt zu haben.
In Bad Sauerbrunn soll auf dem Gelände einer geschlossenen Seniorenresidenz ein neues Seniorendorf mit etwa 70 Wohneinheiten entstehen. Die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft plant eine Bauzeit von rund drei Jahren.
Oberösterreich: Großprojekt für den Nahverkehr
In Linz wurde ein Informationspark für die geplante Regional-Stadtbahn eröffnet. Er befindet sich am künftigen Donaubahnhof und soll der Bevölkerung das Verkehrskonzept näherbringen. Die Regional-Stadtbahn gehört zu den bedeutendsten Infrastrukturvorhaben des Landes.
Ebenfalls in Linz erfolgte der Spatenstich für ein Zentrum für Entwicklungsmedizin und Autismusfrühintervention. Land und Barmherzige Brüder investieren insgesamt 16,9 Millionen Euro. Damit soll insbesondere die Versorgung von Kindern mit Entwicklungsstörungen verbessert werden.
Das Land warnte zugleich vor dem internationalen Online-Netzwerk „The Com“. Kinder und Jugendliche sollen über soziale Netzwerke, Messenger und Gaming-Plattformen angesprochen, manipuliert und unter Druck gesetzt werden.
Für Aufsehen sorgte außerdem ein ungewöhnlicher Unfall in Mitterkirchen. Ein Blitz schlug unmittelbar vor einem fahrenden Auto in einen Kanaldeckel ein. Der Deckel wurde hochgeschleudert, das Fahrzeug kippte um.
Salzburg: Gewerbegebiete sollen schneller wachsen können
Die Salzburger Landesregierung will den Ausbau von Gewerbegebieten erleichtern. Ab Oktober soll schneller geklärt werden können, wo Betriebe ihre Flächen vergrößern oder neue Logistikzentren errichtet werden dürfen.
Kritik kommt von Grünen, KPÖ und Umweltorganisationen. Sie befürchten einen steigenden Flächenverbrauch und weniger Kontrolle bei der Raumplanung.
In Hellbrunn steht außerdem die Eröffnung eines lange diskutierten „Sound of Music“-Museums bevor. Auf knapp 700 Quadratmetern wird sowohl die Geschichte des weltbekannten Films als auch das tatsächliche Schicksal der Familie von Trapp dargestellt.
Mehr als 10.000 Menschen nahmen am Salzburger Businesslauf teil. Wegen der Veranstaltung waren zahlreiche Straßen in der Innenstadt gesperrt.
Steiermark: Graz ringt um seine Finanzen
Die angespannte Finanzlage der Stadt Graz beschäftigte einen eigens einberufenen Sondergemeinderat. Die Opposition verlangte mehr Transparenz über die Haushaltssperre und die geplanten Sparmaßnahmen. KPÖ und Grüne verwiesen auf das bereits ausgearbeitete Sparpaket.
Die Stadt erweitert gleichzeitig ihre Tempo-30-Regelungen. Besonders im Umfeld von Schulen gelten die Beschränkungen künftig vielerorts nicht mehr nur an Unterrichtstagen, sondern grundsätzlich an Werktagen.
Wirtschaftlich gibt es eine positive Nachricht aus dem Anlagenbau: Andritz erhielt als Teil eines Konsortiums einen Auftrag zur Modernisierung eines rumänischen Wasserkraftwerks. Der Wert des Auftrags liegt im hohen zweistelligen Millionenbereich.
Forschende der Universität Graz entwickelten zudem ein Messsystem, das unerwünschte Gleichströme in Hochspannungsnetzen frühzeitig erkennen soll. Solche Ströme können Transformatoren beschädigen und im schlimmsten Fall größere Stromausfälle verursachen.
Kärnten: Handel erholt sich vorsichtig
Nach mehreren schwierigen Jahren zeigen sich im Kärntner Handel erste Anzeichen einer Erholung. Die Umsätze sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Auch die Zahl der Insolvenzen ging etwas zurück, befindet sich allerdings weiterhin auf einem hohen Niveau.
Deutlich angespannter ist die Situation bei den Transportunternehmen. Kärntner Frächter klagen über hohe Dieselpreise, Personalmangel und schwierige europäische Rahmenbedingungen. Angesichts eines Verbrauchs von bis zu 50 Litern auf 100 Kilometer treffen steigende Treibstoffkosten die Branche besonders stark.
Für die Landwirtschaftskammerwahl am 25. Oktober hat die Freiheitliche Bauernschaft Roman Linder als Spitzenkandidaten präsentiert. Das erklärte Ziel besteht darin, die absolute Mehrheit des ÖVP-Bauernbundes zu verhindern.
Die Polizei meldete außerdem zwei neue Betrugsfälle im Bezirk Wolfsberg. Ein 63-Jähriger verlor Geld durch den sogenannten Sohn-Trick. Ein 20-Jähriger wurde telefonisch dazu gebracht, Abbuchungen von seinem Konto zu ermöglichen.
Tirol: Neue Bürgermeister und abgesagte Impfaktionen
In Sölden und Radfeld sind zwei neue Bürgermeister angelobt worden. Maximilian Riml übernimmt die Gemeindeführung in Sölden, Simon Schneider jene in Radfeld. Beide folgen auf langjährige Amtsinhaber, die zuvor zurückgetreten waren.
Bad Häring, St. Johann und Wattens dürfen künftig eigene Radargeräte aufstellen. Die Gemeinden können damit Geschwindigkeitskontrollen auf Landes- und Gemeindestraßen innerhalb ihres Gebiets durchführen.
Probleme gibt es bei geplanten Grippeimpfaktionen. Öffentliche Termine für Menschen zwischen 18 und 65 Jahren wurden wegen fehlender Impfstoffe abgesagt. Das Schulimpfprojekt in den Bezirken Schwaz, Kufstein und Kitzbühel soll dagegen stattfinden.
Die Leitstelle Tirol registrierte zwischen Anfang Mai und Mitte September deutlich mehr Notrufe als im Vorjahr. Besonders stark stieg die Zahl der Anfragen bei der Gesundheitsberatung 1450. Auch Feuerwehr- und Alpineinsätze nahmen zu.
Vorarlberg: Blumenhändler nach Insolvenz gerettet
Der insolvente Blumenhandel Rosen Waibel kann weitergeführt werden. Die Gläubiger stimmten einem Sanierungsplan zu. Das Unternehmen hatte im Juni mit Schulden von rund 2,5 Millionen Euro Insolvenz angemeldet.
Der Betrieb wird allerdings deutlich verkleinert. Die eigene Produktion wurde geschlossen, das Personal im Gartencenter ungefähr halbiert.
Der Verpackungshersteller Alpla wächst währenddessen im Ausland weiter. Das Unternehmen eröffnete zwei neue Werke in der Türkei. Gleichzeitig sollen am Stammsitz in Hard bis zum Jahresende bis zu 155 Stellen abgebaut werden.
Politisch sorgt eine Untersuchung der Mitgliederzahlen der Landtagsparteien für Aufmerksamkeit. Nur Grüne und NEOS legten konkrete Angaben vor. ÖVP, FPÖ und SPÖ veröffentlichten keine vollständigen Zahlen. Die ÖVP spricht von einem Rückgang, während die FPÖ ein starkes Wachstum für sich beansprucht.
Fazit
Die Nachrichtenlage in den Bundesländern wird derzeit stark von regionalen Wirtschafts- und Finanzfragen geprägt. Während Unternehmen investieren und einzelne insolvente Betriebe gerettet werden, kämpfen Gemeinden, Verkehrsprojekte und soziale Einrichtungen mit steigenden Kosten.
Parallel dazu verschärfen sich mehrere politische Konflikte: in Wien um die Verantwortung von Bürgermeister Ludwig, in Niederösterreich um die Rolle der SPÖ in der Landesregierung, im Burgenland um die Landesholding und in Graz um die angespannte Haushaltslage.


0 Kommentare