Sapporo verlagert Bierproduktion wegen neuer Zölle von Kanada in die USA

Sapporo verlagert Bierproduktion wegen neuer Zölle von Kanada in die USA

Veröffentlicht

Mittwoch, 09.09.2026
von Red. TB

Der japanische Brauereikonzern Sapporo will einen Teil seiner Produktion von Kanada in die Vereinigten Staaten verlegen. Das Unternehmen reagiert damit auf einen neuen US-Zoll von 50 Prozent auf Bierimporte aus Kanada.

Betroffen ist zunächst das alkoholfreie Bier von Sapporo, das derzeit in Kanada für den amerikanischen Markt hergestellt wird. Bis zur ersten Hälfte des Jahres 2027 soll die Produktion in die USA wechseln.

Strategiechefin Rieko Shofu bezeichnete die Zölle als einen Faktor, den der Konzern nicht beeinflussen könne. Sapporo werde deshalb die lokale Herstellung in den Vereinigten Staaten vorantreiben. Auf eine Anfrage nach weiteren Einzelheiten reagierte das Unternehmen zunächst nicht.

Für den Aufbau zusätzlicher Kapazitäten prüft Sapporo mehrere Möglichkeiten. Der Konzern könnte an der US-Westküste eine neue Brauerei errichten, einen bestehenden Betrieb übernehmen oder die Herstellung an einen externen Partner vergeben.

Die Verlagerung dürfte sich unmittelbar auf Sleeman Breweries auswirken, die kanadische Tochtergesellschaft von Sapporo. Bislang produziert sie unter anderem für Kunden in den USA. Durch die neuen Handelsbarrieren wird der grenzüberschreitende Transport nun deutlich teurer.

Der amerikanische Markt besitzt für Sapporo große Bedeutung. Das Unternehmen baut seine Präsenz dort seit Jahren aus und bezeichnet sein gleichnamiges Hauptprodukt als die meistverkaufte asiatische Biermarke in den Vereinigten Staaten.

Gleichzeitig investiert der Konzern verstärkt außerhalb Japans. Im Heimatmarkt belasten eine schrumpfende Bevölkerung und sinkende Alkoholverkäufe das Geschäft. Bis 2030 will Sapporo deshalb bis zu 400 Milliarden Yen, umgerechnet rund 2,6 Milliarden US-Dollar, investieren. Etwa 30 Prozent dieser Summe sind für Auslandsmärkte vorgesehen.

Neben Nordamerika rückt auch Südostasien stärker in den Mittelpunkt. Im Juli kündigte Sapporo eine Zusammenarbeit mit der dänischen Brauereigruppe Carlsberg an, um seine Marktposition in der Region auszubauen.

Die Entscheidung des Konzerns verdeutlicht, wie stark neue Zölle internationale Lieferketten verändern können. Nachdem die USA im Juli zusätzliche Handelsabgaben gegen zahlreiche Partner einschließlich Kanada angekündigt hatten, begannen viele Unternehmen, ihre Produktionsstandorte und Transportwege neu zu bewerten.

Für Sapporo ist die Verlagerung in die USA vor allem eine wirtschaftliche Schutzmaßnahme. Durch die Herstellung direkt im Absatzmarkt will der Konzern zusätzliche Importkosten vermeiden und seine Wettbewerbsfähigkeit sichern.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bildnachweis:

Frantisek_Krejci (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Mittwoch, 09.09.2026

Diebewertung Netzwerk

Weitere Portale

Crowdinvesting Shop

Samstagszeitung - Wochenzeitung Verbraucherschutzforum Berlin

Archiv