Milliarden-Dürreschäden: Regierung ringt um Hilfspaket für Landwirtschaft

Milliarden-Dürreschäden: Regierung ringt um Hilfspaket für Landwirtschaft

Veröffentlicht

Dienstag, 11.08.2026
von Red. TB

Die anhaltende Hitze und Trockenheit haben in Österreichs Landwirtschaft nach ersten Schätzungen Schäden von rund einer Milliarde Euro verursacht. Kurt Weinberger, Chef der Österreichischen Hagelversicherung, spricht von einer „historischen Dürrekatastrophe“. Besonders betroffen ist das Grünland, wo die Ernteausfälle auf rund 45 Prozent geschätzt werden.

Politisch hat damit das Ringen um staatliche Hilfen begonnen. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) kündigte rasche Verhandlungen mit dem Finanzministerium an und stellte ein Unterstützungspaket bereits für die kommenden Tage in Aussicht. Dieses soll nach seinen Vorstellungen auch Betrieben zugutekommen, die nicht gegen Dürreschäden versichert sind. Als mögliche Maßnahme nannte er unter anderem Betriebsmittelkredite.

Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) dämpfte jedoch die Erwartungen. Zusätzliche Hilfen müssten sich im bestehenden Budgetrahmen bewegen. Eine unbegrenzte Finanzierung komme nicht infrage. Denkbar seien vielmehr Umschichtungen innerhalb des Landwirtschaftsressorts. Zugleich fordert das Finanzministerium langfristige Lösungen für Klimaschutz und Vorsorge.

Von den bisher geschätzten Schäden deckt die Hagelversicherung rund 400 Millionen Euro ab. Etwa 80 Prozent der österreichischen Ackerflächen sind gegen Dürre versichert, beim Grünland sind es lediglich 40 Prozent.

Agrarökonom Franz Sinabell vom WIFO warnte vor pauschalen Hilfen. Versicherte Landwirte dürften gegenüber nicht versicherten Betrieben nicht benachteiligt werden. Als Alternativen schlug er unter anderem Futtermittelbörsen und die Stundung von Investitionskrediten vor.

Auch aus den Bundesländern und von Oppositionsparteien kommen Forderungen nach rascher Unterstützung. Zugleich wächst der Druck auf die Regierung, neben kurzfristigen Hilfen langfristige Maßnahmen gegen die zunehmenden Folgen von Hitze, Dürre und Wasserknappheit zu setzen.

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am: Dienstag, 11.08.2026

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