Am Sonntag is in Graz Gemeinderatswahl.
Rund 226.000 Grazerinnen und Grazer dürfen ihr Kreuzerl machen. Ob’s dann wirklich hingehen, is allerdings a andere G’schicht.
Weil gleichzeitig läuft die Fußball-WM, die Formel 1 in Spielberg – und ausschlafen is für viele ohnehin a Menschenrecht.
Graz macht sowieso, wos Graz wü
Während in Wien seit gefühlt Maria Theresias Zeiten fast immer Rot regiert, denkt sich Graz regelmäßig:
„Na, des schaun ma uns zuerst amal an.“
Da war schon die SPÖ Bürgermeister, dann die ÖVP, zwischendurch sogar die FPÖ – und seit fünf Jahren sitzt mit Elke Kahr von der KPÖ ausgerechnet a Kommunistin auf’m Bürgermeistersessel.
Mitten in der Steiermark.
In einem Bundesland, wo die FPÖ regiert.
Wennst des an Politologen erklärst, braucht der zuerst an Kaffee.
Elf Parteien – da blickt ka Mensch mehr durch
Am Wahlzettel tummeln sich diesmal elf Parteien und Listen.
Von FPÖ bis KPÖ.
Von ÖVP bis Piraten.
Von MFG bis Gaza-Liste.
Da fehlt eigentlich nur mehr:
„Freunde des leiwanden Leberkäses“.
Wahlkampf? Jo eh…
Der Wahlkampf war ungefähr so aufregend wie a Bedienungsanleitung für a Waschmaschine.
Ka große Aufreger.
Ka Riesenskandale.
Ka gegenseitigen Watschn.
Fast schon unösterreichisch.
Die KPÖ dürfte wieder vorne liegen
Geht’s nach den Umfragen, bleibt Bürgermeisterin Elke Kahr stärkste Kraft.
Ob’s dann für a neue Koalition reicht?
Des is ungefähr so leicht vorherzusagen wie das Wetter am Schöckl.
Die größte Partei könnte wieder heißen…
…„I geh eh nächstes Mal wählen.“
Denn die Wahlbeteiligung sinkt seit Jahren.
2021 gingen nur rund 54 Prozent zur Wahl.
Der Rest dürfte gedacht haben:
„Die andern werden’s schon richten.“
Sonntag wird spannend
Ab 7 Uhr san die Wahllokale offen.
Bis 16 Uhr kann gewählt werden.
Und danach beginnt wie immer das beliebte österreichische Gesellschaftsspiel:
„Mit wem koaliert jetzt eigentlich wer?“
Fazit
Graz bleibt halt Graz.
Die Stadt, in der Kommunisten Bürgermeister stellen, Piraten kandidieren, die Grünen zufrieden wirken, die ÖVP auf ein Comeback hofft und am Ende wahrscheinlich wieder alle erklären, sie hätten „eh gewonnen“.
Und der Wähler?
Der sitzt vorm Fernseher, schaut Fußball, Formel 1 und wartet darauf, dass ihm am Abend irgendwer erklärt, warum genau dieses Wahlergebnis eigentlich historisch ist.
Oder, wie der Wiener sagt:
„Schau ma moi, dann seng ma’s eh.“


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