Vor wenigen Tagen schien für manche Analysten bereits das Ende der globalen Energieversorgung bevorzustehen. Die Straße von Hormus war blockiert, Experten warnten vor explodierenden Ölpreisen und Autofahrer schauten vorsorglich schon mit Sorgen auf die Anzeigetafeln der Tankstellen.
Jetzt zeigt sich: Die Börse hat wieder einmal das getan, was sie am besten kann – erst in Panik geraten und anschließend so tun, als wäre nichts gewesen.
Ölpreis zurück auf Vorkriegsniveau
Der Preis für die Nordseesorte Brent ist inzwischen wieder auf rund 72 Dollar je Barrel gefallen und liegt damit auf dem Niveau von vor Beginn des Iran-Konflikts.
Auslöser sind die laufenden Gespräche zwischen den USA und dem Iran sowie die schrittweise Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus.
Die Tanker fahren wieder
Nachdem die wichtige Handelsroute zeitweise praktisch lahmgelegt war, passieren inzwischen wieder zahlreiche Tanker die Meerenge.
Nach Angaben von Schifffahrtsexperten sind seit Beginn der Verhandlungen bereits rund 80 Schiffe durch die Straße von Hormus gefahren. Vor dem Konflikt waren es zwar regelmäßig mehr als 100 Schiffe täglich, doch die Entwicklung zeigt klar in Richtung Normalisierung.
Auch die USA und der Iran haben offenbar direkte Kommunikationskanäle eingerichtet, um Missverständnisse zu vermeiden und den sicheren Schiffsverkehr zu gewährleisten.
Von der Weltuntergangsstimmung zur Entspannung
Noch vor wenigen Tagen überschlugen sich zahlreiche Prognosen.
Von massiven Versorgungsengpässen über dauerhaft dreistellige Ölpreise bis hin zu explodierenden Spritkosten war nahezu alles zu hören.
Nun reagieren die Märkte genau in die entgegengesetzte Richtung.
Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung, gelockerte Sanktionen gegen iranische Ölexporte und der wieder anlaufende Tankerverkehr sorgen dafür, dass sich die Nervosität deutlich gelegt hat.
Bleibt auch der Sprit günstiger?
Für Autofahrer bedeutet ein sinkender Rohölpreis grundsätzlich gute Nachrichten.
Ob die Preise an den Zapfsäulen tatsächlich spürbar sinken, hängt allerdings wie so oft von Raffinerien, Steuern, Wechselkursen, Transportkosten, dem Wettbewerb – und vermutlich auch vom Wetter, der Mondphase und dem aktuellen Kaffeedurst der Mineralölkonzerne ab.
Fazit
Der Ölmarkt erinnert erneut daran, wie schnell sich Stimmungen an den Börsen drehen können. Was gestern noch nach einer weltweiten Energiekrise aussah, entwickelt sich derzeit wieder in Richtung Normalität.
Für Verbraucher bleibt zu hoffen, dass die Entspannung auf dem Rohölmarkt diesmal nicht nur an der Börse ankommt – sondern irgendwann auch an der Tankstelle


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