Teilpension kommt ab 2026: Nationalrat beschließt Reform des Pensionssystems

Teilpension kommt ab 2026: Nationalrat beschließt Reform des Pensionssystems

Veröffentlicht

Donnerstag, 10.07.2025
von Red. TB

Der Nationalrat hat eine Reform des österreichischen Pensionssystems beschlossen, die ab 1. Jänner 2026 in Kraft treten soll. Herzstück der Neuregelung ist die Einführung einer Teilpension, die älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen flexibleren Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand ermöglichen soll.

Künftig können Personen, die bereits Anspruch auf eine Alterspension haben, ihre Arbeitszeit reduzieren und gleichzeitig einen Teil ihrer Pension beziehen. Voraussetzung ist eine Verringerung der Arbeitszeit um mindestens 25 Prozent und höchstens 75 Prozent. Zudem ist die Zustimmung des Arbeitgebers erforderlich. Die Bundesregierung erhofft sich dadurch, dass mehr Menschen länger im Berufsleben bleiben und das faktische Pensionsantrittsalter schrittweise steigt.

Neben der Teilpension bringt die Reform auch Änderungen bei der Altersteilzeit. Diese kann künftig nur noch bis zum Erreichen eines Pensionsanspruchs in Anspruch genommen werden. Die maximale Bezugsdauer wird damit von bisher fünf auf drei Jahre reduziert. Darüber hinaus wird der staatliche Lohnausgleich im Rahmen der Altersteilzeit zwischen 2026 und 2028 von 90 auf 80 Prozent gesenkt.

Ein weiterer Bestandteil des Reformpakets ist die Einführung eines sogenannten Nachhaltigkeitsmechanismus. Dieser soll die langfristige Finanzierbarkeit des Pensionssystems sichern. Werden bestimmte Budgetziele bis 2030 verfehlt, ist die Bundesregierung verpflichtet, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen. Denkbar sind etwa strengere Voraussetzungen für die Korridorpension, höhere Pensionsbeiträge, eine Anhebung des Pensionsantrittsalters oder geringere Pensionserhöhungen.

Sozialministerin Korinna Schumann betonte, dass die staatlichen Pensionen auch künftig gesichert seien. Der Nachhaltigkeitsmechanismus sei lediglich eine Vorsorgemaßnahme, die nach ihrer Einschätzung gar nicht schlagend werden müsse, sofern die geplanten Budgetziele erreicht werden.

ÖVP-Klubobmann August Wöginger bezeichnete die Teilpension als „Win-win-Situation“ für Arbeitnehmer und Staat. Ziel sei es, die Beschäftigungsquote älterer Menschen zu erhöhen und gleichzeitig das gesetzliche Pensionsantrittsalter nicht anheben zu müssen. Auch NEOS-Klubobmann Yannick Shetty sprach von einem wichtigen Schritt und einem grundlegenden Kurswechsel in der österreichischen Pensionspolitik.

Deutliche Kritik kam hingegen von der FPÖ. Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch warnte vor einer schleichenden Anhebung des tatsächlichen Pensionsantrittsalters und unterstellte der Regierung, langfristig ein Arbeiten bis 70 Jahre anzustreben.

Die Grünen bewerteten die Reform differenziert. Während sie die Einführung der Teilpension ausdrücklich begrüßten, lehnten sie die Einschränkungen bei der Altersteilzeit sowie den Nachhaltigkeitsmechanismus ab. Nach Ansicht der Grünen lassen sich stabile Pensionen vor allem durch hohe Beschäftigung, gute Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen für ältere Arbeitnehmer sichern.

Mit dem Beschluss setzt die Bundesregierung einen zentralen Punkt ihres Regierungsprogramms um. Die Teilpension soll künftig einen gleitenden Übergang in den Ruhestand ermöglichen und gleichzeitig dazu beitragen, die finanzielle Belastung des Pensionssystems langfristig zu reduzieren.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bildnachweis:

IO-Images (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Donnerstag, 10.07.2025

Diebewertung Netzwerk

Weitere Portale

Crowdinvesting Shop

Samstagszeitung - Wochenzeitung Verbraucherschutzforum Berlin

Archiv