Trump-Wähler nehmen hohe Spritpreise in Kauf – Hauptsache gegen Iran

Trump-Wähler nehmen hohe Spritpreise in Kauf – Hauptsache gegen Iran

Veröffentlicht

Sonntag, 17.05.2026
von Red. TB

Während in den USA die Benzinpreise auf historische Höhen steigen, halten viele Trump-Anhänger ihrem Präsidenten weiterhin demonstrativ die Treue. Besonders im ländlichen Amerika scheint die Botschaft klar zu sein: Lieber teurer tanken als einen atomar bewaffneten Iran akzeptieren.

„36 Dollar reichen nur noch für einen halben Tank“

Im kleinen Ort Wiggins im Bundesstaat Colorado erleben viele Menschen die Folgen des Iran-Krieges inzwischen täglich an der Zapfsäule. Rund 4,34 Dollar kostet dort inzwischen eine Gallone Benzin – etwa 50 Prozent mehr als noch zu Beginn von Trumps zweiter Amtszeit.

Die Verkäuferin Amy Van Duyn beschreibt die Situation nüchtern: Früher habe sie ihren Tank für 36 Dollar komplett füllen können, heute reiche derselbe Betrag gerade noch für eine halbe Tankfüllung. Ihre Kollegin Tonyah Bruyette sagt, beim Einkaufen frage sie sich inzwischen oft, wo ihr ganzes Geld geblieben sei – „es landet im Tank statt auf dem Küchentisch“.

Trotz Frust: Die Unterstützung für Trump bleibt

Trotz der wirtschaftlichen Belastung halten viele Menschen in der Region weiterhin zu Donald Trump. Morgan County, die Gegend rund um Wiggins, hatte Trump bei der Wahl 2024 mit deutlichem Vorsprung unterstützt.

Viele der Befragten argumentieren ähnlich wie Trump selbst: Der Kampf gegen einen möglichen iranischen Atomwaffenbesitz sei wichtiger als kurzfristige wirtschaftliche Schmerzen.

Trump hatte erst vor wenigen Tagen erklärt, er denke bei seiner Iran-Politik nicht über die finanzielle Lage der Amerikaner nach. Entscheidend sei allein, dass Iran keine Atomwaffen bekomme.

Demokraten wittern politische Gefahr

Die Demokraten nutzen Trumps Aussagen inzwischen offensiv gegen ihn. Kritiker werfen dem Präsidenten vor, den Bezug zu den Alltagssorgen vieler Amerikaner verloren zu haben. Laut Umfragen bewerten nur noch rund 30 Prozent der US-Bürger Trumps Wirtschaftspolitik positiv – einst eines seiner größten politischen Pfunde.

Besonders problematisch: Fast acht von zehn Amerikanern machen Trump mittlerweile direkt für die gestiegenen Benzinpreise verantwortlich.

„Ich bin bereit, Opfer zu bringen“

Doch gerade in konservativen Regionen scheint die Loyalität zu Trump erstaunlich stabil zu bleiben.

Der frühere Rohstoffhändler Jim Miller sagt, hohe Spritpreise seien ein Opfer, das man bringen müsse. Er erinnert an die Entbehrungen während des Zweiten Weltkriegs und beklagt, viele Menschen seien heute nicht mehr bereit, persönliche Einschränkungen hinzunehmen.

Andere Trump-Wähler zeigen sich zwar genervt über die hohen Kosten, sehen aber dennoch keine politische Alternative. Der Getreidehändler Mike Urbanowicz bezeichnet Trump zwar als „naiv“ beim Umgang mit den Energiepreisen, hält die Demokraten jedoch für noch problematischer.

„Ich stehe voll hinter ihm“

Besonders deutlich wird die emotionale Bindung vieler Anhänger bei der 49-jährigen Jyl Siebrands. Trotz steigender Preise und wachsender wirtschaftlicher Sorgen sagt sie über Trump: „Ich bin voll dabei.“

Für politische Beobachter zeigt die Stimmung im ländlichen Amerika vor allem eines: Selbst wirtschaftlicher Druck scheint Trumps Kernwählerschaft bislang nicht ernsthaft von ihm zu entfremden.

Bildnachweis:

geralt (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Sonntag, 17.05.2026

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