Donald Trump hat erneut gezeigt, wie groß sein Einfluss auf die Republikanische Partei weiterhin ist. Der republikanische Senator Bill Cassidy aus Louisiana hat seine Wiederwahl-Vorwahl überraschend deutlich verloren und wird künftig nicht mehr dem US-Senat angehören.
Stattdessen ziehen die von Trump unterstützte Abgeordnete Julia Letlow und Louisianas Finanzminister John Fleming in die Stichwahl Ende Juni ein.
Die späte Rache für das Trump-Impeachment
Cassidys Niederlage gilt in Washington als klare Abrechnung Trumps mit einem parteiinternen Kritiker. Der Senator hatte 2021 dafür gestimmt, Trump nach dem Sturm auf das Kapitol im zweiten Impeachment-Verfahren schuldig zu sprechen – ein Schritt, den viele Trump-Anhänger bis heute nicht verziehen haben.
Trump selbst feierte Cassidys Scheitern umgehend auf seiner Plattform Truth Social. Dort schrieb er, Cassidy habe ihn politisch benutzt und später „illoyal“ gehandelt. Seine politische Karriere sei nun „vorbei“.
Cassidy warnt vor Personenkult
Cassidy reagierte nach seiner Niederlage mit ungewöhnlich deutlichen Worten – ohne Trump direkt beim Namen zu nennen.
„Unser Land dreht sich nicht um eine einzelne Person“, sagte der Senator vor Unterstützern. Loyalität gelte der Verfassung und dem Land, nicht einzelnen Politikern. Wer Macht nutze, um andere zu kontrollieren, diene letztlich nur sich selbst.
Für viele Beobachter klang das wie ein direkter Angriff auf Trump und dessen Einfluss innerhalb der Partei.
Trump dominiert die Republikaner weiter
Der Ausgang der Wahl zeigt erneut, wie schwierig es für Republikaner geworden ist, sich öffentlich gegen Trump zu stellen.
Selbst langjährige Senatoren mit politischer Erfahrung und finanziellen Vorteilen haben inzwischen Probleme, Vorwahlen gegen Trump-nahe Kandidaten zu überstehen. Cassidy ist der erste republikanische Senator seit 2017, der eine Wiederwahl-Vorwahl verliert.
Julia Letlow profitiert von Trump-Unterstützung
Die große Gewinnerin des Abends ist Julia Letlow. Die Kongressabgeordnete lag deutlich vorne und erklärte nach der Wahl, das Ergebnis zeige, „wie mächtig“ Trumps Unterstützung weiterhin sei.
Nun geht sie als Favoritin in die Stichwahl gegen John Fleming.
Republikaner zunehmend auf Trump-Kurs
Der Machtkampf in Louisiana gilt als weiteres Zeichen dafür, wie stark die Republikanische Partei inzwischen auf Trump ausgerichtet ist. Viele innerparteiliche Kritiker haben sich bereits aus der Politik zurückgezogen oder verzichten auf eine erneute Kandidatur, um einer Konfrontation mit Trump aus dem Weg zu gehen.
Die Vorwahl in Louisiana dürfte deshalb weit über den Bundesstaat hinaus Signalwirkung haben – auch mit Blick auf die Kongresswahlen und die weitere Zukunft der Republikanischen Partei.

