Die letzten Passagiere haben das von einem Hantavirus-Ausbruch betroffene Kreuzfahrtschiff »MV Hondius« verlassen. Gleichzeitig meldeten Behörden drei weitere Infektionen im Zusammenhang mit der Reise. Damit steigt die Zahl der bestätigten Fälle auf sieben.
Das Expeditionsschiff verließ Teneriffa am Montag in Richtung Niederlande, nachdem die verbliebenen sechs Passagiere – darunter vier Australier, ein Brite und ein Neuseeländer – sowie mehrere Crewmitglieder evakuiert worden waren.
Drei Menschen starben nach der Reise, bei zwei von ihnen wurde das Hantavirus nachgewiesen. Nun bestätigten die Behörden weitere Infektionen bei einem US-Amerikaner, einer Französin sowie einer Spanierin, die sich nach ihrer Rückkehr in Quarantäne befindet.
Nach Angaben der französischen Gesundheitsministerin verschlechterte sich der Zustand der infizierten Frau in Paris zuletzt. Mehr als 20 Kontaktpersonen würden überwacht.
Auch in den USA beobachten Gesundheitsbehörden weitere mögliche Fälle. Zwei amerikanische Passagiere wurden in speziellen Isolationseinheiten ausgeflogen. Einer von ihnen zeigt leichte Symptome.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt für alle Passagiere der »MV Hondius« eine 42-tägige Isolation. US-Gesundheitsbehörden halten diese Vorgabe dagegen für zu streng und verweisen darauf, dass Übertragungen von Mensch zu Mensch selten seien.
Hantaviren werden normalerweise durch Nagetiere übertragen. Die WHO geht davon aus, dass sich einige Reisende während eines Aufenthalts in Südamerika mit der sogenannten Andes-Variante infiziert haben könnten, bei der auch eine Übertragung zwischen Menschen möglich ist.
Zu den Symptomen zählen Fieber, starke Erschöpfung, Muskel- und Bauchschmerzen sowie Atemprobleme.
Nach Angaben der Reederei befinden sich derzeit noch 27 Personen an Bord des Schiffs, darunter Crewmitglieder und medizinisches Personal. Die »MV Hondius« soll nun in die Niederlande überführt werden.
Die Kreuzfahrt hatte Anfang April im argentinischen Ushuaia begonnen. Während der Reise kam es mehrfach zu schweren Krankheitsfällen und Todesfällen an Bord. Am 10. Mai erreichte das Schiff schließlich Teneriffa, wo die internationale Evakuierungsaktion begann.

