Griechenland zieht die Notbremse: Massentourismus soll ausgebremst werden

Griechenland zieht die Notbremse: Massentourismus soll ausgebremst werden

Veröffentlicht

Montag, 11.05.2026
von Red. TB

Jahrelang galt in Griechenland offenbar das Motto: Hauptsache immer mehr Touristen, immer mehr Hotels und immer mehr Betten. Jetzt scheint die Regierung bemerkt zu haben, dass man Inseln nicht unbegrenzt zubetonieren kann.

Am Montag stellte die Regierung in Athen neue Regeln vor, mit denen der Massentourismus auf beliebten Ferieninseln künftig stärker begrenzt werden soll. Hintergrund sind Rekordzahlen: Fast 38 Millionen Urlauber kamen allein 2025 nach Griechenland – so viele wie nie zuvor.

Besonders Inseln wie Santorini, Mykonos, Rhodos oder Kos gelten inzwischen vielerorts als komplett überlaufen. Bewohner klagen seit Jahren über Verkehrschaos, explodierende Mieten, Wassermangel und eine Infrastruktur, die regelmäßig an ihre Grenzen stößt.

Die Regierung reagiert nun mit strengeren Vorschriften für Hotelbau und Küstenschutz.

So sollen neue Hotels auf besonders belasteten Inseln künftig maximal 100 Betten haben. Außerdem werden Neubauten außerhalb offizieller Baugebiete deutlich erschwert. Damit will man verhindern, dass immer neue Hotelanlagen ungeordnet in die Landschaft gesetzt werden.

Auch entlang der Küsten wird es künftig Einschränkungen geben. In einem Bereich von bis zu 25 Metern zum Meer sollen grundsätzlich keine neuen Gebäude mehr entstehen dürfen.

Tourismusministerin Olga Kefalogianni sprach von einem „nachhaltigeren Tourismusmodell“. Umweltminister Stavros Papastavrou bezeichnete die neuen Regeln sogar als „historische Reform“.

Kritiker dürften allerdings fragen, warum diese Einsicht erst jetzt kommt – nachdem viele Inseln längst unter den Folgen des Massentourismus leiden.

Denn die Probleme sind nicht neu. Seit Jahren wird darüber diskutiert, dass Griechenlands Tourismusindustrie vielerorts vor allem auf maximale Besucherzahlen statt auf Nachhaltigkeit gesetzt hat.

Nun versucht die Regierung offenbar, wenigstens einen Teil der Schäden zu begrenzen, bevor die berühmten Postkarteninseln endgültig im Beton verschwinden.

Bildnachweis:

johnNaturePhotos (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Montag, 11.05.2026

Diebewertung Netzwerk

Weitere Portale

Crowdinvesting Shop

Samstagszeitung - Wochenzeitung Verbraucherschutzforum Berlin

Archiv