Trump setzt Iran unter Druck – und pausiert zugleich seine eigene Eskalation

Trump setzt Iran unter Druck – und pausiert zugleich seine eigene Eskalation

Veröffentlicht

Mittwoch, 06.05.2026
von Red. TB

Donald Trump schwankt im Konflikt mit dem Iran erneut zwischen Drohung und Deeskalation. Der US-Präsident erklärte am Mittwoch, ein Abkommen mit Teheran könne sowohl den Krieg als auch die amerikanische Blockade iranischer Häfen beenden. Sollte es jedoch keine Einigung geben, würden die Angriffe „auf einem deutlich höheren Niveau als zuvor“ wieder aufgenommen.

Die Aussagen markieren eine weitere Wendung in einem ohnehin schwer kalkulierbaren Konflikt. Erst wenige Stunden zuvor hatte Trump überraschend die US-Militärmission „Project Freedom“ ausgesetzt. Die Operation war erst Anfang der Woche gestartet worden und sollte Handelsschiffen die sichere Passage durch die Straße von Hormus ermöglichen. Die strategisch zentrale Meerenge bleibt trotz Waffenruhe eines der gefährlichsten Seegebiete der Welt.

In Washington wird die Pause offiziell mit diplomatischen Fortschritten begründet. Laut US-Medien arbeitet das Weiße Haus an einer Art Grundsatzvereinbarung mit dem Iran. Demnach könnte ein 14-Punkte-Papier den Rahmen für spätere Verhandlungen bilden – unter anderem über das iranische Atomprogramm, Sanktionen und die Wiederöffnung der Straße von Hormus.

Ob Teheran tatsächlich zu Zugeständnissen bereit ist, bleibt offen. Iranische Staatsmedien werteten Trumps Entscheidung bereits als Zeichen amerikanischer Schwäche. Die Revolutionsgarden erklärten zugleich, eine sichere Passage durch die Meerenge sei grundsätzlich möglich – allerdings nur unter iranischer Kontrolle und nach „neuen Verfahren“.

Die Unsicherheit spiegelt sich auch auf See wider. Nach Pentagon-Angaben sitzen weiterhin Tausende Seeleute auf Hunderten Schiffen in der Golfregion fest. Mehrere Reedereien berichten von massiven Risiken für die zivile Schifffahrt. Erst am Dienstag wurde ein französisches Containerschiff in der Straße von Hormus angegriffen, Besatzungsmitglieder wurden verletzt.

Auch innerhalb der US-Regierung wirkt die Lage widersprüchlich. Außenminister Marco Rubio erklärte zuletzt, die „offensive Phase“ des Krieges sei beendet. Trump hingegen hält sich die Option einer erneuten militärischen Eskalation ausdrücklich offen.

An den Märkten wurde die Aussicht auf Verhandlungen zunächst positiv aufgenommen. Der Ölpreis gab leicht nach, europäische Börsen legten zu. Doch die Reaktion blieb verhalten – zu oft hat sich die Lage in den vergangenen Wochen innerhalb weniger Stunden wieder gedreht.

Damit bleibt der Konflikt vorerst in jenem Zustand, der die Region inzwischen prägt: ein fragiles Gleichgewicht zwischen Diplomatie, Drohkulisse und der jederzeit möglichen Rückkehr militärischer Gewalt.

Bildnachweis:

geralt (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Mittwoch, 06.05.2026

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