Millionen Amerikanern droht Frist zu entgehen: Mögliche IRS-Rückzahlungen aus der Corona-Zeit nur noch bis 10. Juli beantragbar

Millionen Amerikanern droht Frist zu entgehen: Mögliche IRS-Rückzahlungen aus der Corona-Zeit nur noch bis 10. Juli beantragbar

Veröffentlicht

Mittwoch, 06.05.2026
von Red. TB

Zehn Millionen US-Steuerzahler könnten Anspruch auf Rückzahlungen vom amerikanischen Finanzamt IRS haben – und wissen davon möglicherweise gar nichts. Darauf warnt jetzt die unabhängige National Taxpayer Advocate (NTA), eine Art Ombudsstelle für Steuerzahler in den USA.

Hintergrund ist ein juristischer Streit um Corona-Sonderregelungen und verspätete Steuerzahlungen während der Pandemie. Betroffene müssen allerdings schnell handeln: Ansprüche müssen spätestens bis zum 10. Juli 2026 geltend gemacht werden.

Gerichtsurteil bringt IRS unter Druck

Auslöser ist das Verfahren „Kwong vs. United States“. Dabei entschied ein Gericht, dass die Corona-Notlage steuerrechtlich als bundesweiter Katastrophenfall einzustufen sei.

Das hätte weitreichende Folgen:
Bestimmte Fristen für Steuerzahlungen, Strafgebühren und Zinsen hätten laut Gesetz automatisch verschoben werden müssen – inklusive einer zusätzlichen 60-Tage-Frist nach Ende des Notstands.

Da der COVID-Notstand offiziell vom 20. Januar 2020 bis 11. Mai 2023 galt, hätte die relevante Frist nach dieser Auslegung erst am 10. Juli 2023 geendet.

Das Problem:
Der IRS behandelte viele Fälle offenbar anders – und kassierte in dieser Zeit weiterhin Strafgebühren und Zinsen.

Wer jetzt möglicherweise Geld zurückbekommt

Laut Steuerexperten könnten Betroffene Anspruch haben auf:

  • Rückerstattung von Verspätungszuschlägen,
  • Rückzahlung von Strafgebühren,
  • zu Unrecht berechnete Zinsen,
  • sowie zusätzliche Überzahlungszinsen.

Betroffen sein könnten:

  • Privatpersonen,
  • Selbstständige,
  • kleine Unternehmen,
  • Großunternehmen,
  • Nachlässe und Trusts,
  • sowie Steuerpflichtige mit internationalen Steuerformularen.

Besonders pikant:
Gerade Menschen mit niedrigen oder mittleren Einkommen könnten die Frist verpassen, weil sie oft keinen Steuerberater haben und von dem komplizierten Rechtsstreit nichts mitbekommen.

IRS widerspricht – doch Bürger sollen trotzdem handeln

Der IRS erkennt das Urteil bislang nicht an und dürfte juristisch dagegen vorgehen. Trotzdem raten Steueranwälte dringend dazu, vorsorglich Ansprüche einzureichen.

Denn:
Wer die Frist verpasst, könnte spätere Rückzahlungen endgültig verlieren – selbst falls die Gerichte am Ende zugunsten der Steuerzahler entscheiden.

So prüfen Betroffene ihre Chancen

Steuerzahler sollen ihre sogenannten IRS-Transcripts prüfen – also Kontoauszüge des Finanzamts, auf denen Strafgebühren und Zinsen vermerkt sind.

Die Unterlagen können:

  • online beim IRS,
  • telefonisch,
  • oder per Post angefordert werden.

Anschließend muss ein offizieller Rückerstattungsantrag („Form 843“) eingereicht werden. Experten empfehlen ausdrücklich den Versand per Einschreiben, da derzeit nur Papierformulare akzeptiert werden.

Bürokratie-Chaos droht

Die Steuer-Ombudsstelle warnt bereits vor einem möglichen Verwaltungschaos:
Sollten tatsächlich Millionen Amerikaner Ansprüche einreichen, könnten die Papierverfahren den IRS massiv überlasten.

Die NTA fordert deshalb:

  • digitale Antragssysteme,
  • automatische Rückerstattungen,
  • sowie eine Verlängerung der Frist um weitere sechs Monate.

Ob es dazu kommt, ist offen.

Klar ist allerdings schon jetzt:
Während Washington Milliarden für Kriege, Rettungspakete und Großprojekte mobilisiert, kämpfen viele Amerikaner darum, möglicherweise zu viel gezahlte Strafgebühren vom Staat überhaupt zurückzubekommen.

Bildnachweis:

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Mittwoch, 06.05.2026

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