Im Südosten der USA spitzt sich die Lage durch massive Waldbrände in Georgia und Florida weiter zu. Tausende Hektar stehen in Flammen, Häuser wurden zerstört, Straßen gesperrt und Anwohner zur Flucht aufgefordert. Besonders betroffen ist derzeit der Bundesstaat Georgia, wo die Behörden von einer historischen Brandlage sprechen.
Mehr als 120 Häuser zerstört
Nach Angaben von Georgias Gouverneur Brian Kemp wurden durch zwei große Feuer im Südosten des Bundesstaates bereits mehr als 120 Häuser zerstört. Fast 1.000 weitere Gebäude seien bedroht. Kemp erklärte nach einem Besuch im Katastrophengebiet, die Brände hätten nach Einschätzung der Behörden mehr Wohnhäuser vernichtet als jedes andere Feuer in der Geschichte Georgias.
Allein im Brantley County gingen nach Behördenangaben mindestens 90 Häuser durch das sogenannte Highway-82-Feuer verloren. Dort sind weitere hunderte Gebäude in Gefahr.
Feuer außer Kontrolle
Laut dem National Interagency Fire Center brennen derzeit in den Südstaaten mindestens 20 große Waldbrände, die noch nicht unter Kontrolle sind. Schon am 22. April wurden in der Region 90 neue Brände registriert.
In Georgia kämpfen Einsatzkräfte gegen zwei besonders große Feuer:
- Das Pineland Road Fire im Clinch County hat bereits mehr als 31.000 Acres (rund 12.500 Hektar) zerstört und war zuletzt erst zu 10 Prozent eingedämmt.
- Das Highway 82 Fire im Brantley County hat rund 5.000 Acres (etwa 2.000 Hektar) erfasst und galt nur zu 15 Prozent als eingedämmt.
Die Behörden warnen, dass sich die Lage durch Wind innerhalb weniger Minuten dramatisch verschlechtern kann.
Georgia verhängt erstmals Feuerverbote
Wegen der extremen Trockenheit hat Georgia erstmals in seiner Geschichte Feuerverbote erlassen. Gouverneur Kemp kündigte zudem an, dass die Nationalgarde die Brandbekämpfung unterstützt. Unter anderem sollen Black-Hawk-Hubschrauber eingesetzt werden.
In betroffenen Gebieten gelten bereits Ausgangssperren in den Nachtstunden. Neue Evakuierungen wurden angeordnet.
Auch Florida betroffen
Auch im Nachbarstaat Florida ist die Lage angespannt. Dort brannten am 24. April laut Medienberichten mindestens 134 aktive Feuer auf fast 26.000 Acres (mehr als 10.500 Hektar).
Besonders kritisch ist die Situation im Levy County. Dort hat das Cow Creek Fire bereits mehr als 1.600 Acres zerstört und bedroht mehr als 1.200 Häuser. Straßen mussten gesperrt werden, dichter Rauch beeinträchtigt in mehreren Landkreisen die Sicht.
Dürre und Hitze verschärfen die Krise
Meteorologen machen vor allem anhaltende Dürre, große Hitze und extrem niedrige Luftfeuchtigkeit für die gefährliche Entwicklung verantwortlich. Laut AccuWeather ist bis Monatsende kein nennenswerter Regen in Sicht.
Zwar könnten einzelne Schauer auftreten, doch für eine spürbare Entlastung brauche die Region flächendeckende Niederschläge. Der Rauch der Brände zieht inzwischen über Hunderte Kilometer weit und beeinträchtigt bereits in weiteren Teilen des Südostens die Luftqualität.
Behörden warnen vor rascher Eskalation
Die Einsatzkräfte betonen, dass sich die Brände weiterhin hochdynamisch entwickeln. In Brantley County warnte der zuständige Verwaltungschef, dass eine scheinbare Eindämmung jederzeit wieder verloren gehen könne.
Die Botschaft der Behörden ist eindeutig:
Wer zur Evakuierung aufgefordert wird, sollte sofort gehen.
Fazit
Die Waldbrände in Georgia und Florida entwickeln sich zu einer schweren Naturkatastrophe im Südosten der USA. Bereits jetzt wurden mehr als 120 Häuser zerstört, tausende weitere Menschen sind bedroht. Solange Dürre, Hitze und Wind anhalten, dürfte sich die Lage kaum entspannen.

