Es gibt Konstanten im Leben:
Die Sonne geht auf.
Der Kaffee wird teurer.
Und sobald irgendwo auf der Welt eine neue Technologie erfolgreich wird, fragt Europa als Erstes:
„Wie können wir das komplizierter machen?“
Diesmal hat es OpenAI, den Entwickler von ChatGPT, erwischt. Laut einem Bericht des „Handelsblatts“ will die EU-Kommission das US-Unternehmen künftig strenger regulieren. Der Plan: OpenAI soll unter den Digital Services Act (DSA) fallen.
Oder auf gut Deutsch:
Wenn du innovativ bist, Millionen Nutzer hast und die Zukunft mitgestaltest, bekommst du in Europa keinen Preis – sondern Papierkram.
45 Millionen Nutzer? Herzlichen Glückwunsch, hier ist Ihr Regelwerk
Der DSA gilt für sogenannte sehr große Onlineplattformen und sehr große Suchmaschinen.
Die magische Grenze liegt bei 45 Millionen monatlich aktiven Nutzern in der EU.
OpenAI liegt laut Bericht deutlich darüber.
Damit ist klar:
ChatGPT hat den europäischen Highscore erreicht.
Nicht für Innovation.
Nicht für Forschung.
Sondern für die Kategorie:
„Bitte ziehen Sie eine Nummer und warten Sie auf die nächste Regulierung.“
Brüssel prüft bereits – vermutlich in dreifacher Ausfertigung
Ein Sprecher der EU-Kommission erklärte laut Bericht, die Nutzerdaten würden derzeit geprüft.
Man darf also annehmen, dass irgendwo in Brüssel gerade mehrere Menschen sehr ernst in einen Bildschirm schauen und sagen:
„Das ist hochinteressant. Wir brauchen dringend eine Arbeitsgruppe.“
OpenAI selbst wollte sich dazu nicht äußern.
Wahrscheinlich hat ChatGPT intern schon vorgeschlagen:
„Antwortvorschlag: Danke für Ihr Interesse. Wir melden uns in 6 bis 8 Verordnungen.“
Europa und Innovation: eine komplizierte Beziehung
Während in den USA neue KI-Systeme entwickelt werden und in Asien die nächste Technologiewelle vorbereitet wird, macht Europa das, was Europa am besten kann:
- Regeln schreiben
- Regeln über Regeln schreiben
- und dann eine neue Regel einführen, damit die alten Regeln besser geregelt werden
Man könnte fast meinen, der Kontinent wolle gar nicht führend bei Zukunftstechnologien sein, sondern lieber weltweit unangefochtener Meister im Formularwesen.
Unternehmen lieben Europa – als Reiseziel
Natürlich ist Europa wunderschön:
tolle Städte, gutes Essen, Geschichte, Kultur, Burgen, Kirchen, Museen.
Und genau da geht die Reise offenbar hin.
Denn wenn man so weitermacht, ist Europa bald nicht mehr der Ort, an dem die Zukunft gebaut wird –
sondern der Ort, an dem Touristen sagen:
„Schau mal, hier stand früher mal eine Industrie.“
Fazit: Weiter so, bis Europa ein Museum ist
Die Botschaft an innovative Unternehmen lautet offenbar:
„Bitte kommt nach Europa. Wir haben schöne Innenstädte, stabile Vorschriften und für jede Idee mindestens drei Bedenken.“
Oder anders gesagt:
Deshalb kommen Unternehmen ja so gerne nach Europa.
Weil man hier aus jedem Technologiesprung zuverlässig erst einmal einen Behördengang macht.
Wenn das so weitergeht, wird Europa irgendwann wirklich das, was es schon jetzt gefährlich oft wirkt:
ein hervorragend organisiertes Museum mit exzellentem Datenschutz und ohne eigene Tech-Giganten.

