Artemis II ist gelandet – jetzt plant die NASA schon den nächsten Mondwahnsinn

Artemis II ist gelandet – jetzt plant die NASA schon den nächsten Mondwahnsinn

Veröffentlicht

Samstag, 11.04.2026
von Red. TB

Die vier Astronautinnen und Astronauten von Artemis II sind gerade erst wieder sicher im Pazifik gelandet, haben wahrscheinlich noch nicht mal alle ihren Weltraum-Geruch abgelegt – und bei der NASA herrscht schon wieder kompletter Größenwahn. Kaum ist die Kapsel unten, heißt es sinngemäß: „Schön, dass ihr lebt. So, wer fliegt als Nächstes?“

Und ehrlich?
Genau so muss Raumfahrt klingen.

Denn Artemis II war zwar historisch, spektakulär und ziemlich nervenaufreibend – aber am Ende eben doch nur die luxuriöseste Probefahrt der Welt. Vier Menschen fliegen einmal um den Mond, schauen kurz nach, ob da noch alles steht, und kommen wieder zurück. Kein Mondspaziergang, kein Staub in den Schuhen, kein heroisches Fahnenfoto. Im Grunde also: Mondbesuch ohne Aussteigen.

Aber jetzt geht der eigentliche Wahnsinn los.

Schon 2026 sollen mehrere unbemannte Mondlandungen folgen. Firmen wie Astrobotic, Firefly, Intuitive Machines und natürlich Blue Origin dürfen ihre Maschinen zum Mond schicken, um dort Fracht, Technik und Wissenschaft abzuladen. Also erst mal Roboter vor. Vernünftig. Bevor man wieder Menschen auf einen Himmelskörper stellt, testet man lieber mit Geräten, die sich im Zweifel nicht über schlechtes Catering beschweren.

2027 soll dann Artemis III starten. Das ist die Mission, bei der NASA und ihre milliardenschweren Lieblingsfreunde aus der Tech-Welt zeigen müssen, ob sie außer PowerPoint-Präsentationen auch echte Hardware können. Die Astronauten sollen mit Orion starten, sich im All mit einem Mondlander treffen und Systeme testen, die später für eine echte Landung gebraucht werden.

Und da wird’s lustig.
Denn bei den Mondlandern stehen sich im Hintergrund natürlich zwei Herren gegenüber, die aus jedem Zukunftsprojekt sofort einen Ego-Wettbewerb machen:

Elon Musk gegen Jeff Bezos.

Der eine verspricht seit Jahren, dass Starship praktisch morgen alles kann – Mond, Mars, wahrscheinlich irgendwann auch Wocheneinkäufe. Der andere baut mit Blue Moon an seiner eigenen Mondfähre und möchte vermutlich beweisen, dass man auch ohne tägliche Social-Media-Eskapaden ins All kommt.

NASA schaut also auf diese beiden und sagt ungefähr:
„Bitte benehmt euch. Wir brauchen nur ein funktionierendes Raumschiff, keinen Milliardärs-Kindergarten.“

Das große Ziel bleibt aber 2028: Dann sollen erstmals seit Apollo 17 im Jahr 1972 wieder Menschen auf dem Mond landen. Nach über 50 Jahren. Eine ganze Generation hat den Mond nur aus Dokus, Verschwörungsvideos und als Hintergrundbild auf dem Handy gekannt – jetzt sollen da wieder echte Stiefel runter.

Und diesmal geht’s nicht einfach nur darum, kurz patriotisch Staub aufzuwirbeln und wieder abzuhauen. Die NASA will an den Südpol des Mondes, also dahin, wo es spannend wird: eisig, dunkel, wissenschaftlich wertvoll – und maximal ungemütlich. Quasi kein klassischer Urlaubsort, aber perfekt für Raumfahrt-Nerds mit Milliardenbudget.

Warum gerade dort?
Weil man dort Wassereis vermutet. Und Wasser ist im All ungefähr das, was WLAN im Alltag ist: Wenn’s fehlt, wird alles schnell unerquicklich.

Aus Wasser kann man trinken, atmen und mit genug Technik sogar Treibstoff machen. Heißt: Wer Wasser auf dem Mond hat, hat plötzlich nicht nur einen schönen Forschungsstandort, sondern den Rohstoff für längere Aufenthalte und irgendwann für tiefere Missionen ins All.

Und genau deshalb träumt die NASA schon vom ganz großen Ding:
einer Mondbasis.

Ja, kein Witz.
Keine kurze Apollo-Revival-Show, sondern eine Art dauerhaftes Außenlager auf dem Mond. Arbeiten, forschen, leben – vielleicht nicht gerade mit Spa-Bereich und Rooftop-Bar, aber immerhin mit Sauerstoff und hoffentlich funktionierenden Toiletten. Kostenpunkt: rund 20 Milliarden Dollar. Also ein Preis, bei dem man sich denkt: teuer. Und dann schaut man auf manche Militärbudgets und denkt: eigentlich fast ein Schnäppchen.

NASA-Chef Jared Isaacman will später sogar zwei Mondlandungen pro Jahr anpeilen. Man merkt: Kaum läuft eine Mission gut, wird aus „vorsichtiger Rückkehr“ direkt wieder ein Programm mit dem Vibe von:
„Wir machen jetzt Mond-Abo statt Mond-Besuch.“

Und natürlich ist der Mond nur die Zwischenstation. Das eigentliche Fernziel bleibt der Mars. Der Mond ist für die NASA das Trainingslager. So eine Art kosmisches Bootcamp: Dort testet man, wie Menschen länger außerhalb der Erde überleben, wie man Infrastruktur aufbaut, wie man Ressourcen nutzt und wie oft irgendwas kaputtgeht, bevor man vier Leute monatelang in Richtung roter Wüste schickt.

Schon Ende 2028 soll deshalb eine neue Mars-Mission starten, diesmal mit einem nuklear betriebenen Raumfahrzeug. Klingt nach Science-Fiction-Fiebertraum, ist aber bitterernst. Damit will die NASA Technologien testen, die später für eine bemannte Mars-Mission wichtig sein könnten. Weil auf dem Mars Solarenergie schön und gut ist – bis der Planet mal wieder einen Staubsturm hinlegt und dir für Wochen das Licht ausknipst.

Kurz gesagt:
Artemis II war nur der freundliche Hinweis, dass die NASA wieder ernst macht.
Jetzt kommen Roboter, dann Testflüge, dann die Mondlandung, dann die Mondbasis, dann Mars. Wenn nichts schiefgeht.
Und da wir über Raumfahrt sprechen, ist „wenn nichts schiefgeht“ natürlich die romantischste Form von Optimismus überhaupt.

Aber genau deshalb ist es so großartig.

Denn nach Jahrzehnten des Stillstands, der Verschiebungen, der Budgetdramen und der üblichen „bald, ganz bald“-Versprechen sieht es plötzlich wieder so aus, als würde die Menschheit tatsächlich nicht nur auf Bildschirme starren, sondern wieder ernsthaft rauswollen.

Oder in schön einfach:

Artemis II ist gelandet.
Und die NASA hat beschlossen, jetzt nicht nur wieder zum Mond zu fliegen – sondern dort im Zweifel gleich einzuziehen.

Bildnachweis:

marmixer (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Samstag, 11.04.2026

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