Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) stellt sich klar hinter das aus Nigeria stammende Geschwisterpaar Victoria und Joseph und fordert ein humanitäres Bleiberecht für die beiden jungen Menschen, die seit acht Jahren in Tirol leben. Mit deutlichen Worten kritisiert er die geplante Abschiebung und macht klar: Wer sich so stark integriert hat, darf nicht einfach aus seinem Leben gerissen werden.
In den vergangenen Tagen hatten bereits zahlreiche Organisationen, Bildungseinrichtungen und Initiativen ihre Unterstützung für die Geschwister ausgesprochen – darunter mehrere Hochschülerschaften, das MCI Innsbruck, NGOs und das Rote Kreuz. Nun erhält ihr Anliegen auch prominente politische Rückendeckung.
„Als Vizekanzler ist mein Bekenntnis zum Rechtsstaat unumstößlich – und genau in diesen Fällen sieht er Möglichkeiten vor. Joseph und Victoria müssen humanitäres Bleiberecht erhalten“, erklärte Babler auf Bluesky.
Die beiden waren als unbegleitete Jugendliche nach Österreich geflüchtet und haben sich in Tirol ein neues Leben aufgebaut. Sie haben dort die Matura gemacht und stehen heute mitten im Studium beziehungsweise in der Ausbildung. Für Babler ist klar: Victoria und Joseph sind längst angekommen und ein gut integrierter Teil der Gesellschaft.
Gerade deshalb zeigt er wenig Verständnis dafür, dass sie nun abgeschoben werden sollen. „Dass sie nun aus ihrem Leben gerissen werden sollen und ihre FreundInnen und Perspektiven verlieren, um in ein Land abgeschoben zu werden, mit dem sie längst nichts mehr zu tun haben, ist für mich nicht nachvollziehbar“, schrieb der SPÖ-Chef. Besonders deutlich wurde er mit einem Satz, der vielen Unterstützern aus dem Herzen sprechen dürfte: „Integration zu bestrafen widerspricht jeder Ordnung.“
Der Fall der Geschwister hat in Österreich eine breite Welle der Solidarität ausgelöst. Obwohl ihre Asylanträge mehrfach abgelehnt wurden und sie vergangene Woche vorübergehend in Schubhaft genommen worden waren, wächst der öffentliche Druck weiter. Viele sehen in ihrem Fall nicht nur eine rechtliche Frage, sondern auch eine menschliche.
Für Freitag ist eine Demonstration in Wien geplant, am Samstag soll in Innsbruck protestiert werden. Die Unterstützer hoffen, dass das humanitäre Bleiberecht nun doch noch ermöglicht wird – und Victoria und Joseph in jenem Land bleiben können, das längst ihr Zuhause geworden ist.

