Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ sind zwei betroffene Passagierinnen sicher nach Irland zurückgekehrt. Die Frauen landeten am Sonntagabend mit einem Flugzeug der irischen Luftwaffe in Dublin.
Die Maschine war zuvor nach Teneriffa geschickt worden, wo das Schiff am Morgen angelegt hatte. Begleitet wurden die beiden Frauen von medizinischem Personal des irischen Gesundheitsdienstes HSE.
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden die Passagierinnen nun in einer speziellen Einrichtung isoliert und medizinisch überwacht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt für Kontaktpersonen eine Quarantäne von 42 Tagen.
Irlands kommissarische Chefmedizinerin Mary Horgan erklärte, beide Frauen seien „in guter gesundheitlicher Verfassung“ und zeigten bislang keine Symptome. Sie würden regelmäßig getestet und auch psychologisch betreut.
Auch andere Länder holten ihre Staatsbürger inzwischen aus Teneriffa zurück. Ein Flug mit 20 britischen Passagieren landete ebenfalls am Sonntag im Vereinigten Königreich. Weitere Reisende aus Frankreich, Spanien, Belgien und Deutschland wurden oder werden in ihre Heimatländer ausgeflogen.
Auf dem niederländischen Expeditionsschiff waren zuvor mehrere Menschen an dem seltenen Virus erkrankt. Drei Personen starben bislang, bei zwei Opfern wurde eine Hantavirus-Infektion bestätigt.
Das Schiff war Anfang April in Argentinien gestartet und befand sich auf einer Expedition über den Südatlantik. Der erste Todesfall wurde bereits während der Reise gemeldet.
Besonders kompliziert ist der Fall wegen der langen Inkubationszeit des Virus. Symptome können erst Wochen nach einer Ansteckung auftreten. Deshalb müssen viele Passagiere nun über längere Zeit isoliert bleiben.
Für zusätzliche Sorge sorgt ein britischer Passagier, der das Schiff bereits Mitte April auf der abgelegenen Insel Tristan da Cunha verlassen hatte. Der Mann zeigte später Symptome und wird derzeit isoliert behandelt. Britische Militärmediziner wurden per Fallschirm auf die Insel gebracht, um die Versorgung zu unterstützen.

