Frieden per Memo? USA und Iran verhandeln offenbar über 14-Punkte-Plan

Frieden per Memo? USA und Iran verhandeln offenbar über 14-Punkte-Plan

Veröffentlicht

Donnerstag, 07.05.2026
von Red. TB

Washington/Teheran – Nach Wochen militärischer Eskalation und gegenseitiger Drohungen scheint plötzlich wieder Diplomatie möglich zu sein. Oder zumindest das, was Donald Trump unter Diplomatie versteht:
erst bombardieren, dann verkünden, man habe „sehr gute Gespräche“ geführt.

Iran prüft derzeit offenbar einen amerikanischen Vorschlag zur Beendigung des Kriegs. Laut Berichten soll es um ein 14-Punkte-Papier gehen, das die Grundlage für eine mögliche Einigung bilden könnte.

Der Inhalt klingt fast wie der Versuch, gleichzeitig einen Atomdeal, eine Waffenruhe, eine Ölkrise und die Weltwirtschaft zu reparieren.

Unter anderem geht es laut US-Medien um:

  • eine Begrenzung des iranischen Atomprogramms,
  • die Aufhebung von Sanktionen,
  • und die Wiederöffnung der Straße von Hormus.

Also jener Meerenge, durch die normalerweise ein Fünftel des weltweiten Ölhandels läuft und die derzeit ungefähr so stabil wirkt wie ein Benzinlager mit Feuerwerkskörpern.

Trump erklärt Verhandlungen traditionell schon mal zum Erfolg

US-Präsident Trump zeigte sich einmal mehr optimistisch. Die Gespräche seien „sehr gut“ verlaufen, erklärte er im Weißen Haus. Außerdem glaube er, dass man kurz vor einem Deal stehe.

Das sagt Trump allerdings ungefähr alle 48 Stunden.

Gleichzeitig drohte er erneut mit noch heftigeren Bombardierungen, falls Teheran nicht zustimme.

Die klassische Trump-Diplomatie lautet inzwischen offenbar:
„Bitte unterschreiben Sie freiwillig, sonst wird es unfreiwillig.“

Iran zwischen Verhandeln und Drohen

In Teheran bemüht man sich derweil um eine Mischung aus Härte und vorsichtigem Pragmatismus.

Offiziell heißt es, der US-Vorschlag werde noch geprüft. Ein iranischer Parlamentarier bezeichnete das Papier jedoch als „Wunschliste der Amerikaner“.

Andere Funktionäre erklärten demonstrativ, Iran habe „den Finger am Abzug“ und sei bereit für eine harte Antwort.

Was übersetzt vermutlich bedeutet:
Man möchte verhandeln – aber dabei möglichst nicht aussehen, als würde man verhandeln.

Die Straße von Hormus bleibt der gefährlichste Flaschenhals der Welt

Besonders entscheidend bleibt die Lage rund um die Straße von Hormus. Seit Beginn des Konflikts ist der Schiffsverkehr dort massiv eingeschränkt.

Die USA hatten zuletzt versucht, mit einer Militärmission blockierte Frachter zu eskortieren. Das Projekt wurde allerdings schon nach kurzer Zeit wieder pausiert – offiziell wegen möglicher Fortschritte bei den Gesprächen.

In Wahrheit dürfte Washington gemerkt haben, dass eine dauerhafte militärische Absicherung einer der wichtigsten Öl-Routen der Welt komplizierter ist als ein Immobilienprojekt in Florida.

Iran deutete inzwischen an, die Passage könnte wieder geöffnet werden – vorausgesetzt, die „Aggressoren“ stellten ihre Drohungen ein.

Netanyahu fordert maximale Härte

Israels Premier Benjamin Netanyahu macht gleichzeitig deutlich, dass er keinerlei halbe Lösungen akzeptieren will. Ziel bleibe die vollständige Zerschlagung des iranischen Atomprogramms.

Von Frieden ist in Jerusalem deshalb weiterhin deutlich weniger die Rede als in Washington.

Parallel bombardierte Israel erstmals seit Monaten wieder Ziele in Beirut und verschärfte damit zusätzlich die Spannungen in der Region.

Die Welt hofft – und traut dem Frieden trotzdem nicht

Die Märkte reagieren nervös, Ölpreise bleiben hoch, und viele Beobachter fragen sich inzwischen, ob tatsächlich ein Durchbruch bevorsteht oder nur die nächste Phase geopolitischer Inszenierung.

Denn bisher besteht der Konflikt vor allem aus:
Drohungen,
Bombardierungen,
widersprüchlichen Aussagen,
anonymen „Insidern“
und Donald Trump, der fast täglich erklärt, der Frieden sei „sehr nah“.

Was historisch betrachtet meist kein ganz verlässlicher Indikator ist.

Bildnachweis:

PuppypawsAZ (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Donnerstag, 07.05.2026

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