25 Milliarden Dollar in acht Wochen: Was der Iran-Krieg die USA bereits kostet

25 Milliarden Dollar in acht Wochen: Was der Iran-Krieg die USA bereits kostet

Veröffentlicht

Mittwoch, 06.05.2026
von Red. TB

Der Krieg gegen den Iran entwickelt sich nicht nur militärisch, sondern auch finanziell zu einer gewaltigen Belastung für die Vereinigten Staaten. Nach Angaben des Pentagons haben die ersten acht Wochen des Konflikts bereits rund 25 Milliarden Dollar verschlungen – und selbst diese Zahl halten Experten inzwischen für deutlich zu niedrig angesetzt.

Die Summe entspricht ungefähr den jährlichen Etats der US-Küstenwache, des National Park Service und der Umweltbehörde EPA zusammen. Oder anders gesagt: Acht Wochen Krieg kosten die USA fast so viel wie ein komplettes NASA-Jahresbudget.

Vor dem US-Kongress erklärte Pentagon-Kontrolleur Jules Hurst III., der Großteil der Kosten entfalle auf verschossene Munition. Hinzu kämen Betriebskosten, Wartung sowie der Ersatz zerstörter oder verbrauchter Ausrüstung.

Bereits in den ersten sechs Kriegstagen sollen laut Pentagon intern Waffen und Munition im Wert von 11,3 Milliarden Dollar eingesetzt worden sein.

Experten zweifeln an offizieller Zahl

Doch die offiziellen 25 Milliarden Dollar stoßen zunehmend auf Skepsis.

Mehrere Militäranalysten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Kosten bereits deutlich höher liegen. Denn offenbar wurden massive Schäden an amerikanischen Militärbasen und Infrastruktur durch iranische Gegenangriffe bislang gar nicht eingerechnet.

Interne Schätzungen aus dem Kongress sprechen laut US-Medien allein bei zerstörtem Militärgerät von weiteren 15 Milliarden Dollar Schaden. CNN berichtete sogar, dass die Gesamtkosten inzwischen bereits bei bis zu 50 Milliarden Dollar liegen könnten.

Auch der Sicherheitsexperte Mark Cancian vom Center for Strategic and International Studies hält die Pentagon-Zahlen für „eher zu niedrig“. Seine Schätzung: zwischen 32 und 35 Milliarden Dollar – allein für die ersten beiden Kriegsmonate.

Kriegskosten explodieren – während Amerika spart

Besonders brisant wird die Debatte durch den Vergleich mit innenpolitischen Ausgaben.

Die 25 Milliarden Dollar entsprechen:

  • fast einem Drittel des gesamten Bildungsbudgets der USA,
  • dem Achtfachen des Budgets für die Nationalparks,
  • oder rund einem Viertel der amerikanischen Lebensmittelhilfen für Millionen einkommensschwache Bürger.

Während in vielen US-Städten Infrastruktur verfällt, Sozialprogramme gekürzt werden und Wohnungsnot wächst, fließen Milliarden in einen Krieg, dessen langfristige Folgen völlig unklar sind.

Zum Vergleich:
Die Entwicklung der Corona-Impfstoffe im Rahmen von „Operation Warp Speed“ kostete die US-Regierung unter Donald Trump 18 Milliarden Dollar – also deutlich weniger als die ersten acht Wochen dieses Krieges.

Nächste Milliardenforderung bereits angekündigt

Dabei dürfte die aktuelle Summe nur der Anfang sein.

Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte bereits zusätzliche Finanzforderungen an den Kongress an. Laut Medienberichten könnte ein weiteres Sonderpaket sogar bis zu 100 Milliarden Dollar umfassen.

Gleichzeitig steigen durch die Krise in der Straße von Hormus weltweit die Energiepreise – was wiederum auch die Betriebskosten des US-Militärs weiter nach oben treibt.

Die politische Frage wird lauter

Mit jedem weiteren Kriegstag wächst deshalb in den USA die politische Debatte:
Wie lange kann Washington einen solchen Konflikt finanziell überhaupt durchhalten?

Und vor allem:
Wie erklärt man amerikanischen Steuerzahlern, dass innerhalb weniger Wochen Milliarden für Bomben verfügbar sind – während bei Infrastruktur, Bildung oder Sozialleistungen regelmäßig „gespart werden muss“?

Denn genau dort beginnt oft die eigentliche Sprengkraft eines Krieges:
Nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern im eigenen Land.

Bildnachweis:

PuppypawsAZ (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Mittwoch, 06.05.2026

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