Kaum ist der NFL Draft vorbei, beginnt das jährliche Spiel mit den viel zu frühen Noten. Wirklich bewerten lässt sich diese Klasse erst in einigen Jahren. Trotzdem zeigt sich schon jetzt, welche Teams offenbar clever gearbeitet haben – und welche Fragen offenlassen.
Ganz oben stehen überraschend die New York Jets. Ihre Draft-Klasse wird mit einem A+ bewertet. Mit David Bailey, Kenyon Sadiq, Omar Cooper und D’Angelo Ponds holten sie mehrere Spieler, die sofort helfen könnten. Auch Quarterback Cade Klubnik ist ein spannendes Projekt. Die Jets haben zwar schon oft im Frühjahr begeistert, diesmal wirkt der Kader aber tatsächlich deutlich stabiler.
Ebenfalls stark schnitten die Las Vegas Raiders ab. Mit Quarterback Fernando Mendoza als Nummer-eins-Pick beginnt für die Franchise ein neuer Anlauf. Dazu kamen mehrere Talente für Defense und Backfield. Auch die New York Giants gehören zu den Gewinnern: Arvell Reese könnte ein Star werden, während Francis Mauigoa die Offensive Line deutlich aufwerten soll.
Gute Noten gab es außerdem für die Browns, Seahawks, Eagles und Packers. Green Bay profitiert dabei auch davon, dass der Erstrundenpick bereits im Vorjahr in den Trade für Micah Parsons floss.
Im Mittelfeld landen Teams wie die Bills, Ravens, Broncos, Panthers, Lions, Dolphins und Commanders. Sie haben solide gearbeitet, ohne den ganz großen Aha-Effekt zu liefern.
Bei den Chiefs fällt die Bewertung gemischt aus. Die Defense wurde stark verstärkt, direkte Hilfe für Patrick Mahomes blieb aber überschaubar. Die Cowboys investierten viel in ihre schwache Verteidigung, doch der teure Parsons-Deal hängt weiter über der Bewertung.
Schwächer bewertet wurden unter anderem die Cardinals, Vikings, Falcons und ganz am Ende die Jacksonville Jaguars. Jacksonville fehlte ein Erstrundenpick, die Klasse wirkt wenig aufregend, und der teure Travis-Hunter-Deal aus dem Vorjahr bleibt ein Risiko.
Fazit: Die Jets gewinnen den Draft auf dem Papier. Ob daraus endlich echter Erfolg wird, entscheidet sich wie immer nicht im April – sondern ab September.

