Netanjahu ordnet harte Angriffe auf Hisbollah im Libanon an

Netanjahu ordnet harte Angriffe auf Hisbollah im Libanon an

Veröffentlicht

Sonntag, 26.04.2026
von Red. TB

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat der Armee befohlen, die Angriffe auf Ziele der Hisbollah im Libanon „mit Nachdruck“ fortzusetzen. Die Anweisung erfolgte nur zwei Tage, nachdem die fragile Waffenruhe zwischen beiden Seiten um drei Wochen verlängert worden war.

Unmittelbar nach dem Befehl kam es erneut zu israelischen Luftangriffen im Süden des Libanon. Bereits am Samstag waren nach libanesischen Angaben bei mehreren Attacken mindestens sechs Menschen getötet worden. Die jüngsten Zwischenfälle zeigen, wie brüchig die Feuerpause weiterhin ist: Zwar ist die Gewalt seit Inkrafttreten des Abkommens zurückgegangen, von einem echten Ende der Kämpfe kann jedoch keine Rede sein.

Laut dem libanesischen Gesundheitsministerium wurden bei einem israelischen Angriff auf einen Lastwagen und ein Motorrad in Yohmor al-Shaqeef im Bezirk Nabatieh vier Menschen getötet. In Safad al-Battikh im Bezirk Bint Jbeil kamen demnach zwei weitere Menschen ums Leben, 17 wurden verletzt.

Die israelische Armee erklärte, sie habe am Samstag drei Hisbollah-Mitglieder in einem mit Waffen beladenen Fahrzeug „eliminiert“, dazu einen weiteren Kämpfer auf einem Motorrad. Zudem seien zwei bewaffnete Mitglieder der Miliz im Litani-Gebiet getötet worden. Israel begründete dies damit, dass diese eine Bedrohung für eingesetzte Soldaten im Süden des Libanon dargestellt hätten.

Später meldete die israelische Armee außerdem ein „verdächtiges Luftziel“ im Raum Malkia und sprach von einem weiteren Verstoß gegen die Waffenruhe.

Die Hisbollah wiederum erklärte laut AFP, sie habe als Reaktion auf den Angriff bei Yohmor al-Shaqeef ein israelisches Militärfahrzeug im Süden des Libanon attackiert.

Nach Netanjahus neuer Anweisung berichtete die libanesische Staatsagentur NNA von weiteren israelischen Angriffen in mehreren Orten der Bezirke Bint Jbeil, Tyros und Nabatieh. Die israelische Armee bestätigte daraufhin, man habe „terroristische Infrastruktur der Hisbollah“ im Süden des Libanon angegriffen. Man werde weiter „entschlossen gegen Bedrohungen für israelische Zivilisten und Soldaten“ vorgehen.

Trotz der Waffenruhe hält Israel weiterhin weite Teile des Südlibanon besetzt und führt dort nach Berichten aus der Region umfangreiche Zerstörungen durch.

Zusätzliche Kritik gibt es wegen eines tödlichen Angriffs auf Medienschaffende. Eine internationale Allianz zur Pressefreiheit bezeichnete Attacken auf Journalisten im Libanon als „inakzeptabel“, nachdem am Mittwoch die libanesische Journalistin Amal Khalil bei einem israelischen Angriff getötet worden war. Die israelische Armee bestreitet, Journalisten gezielt angegriffen zu haben.

Bildnachweis:

jorono (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Sonntag, 26.04.2026

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