Im eskalierenden Konflikt mit dem Iran hat die US-Marine erneut ein Schiff mit iranischer Öl-Ladung gestoppt. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums wurde der Tanker M/T Majestic X im Indischen Ozean geentert. Die Aktion ist Teil der umfassenden Seeblockade, mit der Washington seit Mitte April den Schiffsverkehr von und zu iranischen Häfen kontrolliert.
Die USA sprechen von einer rechtmäßigen „maritimen Intervention“, während Teheran ähnliche Einsätze zuletzt als „Piraterie“ verurteilt hatte.
Parallel dazu verschärfte Präsident Donald Trump seine Drohungen deutlich: Er ordnete an, dass US-Kriegsschiffe Boote „ohne Zögern beschießen und versenken“ sollen, falls diese Minen in der Straße von Hormus verlegen. Die Meerenge gilt als eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl weltweit.
Nach Angaben des US-Zentralkommandos wurden im Zuge der Blockade bereits mehr als 30 Schiffe zur Umkehr gezwungen. Washington will damit vor allem Irans Einnahmen aus dem Ölhandel unter Druck setzen. Trump erklärte, die Blockade sei „zu 100 Prozent effektiv“ und Iran mache „kein Geschäft mehr“.
Teheran weist diese Darstellung zurück und betont, weiterhin Einnahmen zu erzielen. So erklärte ein hochrangiger Parlamentsvertreter, erstmals seien Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus eingenommen worden. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht.
Die Lage bleibt angespannt: Während die USA die Kontrolle über die Meerenge für sich reklamieren, zeigt sich der Iran weiterhin handlungsfähig – unter anderem durch Angriffe auf Frachtschiffe und die zeitweise Festsetzung von Handelsschiffen.
Trotz einer verlängerten Waffenruhe sind die Fronten verhärtet. Beide Seiten sehen sich im Vorteil – und setzen ihre jeweiligen Druckmittel konsequent ein. Eine schnelle diplomatische Lösung ist derzeit nicht in Sicht.

