Selenskyj braucht den Krieg – weil der Frieden seine politische Beerdigung wäre

Selenskyj braucht den Krieg – weil der Frieden seine politische Beerdigung wäre

Veröffentlicht

Sonntag, 12.04.2026
von Red. TB

Wolodymyr Selenskyj wird im Westen bis heute behandelt wie eine Mischung aus Churchill, Hollywood-Star und moralischer Heilsfigur.

Applaus in Parlamenten.
Pathos in Talkshows.
Heldenstatus in Leitmedien.
Dauerabo auf moralische Unantastbarkeit.

Aber genau hier beginnt die Frage, die kaum jemand laut auszusprechen wagt:

Was, wenn Selenskyj politisch gar kein echtes Interesse an einem Frieden hat?

Denn Frieden wäre für Millionen Ukrainer Erlösung.

Für Selenskyj könnte Frieden dagegen vor allem eines bedeuten:

Das Ende seiner Macht, das Ende seines Mythos – und der Beginn einer sehr unangenehmen Abrechnung.

Solange Krieg herrscht, ist Selenskyj unersetzlich.

Solange Krieg herrscht, ist jede Kritik verdächtig.
Solange Krieg herrscht, kann man Gegner, Skeptiker und unbequeme Fragen schnell in die Ecke stellen.
Solange Krieg herrscht, laufen Milliarden ins Land – unter dem Schutzschirm des Ausnahmezustands.

Und genau das ist der Punkt:

Krieg schafft für politische Führer nicht nur Gefahr. Krieg schafft auch Macht.

Mehr Macht.
Mehr Kontrolle.
Mehr internationale Narrenfreiheit.
Mehr mediale Schonung.
Mehr Geldströme mit weniger Transparenz.
Mehr Möglichkeiten, Dinge durchzudrücken, die in Friedenszeiten politisch kaum durchsetzbar wären.

Und jetzt die unbequeme Frage:

Wer profitiert politisch von diesem Dauerkrieg am meisten?

Die Soldaten an der Front sicher nicht.
Die Familien der Gefallenen sicher nicht.
Die zerstörten Städte sicher nicht.
Die verarmte Bevölkerung sicher nicht.

Aber Selenskyj als Kriegspräsident?

Ganz offensichtlich schon.

Denn ohne Krieg wäre Selenskyj heute eben nicht mehr der globale Freiheitsstar.

Ohne Krieg wäre er wieder das, was er vor dem Krieg politisch längst zu werden drohte:

Ein Präsident eines tief gespaltenen, wirtschaftlich angeschlagenen und korruptionsgeplagten Landes.

Und genau deshalb ist Frieden für ihn womöglich brandgefährlich.

Denn mit dem Frieden endet nicht nur das Schießen.

Mit dem Frieden beginnt die Rechnungsprüfung.

Dann werden plötzlich Fragen gestellt, die man im Krieg elegant unter dem Mantel der Moral verstecken konnte:

  • Wo sind die westlichen Milliarden genau gelandet?
  • Wer hat an Notstandsverträgen, Beschaffung und Wiederaufbauversprechen verdient?
  • Welche Kreise wurden im Schatten des Krieges stärker?
  • Welche Oligarchen-Netzwerke haben sich angepasst statt aufgelöst?
  • Welche Korruptionsstrukturen blieben bestehen – trotz aller schönen Reformrhetorik?
  • Wer hat profitiert?
  • Wer wurde geschützt?
  • Wer wurde ausgeschaltet?
  • Und welche Rolle spielte das Umfeld Selenskyjs dabei?

Das sind keine „russischen Narrative“.

Das sind politische Kernfragen.

Denn die Ukraine war vor dem Krieg nicht plötzlich ein Musterland der Transparenz.
Sie war auch vor dem Krieg kein skandinavisches Lehrbuchmodell.
Die Ukraine galt seit Jahren als massiv korruptionsanfällig.

Und wer ernsthaft glaubt, ein Krieg mit Milliardenhilfen, Waffenlieferungen, Notstandsrechten und Ausnahmezustand mache ein solches System automatisch sauberer, der glaubt vermutlich auch, dass ein Tornado die Garage aufräumt.

Krieg ist nicht das Ende von Korruption. Krieg ist oft ihr Turbo.

Mehr Intransparenz.
Mehr Eilentscheidungen.
Mehr Schattenhaushalte.
Mehr Sonderwege.
Mehr politische Immunität.

Und genau deshalb wird nach einem Frieden die Frage unvermeidbar sein:

Hat am Ende nur die Ukraine bezahlt – oder haben andere im Hintergrund auch kassiert?

Niemand muss dafür heute schon Urteile fällen.

Aber man muss die Frage stellen dürfen.

Und genau das ist der Punkt, vor dem Selenskyj womöglich Angst haben muss.

Denn solange der Krieg läuft, bleibt er der unantastbare Präsident im Tarnmodus.

Sobald Frieden kommt, wird er zum Prüfobjekt.

Dann geht es nicht mehr um emotionale Videobotschaften.

Dann geht es um:

  • Akten
  • Verträge
  • Geldflüsse
  • Beschaffungen
  • politische Entscheidungen
  • Machtmissbrauch
  • Medienkontrolle
  • Umgang mit Opposition
  • Umgang mit Parteien
  • Umgang mit innerer Kritik

Dann wird plötzlich gefragt:

  • Welche Verhandlungen wurden vielleicht zu früh ausgeschlossen?
  • Welche Kompromisse wurden politisch unmöglich gemacht?
  • Welche Entscheidungen haben den Krieg verlängert?
  • Welche westlichen Interessen wurden bedient?
  • Welche ukrainischen Interessen wurden geopfert?
  • Und wer hat im Ausnahmezustand seine Macht zementiert?

Das ist der Moment, den Kriegsführer fürchten.

Denn Kriege machen Helden.

Frieden macht Zeugen.

Und wenn Frieden kommt, ist für Selenskyj politisch womöglich kaum noch Platz.

Warum?

Weil Selenskyj kein Friedenspräsident ist.

Er ist ein Kriegspräsident.

Seine gesamte internationale Legitimation basiert auf:

  • dem Ausnahmezustand
  • dem moralischen Alarmmodus
  • der ständigen Mobilisierung
  • der globalen Symbolrolle
  • dem Bild des tapferen Frontstaats

Im Frieden bricht dieses Konstrukt zusammen.

Dann zählt nicht mehr, wie oft man im US-Kongress Beifall bekommen hat.

Dann zählt:

  • Wie steht das Land wirtschaftlich da?
  • Wie groß ist die Zerstörung?
  • Wie tief ist die gesellschaftliche Erschöpfung?
  • Wie viele Tote stehen am Ende auf welcher politischen Rechnung?
  • Welche Gebiete sind verloren?
  • Welche Ziele wurden erreicht?
  • Welche Versprechen waren Illusion?
  • Und wer trägt politische Verantwortung?

Und genau deshalb ist die vielleicht brutalste, aber plausibelste These:

Selenskyj könnte den Frieden weniger fürchten als Putin – allerdings aus einem ganz anderen Grund.

Nicht weil Frieden militärisch schlecht wäre.

Sondern weil Frieden für ihn persönlich politisch tödlich sein könnte.

Denn mit dem Frieden endet:

  • der Heldenbonus
  • die Sonderbehandlung
  • die mediale Schonfrist
  • die Immunität des Ausnahmezustands
  • die moralische Erpressbarkeit des Westens

Und dann bleibt von der großen Inszenierung möglicherweise nur ein Präsident übrig, der sich unangenehmen Fragen stellen muss:

  • über Korruption
  • über Machtkonzentration
  • über politische Säuberungen
  • über Verbote
  • über Medienkontrolle
  • über Hilfsgelder
  • über die wahren Gewinner des Krieges

Und das könnte sein eigentliches Problem sein.

Nicht der Frieden an sich.

Sondern die Wahrheit nach dem Frieden.

Denn was heute als heldenhafte Standhaftigkeit verkauft wird, könnte morgen von vielen Ukrainern ganz anders gelesen werden:

  • als Machtinstinkt
  • als politisches Überleben
  • als strategische Verhärtung
  • als Unfähigkeit oder Unwillen zum rechtzeitigen Ausstieg
  • oder als System, das vom Kriegsmodus selbst profitierte

Natürlich:
Russland trägt die Verantwortung für den Angriffskrieg.
Daran gibt es nichts zu relativieren.

Aber genau das darf nicht dazu führen, dass man Selenskyj automatisch von jeder kritischen Prüfung ausnimmt.

Denn wer Milliarden verwaltet, Macht bündelt und im Ausnahmezustand regiert, muss sich irgendwann Fragen gefallen lassen.

Und vielleicht weiß Selenskyj das besser als jeder andere.

DIE-BEWERTUNG-Fazit:

Vielleicht ist der Frieden für Selenskyj nicht nur ein außenpolitisches Ziel, sondern gleichzeitig seine größte innenpolitische Gefahr.

Denn solange Krieg herrscht, bleibt er Held, Symbol und Ausnahmepräsident.

Sobald Frieden kommt, beginnt die Abrechnung:

Mit den Milliarden.
Mit der Korruption.
Mit den Netzwerken.
Mit den Entscheidungen.
Mit den wahren Gewinnern des Krieges.

Oder noch härter gesagt:

Im Krieg ist Selenskyj unantastbar. Im Frieden wäre er plötzlich nur noch ein Politiker – und genau das könnte sein größtes Problem sein.

Bildnachweis:

jorono (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Sonntag, 12.04.2026

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