Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hat den USA eine klare Abfuhr erteilt: Ein Rücktritt auf Zuruf aus Washington? Nicht mit ihm. In einem Interview machte der Staatschef unmissverständlich klar, dass Kuba sich nicht von Donald Trump und dessen Regierung vorschreiben lassen will, wer auf der Insel regiert.
Als NBC-Moderatorin Kristen Welker wissen wollte, ob er zurücktreten würde, falls die USA das bei Gesprächen verlangen, reagierte Díaz-Canel scharf: „Würden Sie diese Frage auch Trump stellen?“ Ein Satz, der sitzt. Und einer, der deutlich macht, wie groß der Ärger in Havanna über die jüngsten Drohgebärden aus Washington ist.
Díaz-Canel stellte klar: Die politische Führung Kubas wird nicht von den USA bestimmt. Wer in Kuba an der Spitze steht, werde nicht in Washington gewählt und brauche dort auch kein Mandat. Eine direkte Spitze gegen die US-Regierung – und ein klares Signal, dass Havanna trotz massiven Drucks nicht einknicken will.
Der Hintergrund: Zwischen den USA und Kuba laufen derzeit Gespräche über die künftigen Beziehungen. Offiziell geht es zunächst um wirtschaftliche Fragen und mögliche neue Kontakte. Doch aus Washington kommen längst nicht nur diplomatische Töne.
US-Außenminister Marco Rubio hatte erst betont, der „Status quo“ in Kuba sei untragbar. Später legte er noch nach und erklärte offen, Kuba könne sich nur mit neuer Führung wirklich verändern. Die kubanische Wirtschaft sei dysfunktional, die Verantwortlichen hätten keine Lösung – also müssten neue Leute ran, so die Botschaft aus dem Weißen Haus.
Auch Donald Trump macht keinen Hehl daraus, dass er Kuba unter Druck setzen will. Der Präsident fordert, Havanna müsse „einen Deal machen“ und drohte bereits unverhohlen mit einer Art „freundlicher Übernahme“ – wobei selbst er offenließ, ob es wirklich freundlich bleiben würde.
Für viele klingt das weniger nach Diplomatie als nach imperialer Machtdemonstration.
Dabei steckt Kuba ohnehin tief in der Krise. Die USA haben die Insel mit einem faktischen Ölembargo hart getroffen. Lieferungen, die früher unter anderem aus Venezuela kamen, sind massiv eingebrochen. Die Folgen sind dramatisch: Stromausfälle, Versorgungslücken, wirtschaftliche Not – und Krankenhäuser, die um ihre Funktionsfähigkeit kämpfen.
Und genau in dieser Lage erhöht Washington weiter den Druck – politisch wie wirtschaftlich.
Díaz-Canel, der als politischer Ziehsohn von Raúl Castro gilt und fest an den kommunistischen Grundsätzen Kubas festhält, zeigt sich zwar grundsätzlich offen für Gespräche. Aber nur unter einer Bedingung: ohne Erpressung.
Kuba sei bereit, mit den USA über alles zu reden, sagte er. Aber eben nicht unter der Auflage, das eigene politische System umzubauen, nur weil es Washington so passt. Schließlich verlange Kuba umgekehrt auch keine Änderungen am amerikanischen System.
Die Botschaft aus Havanna ist damit glasklar:
Dialog ja – Unterwerfung nein.
Und genau darin liegt der eigentliche Konflikt:
Während Washington von „Wandel“ spricht, klingt vieles in Wahrheit nach einem alten Muster amerikanischer Außenpolitik – Druck, Drohung, wirtschaftliche Strangulierung und dann die Forderung nach politischer Neuordnung.
Díaz-Canel hat darauf jetzt öffentlich geantwortet.
Kurz, scharf und ohne jede Demut.
Kuba verhandelt – aber nicht auf Knien.

