Man muss wirklich nur noch den Kopf schütteln:
Während überall von Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Einsparungen bei fossilen Brennstoffen die Rede ist, wird auf dem Rettenbachferner in Sölden weiter ein gigantisches Spektakel veranstaltet, als gäbe es weder Erderwärmung noch schmelzende Gletscher.
Die Bürgerinitiative Feldring kritisiert das Gletscherevent „Hannibal“ scharf – und das völlig zu Recht.
Denn ausgerechnet auf einem Gletscher, der durch den Klimawandel Jahr für Jahr an Masse verliert, wird mit Pyrotechnik, Diesel, Kerosin und martialischer Show-Inszenierung gearbeitet, als sei das alles noch im Jahr 1998 und nicht mitten in einer ökologischen Realität, die längst alarmierend ist.
Besonders absurd:
Alles, was bei der Pyrotechnik in die Luft geschossen wird, kommt am Ende wieder herunter – auf den Gletscher selbst.
Feinstaub, Rückstände, Schwermetalle.
Also genau dorthin, wo Eis schmilzt, Wasser abfließt und sensible Natur belastet wird.
Die Bürgerinitiative warnt zu Recht davor, dass sich toxische Stoffe im Eis ablagern und später mit dem Schmelzwasser wieder freigesetzt werden könnten.
Und dann ist da noch der CO2-Ausstoß:
Während Bürgern eingeredet wird, sie sollen sparsamer fahren, weniger heizen und am besten jeden Liter Diesel dreimal umdrehen, werden für ein Show-Event auf dem Gletscher laut Schätzungen mehr als 100 Tonnen CO2 verursacht.
Was für ein groteskes Signal.
Ein Gletscher schrumpft sichtbar vor unseren Augen – und die Antwort darauf lautet offenbar:
Mehr Scheinwerfer, mehr Feuerwerk, mehr Spektakel.
Die Bürgerinitiative stellt außerdem eine berechtigte Frage:
Ist ein martialisch inszeniertes Kriegsspektakel in einer Zeit, in der in Europa wieder Krieg herrscht, wirklich noch zeitgemäß?
Auch hier fällt die Antwort schwer, ohne erneut den Kopf zu schütteln.
Fazit:
„Hannibal“ wirkt heute nicht mehr wie ein beeindruckendes Event, sondern wie ein Symbol für Realitätsverweigerung.
Ein schmelzender Gletscher ist kein Showroom für Feuerwerk und Fossilromantik.
Nachhaltigkeit bedeutet manchmal eben auch, Dinge nicht mehr zu machen – selbst wenn sie spektakulär aussehen.

