Google macht Kärnten zum Eislaufparadies – mitten im Hochsommer

Google macht Kärnten zum Eislaufparadies – mitten im Hochsommer

Veröffentlicht

Montag, 06.04.2026
von Red. TB

Wer seinen Sommerurlaub in Kärnten plant und vorher brav auf Google Maps nachschaut, könnte leicht glauben, er habe versehentlich Lappland gebucht. Denn ausgerechnet der Ossiacher See und der Faaker See präsentieren sich auf den Satellitenbildern seit Jahren in ihrer wohl frostigsten Form: zugefroren, verschneit und bereit für Schlittschuhe statt Badehose.

Während rundherum alles nach Postkarten-Sommer aussieht – sattgrüne Wälder, goldene Felder, Urlaubsidylle deluxe – glänzen die beiden Kärntner Seen bei Google weiterhin in edlem Winterweiß. Kurz gesagt: Kärnten hat 30 Grad, Google sagt: Pack lieber die Eispickel ein.

Kein Wunder also, dass in der Tourismusregion Villach langsam die Nerven blank liegen. Dort melden sich immer wieder Gastgeber, deren Gäste irritiert nachfragen, ob der Sommerurlaub vielleicht doch eher ein Survival-Trip auf dem Eis wird.

Tourismuschef Georg Overs nimmt es mit Humor – zumindest nach außen. Er sagt sinngemäß: Natürlich habe man deswegen noch keine Urlauber verloren. Aber man sei eben Perfektionist. Übersetzt heißt das wohl: Wir hätten schon gern, dass unsere Seen auf Google nicht aussehen wie die Vorrunde der Eishockey-WM.

Kärnten lädt Google zum Reality-Check ein

Weil Reden offenbar nichts hilft, griff man in Villach nun zur diplomatischsten aller Waffen: einem charmanten Brief mit Augenzwinkern an die Österreich-Chefin von Google.

Darin bittet man höflich darum, die Bilder doch vielleicht irgendwann einmal in die aktuelle Jahreszeit zu versetzen. Als zusätzliche Überzeugungsmaßnahme gab’s gleich eine Einladung zu einer Heißluftballonfahrt über die Seen. Damit die Google-Chefin mit eigenen Augen sehen kann, dass der Faaker See im Sommer tatsächlich türkis und grün ist – und nicht aussieht wie ein gefrorener Parkplatz.

Ein ziemlich eleganter Move. Andere schicken Beschwerden. Kärnten schickt eine Ballonfahrt.

Google: Ist halt ein Bilder-Mischmasch

Von Google selbst kommt bislang wenig Begeisterung. Offiziell heißt es sinngemäß: Die Kartenbilder seien ein Mosaik aus Satelliten- und Luftaufnahmen verschiedener Anbieter aus unterschiedlichen Jahreszeiten.

Anders gesagt:
Irgendjemand hat irgendwann im Winter fotografiert – und jetzt müssen alle damit leben.

Besonders beruhigend: Landschaften, die sich baulich nicht so schnell verändern, werden laut Google nur etwa alle drei Jahre aktualisiert. Heißt für Kärnten: Der See könnte auch 2027 noch so aussehen, als würde gleich jemand den Christkindlmarkt aufbauen.

Fazit

Der Faaker See und der Ossiacher See sind also nicht dauerhaft zugefroren. Sie sind nur Opfer moderner Technik, die offenbar beschlossen hat:
„Ein See ist ein See – Hauptsache blau oder weiß, wen interessiert schon die Jahreszeit?“

Für Urlauber gilt deshalb weiterhin:
Nicht von Google verwirren lassen.
In Kärnten kann man im Sommer baden.
Auch wenn Maps noch immer glaubt, man sollte besser Schlittschuhe mitnehmen.

Bildnachweis:

KoLa (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Montag, 06.04.2026

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