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Leitartikel "Masterplan zum Leben" vom 8. Juli 2020 von Anita Heubacher


Innsbruck (OTS) Die Bundesregierung sollte rasch eine Strategie entwickeln, wie wir mit dem Virus leben lernen, ohne dass die Lebenslust flöten geht und die Wirtschaft kollabiert. Ein Ansatz:
Kontaktpersonen nicht 14 Tage zu quarantänisieren.

Von Anita Heubacher
Anfang der Woche waren in Österreich wieder mehr als 1000 Corona-Infizierte und damit doppelt so viele wie vor dem Lockdown im März zu verzeichnen. Der große Unterschied ist, dass heute Cluster aufpoppen und es keinen exponentiellen Anstieg mehr gibt.
Wir haben viel gelernt. Wir wissen, dass nicht alle Infizierten krank sind. 85 bis 90 Prozent der Verläufe sind milde, manche haben gar keine Symptome. Wir haben es geschafft, durch Disziplin und harte Strafen bei Verstößen, die Kapazitätsgrenzen in den Spitälern nicht auszureizen. Wir sehen weltweit, was das Virus anrichten kann, vor allem, wenn das Gesundheitssystem nicht gut ist. Wir haben viel gelernt, aber die Hysterie ist fast dieselbe geblieben und mit der lässt es sich schwer leben. Ebensowenig wie mit den dauernden Drohgebärden, die schwer an Erziehungsmethoden für unartige Kinder erinnern. Kaum war die erste Welle ausgestanden, malte man schon die zweite an die Wand. Was wir dringend bräuchten, wäre eine Deeskalation der Darstellung und einen Masterplan, um mit dem Virus zu leben. Auszurotten ist es nicht und bis eine Impfung kommt, haben wir unsere Gesellschaft schon kaputtgemacht.
Inzwischen ist bei vielen die Angst, sich anzustecken, gewichen und die Angst vor dem verordneten Drumherum umso größer geworden. Die Strategie der Bundesregierung vom März gehört dringend überarbeitet und transparent dargestellt, wie man es schaffen will, das Augenmerk nicht „nur“ auf Covid-Erkrankungen zu legen, sondern unser gesellschaftliches Zusammenleben und wirtschaftliches Gedeihen zu garantieren.
Derzeit ist jemand, der mit einem positiv Getesteten mehr als 15 Minuten Kontakt hatte, Kontaktperson der Kategorie I und muss für 14 Tage in Quarantäne. Das war im März die Strategie, das Virus einzubremsen. Ob die heute noch im selben Ausmaß gültig ist wie in Spitzenzeiten, am Beginn der Krise, am Beginn der Lernkurve, ist fraglich. Sie ist aber ganz sicher ein Mittel, um Schulen, Kindergärten und Betriebe lahmzulegen.
Corona hat das Zeug, die Gesellschaft und vor allem die Generationen zu spalten. Das darf die Politik, Stichwort „Lebensgefährder“, nicht auch noch befeuern. Auch wenn die Unvernunft wieder größer wird. Wir werden mit dem Virus leben lernen müssen. Was da hilft, ist nicht das Säulendiagramm im Fernsehen, sondern ein transparenter Masterplan zum Leben.

Rückfragen & Kontakt:

Tiroler Tageszeitung
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