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Für Menschen, die mehr wissen wollen

Denkwerkstatt St. Lambrecht begrüßt die Pflegeinitiative der Bundesregierung


Instrumente der betrieblichen Vorsorge für Pflegefinanzierung öffnen

Wien (OTS) Wir begrüßen ausdrücklich die Initiative der Bundesregierung zur Sicherung der Pflege. Es ist Aufgabe der Gesellschaft, allen Menschen in späten und nur allzu oft schwierigen Jahren ein würdiges Leben zu ermöglichen. Dies kann und darf aber nicht ausschließlich von den Nachkommen getragen werden.

Wir halten einen obligatorischen Einbau der Pflegevorsorge in die Instrumente der betrieblichen Altersvorsorge (Vorsorgekassen, betriebliche Kollektivversicherung, Pensionskassen) für den gangbaren Weg.

Dazu notwendig:

  1. Dass künftig auch Arbeitnehmer ihre Beiträge zur betrieblichen Vorsorge steuerlich absetzten können. Das wäre wichtig, gibt es die steuerliche Absetzbarkeit derzeit doch nur für Beiträge der Arbeitgeber im Ausmaß von bis zu zehn Prozent der Lohn- und Gehaltssumme, was in der Praxis aber fast nie ausgenutzt wird.
  2. Dass für Geringverdiener, bei denen die steuerliche Absetzbarkeit nicht greift, Prämienmodelle, analog zur Zukunftsvorsorge, gefördert werden und zwar bis zu einer festzulegenden Grenze (z.B. Höchstbeitragsgrundlage). Kosten für den Finanzminister entstehen langfristig nicht. Es handelt sich doch um kein Steuergeschenk, die steuerliche Absetzbarkeit bewirkt einen Steueraufschub, d.h. die aus den Beiträgen resultierenden Pensionen würden dann voll versteuert.
  3. Finanzierung eines Grundbeitrags zur Pflegevorsorge durch höhere Besteuerung von Public Bads, etwa durch eine höhere Tabaksteuer (1)  und/oder eine Erhöhung der Abgaben auf Alkohol. Beides hätte einen wünschenswerten Steuerungseffekt ohne Belastung des Bundeshaushalts.
  4. Die aus der Abfertigung neu in den Vorsorgekassen angesammelten Beträge sind in Zukunft nur bei Pensionsantritt beanspruchbar. Ansprüche aus Beiträgen zur Pflegevorsorge — unabhängig davon, wer diese Beiträge finanziert hat (AG, AN, Bund) — werden erst bei Anfall einer (qualifizierten) Pflegleistung einer Verrentung zugeführt.
  5. Es soll auch für jene Personen für die keine Zusage auf eine betriebliche Altersvorsorge besteht, die Möglichkeit geschaffen werden, die aus der Abfertigung neu in den Vorsorgekassen angesammelten Beträge, steuerfrei an Anbieter von betrieblicher Altersvorsorge (bKV, PK) zu übertragen.

(1) 2017: € 1,9 Mrd. https://de.statista.com

Rückfragen & Kontakt:

Gesellschaft für Zukunftssicherung und Altersvorsorge – Denkwerkstatt St. Lambrecht
Prof. Dr. Johannes M. Martinek
Mobil: 0043 664 3145509
j.martinek@denkwerkstatt-stlambrecht.org
www.denkwerkstatt-stlambrecht.org



Quelle

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