Es war wohl die ungewöhnlichste Bürgermeister-Kampagne des Jahres: Reality-TV-Star Spencer Pratt wollte vom roten Teppich direkt ins Rathaus von Los Angeles wechseln. Doch aus dem Traum vom Bürgermeisteramt wird nun nichts.
Nach tagelangem Auszählen der Stimmen steht fest: Die linke Stadträtin Nithya Raman hat Pratt überholt und zieht in die Stichwahl gegen Amtsinhaberin Karen Bass ein.
Für Pratt dürfte das Ergebnis eine Enttäuschung sein. Noch kurz vor der endgültigen Auszählung zeigte sich der frühere MTV-Star optimistisch und hoffte auf einen späten Wahlsieg. Doch die Briefwahlstimmen machten ihm am Ende einen Strich durch die Rechnung.
Vom Reality-TV ins politische Abseits
Bekannt wurde Pratt vor allem durch die Reality-Serie „The Hills“, in der er gemeinsam mit seiner Frau Heidi Montag zu einem der schillerndsten TV-Paare der USA wurde.
Seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt galt von Anfang an als Außenseiterprojekt. Dennoch sorgte Pratt mit scharfer Kritik an der bisherigen Stadtregierung immer wieder für Aufmerksamkeit – insbesondere nach den verheerenden Waldbränden von 2025, bei denen auch sein eigenes Haus zerstört wurde.
Für viele Beobachter war seine Kandidatur eine Mischung aus Protestbewegung, Medienereignis und politischem Experiment.
Nun kommt es zum Duell der Demokratinnen
In der Stichwahl trifft nun die amtierende Bürgermeisterin Karen Bass auf Nithya Raman.
Bass, die seit Jahren zu den bekanntesten Politikerinnen Kaliforniens zählt, kämpft um eine zweite Amtszeit. Ihre Amtsführung wurde vor allem durch die Themen Obdachlosigkeit, Wohnungsnot und den Umgang mit den schweren Waldbränden geprägt.
Ihre Herausforderin Raman positioniert sich deutlich weiter links. Die Stadtplanerin setzt auf mehr bezahlbaren Wohnraum, eine stärkere Bekämpfung der Obdachlosigkeit und wirtschaftliche Impulse für Hollywood.
Los Angeles vor einer Richtungsentscheidung
Die Wahl im November dürfte damit zu einer Grundsatzentscheidung werden: Setzt die Millionenmetropole auf Kontinuität mit Karen Bass oder auf einen deutlich progressiveren Kurs unter Nithya Raman?
Für Spencer Pratt bleibt immerhin die Erkenntnis, dass zwischen Reality-TV und Rathaus offenbar doch noch einige politische Hürden liegen.
Oder wie man in Hollywood sagen würde: Die nächste Staffel kommt bestimmt – nur eben nicht im Bürgermeisterbüro von Los Angeles.


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