35 Millionen Euro Strafe für Nintendo in Frankreich – und das nur, weil die Controller der ersten Switch-Generation offenbar ihrer Zeit voraus waren.
Während andere Hersteller noch an künstlicher Intelligenz tüftelten, hatte Nintendo bereits 2017 die erste Konsole auf den Markt gebracht, deren Controller eigene Entscheidungen treffen konnten. Spielfiguren liefen plötzlich los, bogen ungefragt ab oder stürzten sich mutig in den virtuellen Abgrund. Der Spieler durfte dabei zusehen und lernen, dass Kontrolle manchmal nur eine Illusion ist.
Die französischen Behörden störte allerdings weniger die technische Innovation als die Tatsache, dass Nintendo angeblich etwas spät darüber informiert haben soll. Offenbar hielt man es zunächst nicht für notwendig, Kunden mitzuteilen, dass ihre Controller gelegentlich eigene Karrierepläne verfolgen.
Besonders beeindruckend: Millionen Spieler fragten sich jahrelang, ob sie ungeschickt geworden waren, während die Joy-Cons heimlich ihre Unabhängigkeitserklärung verfassten.
Nintendo betont selbstverständlich, dass die Zahlung von 35 Millionen Euro kein Schuldeingeständnis sei. Natürlich nicht. Man überweist solche Summen schließlich ständig zum Spaß an französische Behörden.
Die eigentliche Tragödie ist jedoch eine andere: Mit der Switch 2 sollen die Controller nun wieder auf ihre Besitzer hören. Damit endet eine Ära technischer Selbstbestimmung.
Die Joy-Cons der ersten Generation werden in die Geschichte eingehen als die einzigen Videospiel-Controller, die ihren Spielern regelmäßig erklärten:
„Danke für deinen Input. Wir haben uns aber für eine andere Richtung entschieden.“


0 Kommentare