Eskalation am Bab al-Mandab: Italien kündigt eigenständigen Schutz seiner Schiffe an

Eskalation am Bab al-Mandab: Italien kündigt eigenständigen Schutz seiner Schiffe an

Veröffentlicht

Freitag, 18.09.2026
von Red. TB

Angesichts der zunehmenden Spannungen rund um die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab will Italien die Durchfahrt italienischer Schiffe notfalls eigenständig militärisch absichern. Verteidigungsminister Guido Crosetto erklärte, sein Land werde dabei nicht auf eine gemeinsame Entscheidung der Europäischen Union warten. Italien verfüge über die notwendigen Fähigkeiten, um seine Schiffe mithilfe der Marine zu schützen.

Crosetto warnte insbesondere vor den wirtschaftlichen Folgen einer längerfristigen Störung des Schiffsverkehrs. Die Meerenge verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und liegt damit an einer der wichtigsten Handelsrouten zwischen Europa und Asien. Eine Blockade oder die wachsende Gefahr von Angriffen könnte Reedereien zu erheblich längeren Ausweichrouten zwingen. Nach Ansicht des italienischen Verteidigungsministers dürften langsame politische und bürokratische Entscheidungsprozesse die ohnehin angespannte Situation nicht zusätzlich verschärfen.

Auslöser der wachsenden Sorge sind die eskalierenden Kämpfe zwischen den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen, den jemenitischen Regierungstruppen und Saudi-Arabien. Bei jüngsten Angriffen im Jemen und in Saudi-Arabien wurden mindestens fünf Menschen getötet. Nach Angaben des saudischen Zivilschutzes kam in der Region Taif östlich von Mekka ein Mensch durch herabfallende Trümmerteile einer abgeschossenen Huthi-Drohne ums Leben.

Der von den Huthis betriebene Fernsehsender Almasirah berichtete unterdessen von vier Toten im Jemen, darunter drei Kinder. Sie seien bei Angriffen jemenitischer Regierungseinheiten und der saudischen Armee getötet worden. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht.

Die Huthis hatten bereits im Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und danach wiederholt Ziele im Königreich angegriffen. In der vergangenen Woche brachte die Miliz im Zuge einer schnellen Offensive große Teile der jemenitischen Küste an der Meerenge Bab al-Mandab unter ihre Kontrolle. Seitdem haben die gegenseitigen Angriffe deutlich zugenommen. Saudi-Arabien warf den Huthis zudem vor, mit einer Drohne auf die für Muslime heilige Stadt Mekka gezielt zu haben. Die Rebellen bestritten den Vorwurf und bezeichneten ihn als Lüge.

Die Ereignisse besitzen nicht nur regionale, sondern auch internationale Bedeutung. Eine Einschränkung der Schifffahrt durch den Bab al-Mandab könnte den Handel zwischen Asien und Europa beeinträchtigen, Lieferketten verzögern und Transportkosten erhöhen. Italiens angekündigter Alleingang zeigt, dass einzelne europäische Staaten angesichts der unmittelbaren wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Risiken nicht länger auf eine abgestimmte EU-Reaktion warten wollen.

Parallel dazu bleiben auch die Spannungen zwischen dem Iran und den USA hoch. Dennoch dürfen Vertreter des Iran zur hochrangigen Woche der UNO-Generalversammlung nach New York reisen. Nach Angaben des US-Außenministeriums erhält eine Kerndelegation die erforderliche Einreisegenehmigung, muss sich jedoch an strenge Reise- und Einkaufsbeschränkungen halten.

So dürfen iranische Delegierte bestimmte Luxusgüter und andere Waren nur mit vorheriger Genehmigung des US-Außenministeriums erwerben. Dazu zählen unter anderem Lederwaren, Uhren, Schmuck, Schuhe, Kosmetik, Parfüm und elektronische Geräte, sofern deren Wert mehr als 1.000 Dollar pro Stück beträgt. Auch Mitgliedschaften und Einkäufe bei Großhandelsketten wie Costco, Sam’s Club oder BJ’s sind genehmigungspflichtig.

Als Sitzstaat der Vereinten Nationen sind die USA grundsätzlich verpflichtet, ausländischen Delegationen den Zugang zu UNO-Veranstaltungen zu ermöglichen. Die auferlegten Beschränkungen verdeutlichen jedoch das weiterhin belastete Verhältnis zu Teheran. Zugleich spielt der Iran als Unterstützer der Huthi-Rebellen eine wichtige Rolle in dem Konflikt, der inzwischen auch die Sicherheit einer der bedeutendsten internationalen Schifffahrtsrouten bedroht.

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rapplw (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Freitag, 18.09.2026

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