Formel 1 2027: Mehr Sprints, zwei Comebacks – und ausgerechnet Monaco bekommt noch ein Rennen

Formel 1 2027: Mehr Sprints, zwei Comebacks – und ausgerechnet Monaco bekommt noch ein Rennen

Veröffentlicht

Donnerstag, 17.09.2026
von Red. TB

Portugal und die Türkei sind zurück, zehn Sprintwochenenden stehen im Kalender und selbst in Monaco gibt es künftig noch mehr Rennaction: Die Formel 1 hat ihren Fahrplan für 2027 vorgestellt.

Die Formel 1 kennt offenbar nur noch eine Richtung: mehr.

Mehr Rennen gehen bei 24 Grands Prix kaum noch in den Kalender? Kein Problem. Dann gibt es eben mehr Rennen innerhalb der Rennwochenenden.

2027 steigt die Zahl der Sprints von sechs auf zehn. Damit findet bei fast jedem zweiten Grand Prix zusätzlich das rund 100 Kilometer lange Kurzrennen statt.

Die Formel 1 begründet den Ausbau mit der Beliebtheit des Formats. Nach ihren eigenen Zahlen liegt die Gesamtzuschauerzahl an Sprintwochenenden zwölf Prozent über jener normaler Grand-Prix-Wochenenden.

Für Traditionalisten bedeutet das allerdings: Wer den guten alten Freitag mit ausgiebigem Training liebt, muss künftig häufiger Abschied nehmen.

Ein Sprint in Monaco – ernsthaft?

Die größte Überraschung wartet ausgerechnet dort, wo Überholen traditionell ungefähr so einfach ist wie ein Möbeltransport durch ein geöffnetes Seitenfenster:

Monte Carlo.

2027 bekommt Monaco erstmals einen Sprint.

Damit erleben die Fans im Fürstentum zwei Qualifyings und zwei Rennen an einem Wochenende. Die Formel 1 verweist vor allem auf die spektakulären Qualifyingrunden zwischen den Leitplanken.

Ob der zusätzliche Sprint auch zusätzliche Überholmanöver produziert, wird man sehen.

Vielleicht überholt jemand.

Vielleicht sogar zwei.

Wir wollen schließlich nicht übermütig werden.

Erstmals einen Sprint bekommen außerdem Bahrain, Australien, Japan und Abu Dhabi. Hinzu kommen Kanada, Großbritannien, Italien, Brasilien und Katar.

Besonders auffällig: Schon drei der ersten vier Rennwochenenden werden Sprintveranstaltungen sein. Auch am Saisonende wird kräftig gesprintet.

Portimao ist wieder da

Eine Nachricht dürfte dagegen bei vielen Fans für echte Freude sorgen: Portugal kehrt zurück.

Am 20. Juni gastiert die Formel 1 wieder in Portimao. Der spektakuläre Kurs an der Algarve war während der Corona-Jahre 2020 und 2021 eingesprungen und verschwand anschließend wieder aus dem Kalender.

Nun kommt er für mindestens zwei Jahre zurück.

Portimao gehört mit seinen starken Höhenunterschieden zu jenen modernen Strecken, bei denen man im Fernsehen tatsächlich erkennt, dass eine Rennstrecke nicht zwingend auf einem vollkommen ebenen Parkplatz gebaut werden muss.

Auch Istanbul feiert sein Comeback

Das zweite Comeback heißt Istanbul Park.

Die Türkei erhält am 3. Oktober ihren Grand Prix zurück. Die Strecke bleibt vorbehaltlich der erforderlichen FIA-Homologation im Kalender; grundsätzlich besteht bereits ein Fünfjahresvertrag bis einschließlich 2031.

Besonders Kurve acht besitzt unter Formel-1-Fans beinahe Kultstatus: eine schnelle, langgezogene Mehrfach-Linkskurve, die Fahrer und Reifen ordentlich beschäftigt.

Damit verschwinden allerdings auch zwei bekannte Namen aus dem Kalender: Zandvoort und Barcelona sind 2027 nicht mehr dabei. Spanien bleibt mit dem neuen Grand Prix in Madrid vertreten.

Spielberg bleibt klassisch

Österreich darf am Wochenende vom 9. bis 11. Juli ran.

Und am Red-Bull-Ring passiert 2027 etwas beinahe Revolutionäres:

ein ganz normales Formel-1-Wochenende.

Kein Sprint.

Einfach Training, Qualifying und Grand Prix.

Fast schon Retro.

Start in Bahrain, Finale in Abu Dhabi

Los geht die Saison am 14. März in Bahrain, nachdem dort bereits vom 24. bis 27. Februar die Testfahrten stattfinden.

Danach folgen Saudi-Arabien, Australien, Japan und China.

Über Miami und Kanada zieht der Formel-1-Zirkus anschließend nach Europa. Nach der Sommerpause folgen unter anderem Monza, Madrid, Baku und Istanbul.

Das Finale steigt am 12. Dezember in Abu Dhabi.

Damit erstreckt sich die Saison erneut über fast zehn Monate.

Für Fahrer und Mechaniker bedeutet das: viel reisen.

Für Fans bedeutet es: sehr viele Sonntage vor dem Fernseher.

Und für Liberty Media vermutlich vor allem:

sehr viele Sendeminuten.

Die Formel 1 wird endgültig zur Dauerveranstaltung

Sportlich ist der Sprintausbau durchaus relevant.

Bei einem Sprint gibt es Punkte für die ersten acht Fahrer – vom Sieger mit acht Punkten bis zu einem Punkt für Platz acht. Gleichzeitig schrumpft die Trainingszeit, weil an einem Sprintwochenende nur ein freies Training übrig bleibt.

Fehler können damit schneller teuer werden.

Das könnte gerade zu Saisonbeginn interessant werden: Bahrain, Australien und Japan gehören zu den ersten vier Veranstaltungen und bekommen allesamt einen Sprint.

Wer sein Auto im Winter nicht verstanden hat, erhält also weniger Zeit zum gemütlichen Herumprobieren.

2027 wird voll

Der Kalender zeigt ziemlich deutlich, wohin sich die Formel 1 entwickelt.

24 Grands Prix.

Zehn Sprints.

Portimao zurück.

Istanbul zurück.

Monaco mit Sprint.

Und eine Saison von März bis Dezember.

Wer früher behauptete, ein Grand Prix am Sonntag sei der Höhepunkt eines Formel-1-Wochenendes, muss sich langsam umgewöhnen.

Die moderne Formel 1 möchte möglichst an drei Tagen etwas bieten, das Punkte, Startplätze oder Pokale produziert.

Ob zehn Sprints sportlich wirklich besser sind als sechs, darüber werden Fans wahrscheinlich noch leidenschaftlich diskutieren.

Aber eines steht bereits fest:

Über zu wenig Formel 1 wird sich 2027 garantiert niemand beschweren können.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bildnachweis:

Nolde (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Donnerstag, 17.09.2026

Diebewertung Netzwerk

Weitere Portale

Crowdinvesting Shop

Samstagszeitung - Wochenzeitung Verbraucherschutzforum Berlin

Archiv