International sorgen derzeit mehrere politische und wirtschaftliche Entwicklungen für Aufmerksamkeit: Die USA verschärfen ihren Druck auf den Iran und nehmen dabei erstmals auch eine große russische Bank ins Visier. Gleichzeitig widersprechen Washington und Teheran einander bei einem Zwischenfall mit einem Öltanker in der Straße von Hormus. In Ungarn kündigt die neue Regierung Änderungen am umstrittenen LGBTQ-Gesetz an, während in der Ukraine ein Korruptionsskandal zur Entlassung des Generalstaatsanwalts geführt hat.
Die US-Regierung hat Sanktionen gegen die russische VTB Bank verhängt. Nach Angaben des US-Außenministeriums soll die zweitgrößte Bank Russlands dem Iran geholfen haben, bestehende Sanktionen zu umgehen, Beziehungen zu bereits sanktionierten iranischen Banken unterhalten und Vermögenswerte in Milliardenhöhe transferiert haben. Sämtliche Vermögenswerte der VTB in den USA werden eingefroren, Geschäfte mit der Bank untersagt. Bereits zuvor hatten die USA die türkische Golden Global Bank wegen mutmaßlicher Transaktionen zugunsten der iranischen Revolutionsgarde sanktioniert.
Zusätzliche Spannungen gibt es in der Straße von Hormus. Das US-Militär widerspricht der Darstellung Irans, wonach der Öltanker „El Gaia“ nach einer Minenkollision explodiert sei. Nach Angaben des US-Zentralkommandos wurde das Schiff bereits im vergangenen Monat von einer iranischen Rakete getroffen und am Wochenende erneut mit einer Drohne angegriffen. Die iranische Revolutionsgarde erklärte hingegen, der Tanker sei auf Minen gestoßen. Gleichzeitig beharrt Teheran darauf, die Straße von Hormus zu kontrollieren und nur eine nördliche Route entlang der iranischen Küste als sicher anzusehen.
In Ungarn will die neue Regierung unter Ministerpräsident Peter Magyar zentrale Teile des umstrittenen LGBTQ-Gesetzes ändern. Bestimmungen, die die Darstellung von Homosexualität oder Geschlechtsänderungen gegenüber Minderjährigen einschränkten, sollen gestrichen werden. Künftig soll sich das Gesetz allgemein gegen Inhalte richten, die die Entwicklung von Kindern ernsthaft beeinträchtigen könnten – unabhängig von der sexuellen Orientierung. Der Europäische Gerichtshof hatte das bisherige Gesetz zuvor als Verstoß gegen EU-Recht bewertet.
Auch in der Ukraine sorgt ein Korruptionsfall für Unruhe. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko entlassen. Hintergrund sind Ermittlungen zu einem Geldwäschenetzwerk, das betrügerische Callcenter geschützt haben soll. Krawtschenko weist die Vorwürfe zurück und befindet sich nach eigenen Angaben inzwischen im Ausland. Zugleich kündigte er rechtliche Schritte gegen den Chef der ukrainischen Antikorruptionsbehörde NABU an.


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