Der nigerianische Milliardär Aliko Dangote bringt einen Teil seiner Ölraffinerie an die Börse und startet damit den bislang größten Aktienverkauf Afrikas. Über den Börsengang sollen bis zu 2,1 Milliarden US-Dollar eingesammelt werden.
Zum Verkauf stehen rund drei Prozent der Dangote-Raffinerie. Nach Angaben des Unternehmers sollen dadurch auch gewöhnliche Nigerianer die Möglichkeit erhalten, sich am wirtschaftlichen Erfolg des Projekts zu beteiligen.
Die Raffinerie nahm 2024 die Produktion auf und gehört zu den größten Anlagen ihrer Art weltweit. Heute deckt sie nach Angaben des Unternehmens mehr als 70 Prozent des nigerianischen Energieverbrauchs.
Das Interesse in der Bevölkerung ist groß. Bereits mit zehn Aktien können Anleger einsteigen. Der Mindestbetrag liegt bei umgerechnet rund vier US-Dollar. Der Börsengang läuft einen Monat.
Experten warnen jedoch davor, die Risiken zu unterschätzen. Aktienkurse könnten fallen, weshalb insbesondere unerfahrene Anleger nur Geld investieren sollten, auf das sie mehrere Jahre verzichten können. Gleichzeitig wird vor Betrügern gewarnt, die versuchen könnten, vom großen öffentlichen Interesse zu profitieren.
Für Nigeria hat die Raffinerie besondere Bedeutung. Das Land ist der größte Ölproduzent Afrikas, musste jedoch über viele Jahre einen erheblichen Teil seiner Kraftstoffe importieren, weil eigene Raffineriekapazitäten fehlten.
Die Anlage in der Lekki Free Zone nahe Lagos wurde bereits 2013 angekündigt. Der Bau begann 2017 und verzögerte sich unter anderem durch die Corona-Pandemie. Für das Projekt mussten enorme Flächen erschlossen werden, unter anderem durch die Aufschüttung von rund 65 Millionen Kubikmetern Sand.
Die Raffinerie kann derzeit etwa 650.000 Barrel Rohöl pro Tag verarbeiten und zählt damit zu den größten Anlagen weltweit.
Mit dem Geld aus dem Börsengang soll die Kapazität künftig weiter ausgebaut und nach Unternehmensangaben langfristig sogar verdoppelt werden.
Dangote selbst verfügt laut Forbes über ein Vermögen von rund 28 Milliarden US-Dollar. Sein Reichtum stammt vor allem aus dem Zement- und Zuckergeschäft, das er in zahlreiche afrikanische Staaten ausgeweitet hat.


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