Jahrzehntelang beste Freundinnen – dann enthüllte ein DNA-Test ihr Familiengeheimnis

Jahrzehntelang beste Freundinnen – dann enthüllte ein DNA-Test ihr Familiengeheimnis

Veröffentlicht

Sonntag, 13.09.2026
von Red. TB

Es klingt wie die Handlung eines Bollywood-Films: Zwei in Indien geborene Frauen werden als Babys von unterschiedlichen Familien adoptiert, wachsen nur wenige Kilometer voneinander entfernt in den Niederlanden auf, lernen sich als Teenager kennen – und entdecken Jahrzehnte später durch einen DNA-Test, dass sie leibliche Schwestern sind.

Meena Geltink und Minal Tijssen wurden Anfang der 1980er-Jahre in Mumbai geboren und kurz nach ihrer Geburt aus zwei verschiedenen Waisenhäusern von niederländischen Familien adoptiert.

Zum ersten Mal begegneten sie sich Anfang ihrer Teenagerzeit bei einem Treffen für Adoptivkinder. Schon damals fiel Freunden sofort auf, wie ähnlich sich die beiden sahen.

Meena erinnert sich noch genau an diesen Moment. Beide hätten die gleiche Nase gehabt, ähnlich gelacht und sogar ähnliche Bewegungen gemacht. Obwohl es keinerlei Hinweis auf eine verwandtschaftliche Beziehung gab, fühlten sie sich sofort miteinander verbunden.

Sie tauschten Telefonnummern und Adressen aus, schrieben sich jahrelang Briefe über Schule, Freunde, erste Beziehungen, Musik und das Erwachsenwerden. Dabei nannten sie sich gegenseitig schon damals scherzhaft „Sis“ – Schwester.

Was sie nicht wussten: Genau das waren sie tatsächlich.

Vor rund 15 Jahren verloren sich die beiden jedoch aus den Augen. Minal zog nach Frankreich, Meena bekam ihr erstes Kind, und der Kontakt brach langsam ab.

2017 entschied sich Meena erstmals für einen DNA-Test. Doch jahrelang gab es keinen passenden Treffer. Anfang 2026 löschte sie die App sogar von ihrem Handy, weil sie Speicherplatz benötigte.

Dann kam am 20. Mai plötzlich eine Facebook-Nachricht.

„Erinnerst du dich an mich?“, schrieb Minal.

Sie hatte wenige Wochen zuvor ebenfalls einen DNA-Test gemacht und schickte Meena einen Screenshot des Ergebnisses.

Meena installierte die App sofort wieder. Vor Aufregung gab sie nach eigenen Angaben mehrfach das falsche Passwort ein.

Dann erschien das Ergebnis: vollständige Schwestern. Gleiche biologische Mutter, gleicher biologischer Vater.

Für Meena war es überwältigend. Sie habe geweint und sofort das Gefühl gehabt, endlich das fehlende Puzzleteil ihres Lebens gefunden zu haben. Ihre jahrelange Intuition habe sich bestätigt.

Im August trafen sich die beiden erstmals wieder – diesmal mit dem Wissen, tatsächlich Schwestern zu sein. Das Wiedersehen war von Tränen, Umarmungen und Lachen geprägt.

„Es fühlte sich an wie nach Hause kommen“, beschreibt Meena den Moment.

Inzwischen telefonieren die beiden fast jeden zweiten Tag. Sie haben die Partner, Kinder, Geschwister und Adoptiveltern der jeweils anderen kennengelernt. Familienmitglieder staunen darüber, wie ähnlich sie sich bewegen, sprechen und sogar gegenseitig ihre Sätze beenden.

Noch immer können beide kaum begreifen, dass die Freundin aus ihrer Jugend all die Jahre ihre leibliche Schwester war.

Nun haben Meena und Minal einen gemeinsamen Wunsch: Sie möchten zusammen nach Indien reisen und durch die Straßen von Mumbai gehen – genau dorthin, wo ihre gemeinsame Geschichte vor mehr als vier Jahrzehnten begann.

Ein Gedanke bleibt allerdings bittersüß. Beide bedauern, dass sie während schwieriger Lebensphasen nicht wussten, dass sie tatsächlich Familie waren.

Heute aber wissen sie es.

Sie waren erst Freundinnen, dann verloren sie sich aus den Augen – und am Ende brachte ein DNA-Test zwei Schwestern wieder zusammen, die sich eigentlich schon ihr ganzes Leben gesucht hatten.

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Bessi (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Sonntag, 13.09.2026

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