Die militärische Lage im Nahen Osten verschärft sich weiter. Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben einen saudi-arabischen Armeestützpunkt in Scharurah mit Drohnen und Raketen angegriffen. Ziel seien Waffendepots sowie Kommando- und Kontrollzentren gewesen. Saudi-Arabien meldete zwei Verletzte durch Beschuss aus dem Jemen.
Gleichzeitig haben die Huthis ihre Position am Roten Meer deutlich ausgebaut. Nach einem groß angelegten Vormarsch gegen die jemenitischen Regierungstruppen kontrolliert die Miliz nach Angaben der Regierung inzwischen die gesamte Küste am Roten Meer und damit auch die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab. Diese zählt zu den bedeutendsten Seewegen für den internationalen Handel.
Bereits Ende Juli hatten die Huthis eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Seitdem griffen sie mehrfach saudi-arabische Öltanker und Energieanlagen an. Riad unterstützt im Gegenzug die jemenitische Regierung und reagierte mit Luftangriffen auf Ziele der Huthis.
Auch im Persischen Golf bleibt die Lage angespannt. Das US-Zentralkommando Centcom teilte mit, dass amerikanische Streitkräfte innerhalb von zwei Monaten rund 100 Handelsschiffe im Rahmen der Blockade iranischer Häfen gestoppt hätten. Nach US-Angaben habe kein Schiff die Blockade ohne Genehmigung passieren können.
Seit den gemeinsamen Angriffen der USA und Israels auf den Iran ist die Straße von Hormus praktisch nicht mehr frei passierbar. Der Iran blockiert die Meerenge weitgehend und greift regelmäßig US-Stützpunkte sowie Energieinfrastruktur in verbündeten Golfstaaten an. Die USA wiederum attackieren iranische Öltanker. Die Folge sind erhebliche Störungen bei Öl- und Gastransporten und stark gestiegene Energiepreise.
Vor diesem Hintergrund haben die elf BRICS-Staaten bei ihrem Gipfel in Neu-Delhi zu „maximaler Zurückhaltung“ aufgerufen. China, Russland, Iran und weitere Mitglieder warnten vor einer weiteren Eskalation und äußerten „tiefe Besorgnis“ über Angriffe auf zivile Infrastruktur und Atomanlagen.
Die Erklärung zeigt, wie groß der diplomatische Druck inzwischen geworden ist. Gleichzeitig bleiben die militärischen Fronten am Roten Meer und im Persischen Golf hochgefährlich – mit direkten Folgen für Welthandel, Energieversorgung und regionale Sicherheit.


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