Der erste Schnee kommt – nur weiß noch niemand so genau, wann

Der erste Schnee kommt – nur weiß noch niemand so genau, wann

Veröffentlicht

Samstag, 12.09.2026
von Red. TB

Der Sommer ist kaum aus der Tür, da wird in den USA bereits wieder über Schnee gesprochen. Und während viele Amerikaner vermutlich noch überlegen, wann sie die Klimaanlage endgültig ausschalten können, hat der Farmers’ Almanac schon einmal eine Karte veröffentlicht, die verrät, wann wo mit den ersten weißen Flocken zu rechnen sein könnte.

Die kurze Antwort lautet: Im Norden ziemlich bald. Im Süden irgendwann. Vielleicht.

Offiziell hat der Herbst noch nicht einmal begonnen, doch in einigen Teilen der Vereinigten Staaten könnte der erste Schnee bereits an diesem Wochenende fallen. Bislang blieb die Saison weitgehend weißfrei. Lediglich am Mount Bachelor im US-Bundesstaat Oregon gab es Anfang September bereits eine dünne Schneeschicht.

Das könnte sich nun ändern.

Für die höheren Lagen an der Rocky Mountain Front in Montana besteht laut National Weather Service eine 40-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass mindestens vier Zoll – also gut zehn Zentimeter – Schnee zusammenkommen. Die Meteorologen sprechen bereits vom möglicherweise ersten „signifikanten Schneefall“ der Saison 2026/27.

Auch in den Cascade Mountains und den Olympic Mountains im Nordwesten könnten Gipfel und Bergkämme am Wochenende eine erste dauerhaftere Portion Schnee abbekommen.

Der Farmers’ Almanac schaut schon einmal in Richtung Winter

Passend dazu hat der traditionsreiche Farmers’ Almanac seine Übersicht über den typischen Zeitpunkt des ersten messbaren Schneefalls in den Vereinigten Staaten veröffentlicht.

Das klingt zunächst verdächtig nach jener Jahreszeit, in der Wetterpropheten beginnen, anhand verschiedenster Methoden vorherzusagen, ob im Dezember Schneeschaufeln oder Regenschirme benötigt werden.

Ganz so spektakulär ist es allerdings nicht.

Der Almanach weist selbst darauf hin, dass seine Karte keine Vorhersage für einen konkreten Schneesturm darstellt. Sie soll vielmehr zeigen, wann in den einzelnen Regionen aufgrund langjähriger Erfahrungen üblicherweise der erste messbare Schnee fällt.

Mit anderen Worten: Wer aufgrund der Karte schon einmal Schneeketten montiert, handelt möglicherweise etwas voreilig.

Montana, Idaho und Wyoming können schon im September weiß werden

Am frühesten trifft es traditionell die Hochlagen im Westen und Nordwesten der USA.

In den Bergen von Montana, Idaho, Washington und Wyoming kann der erste Schnee bereits im August oder September fallen.

Der Farmers’ Almanac mahnt allerdings zur Zurückhaltung bei vorschnellen Wintergefühlen. Ein Schneefall in den Bergen im September bedeute keineswegs, dass der Winter nun dauerhaft eingezogen sei.

Oft verschwinde die weiße Pracht schon wenige Tage später wieder, sobald mildere Luft zurückkehrt.

Der amerikanische Winter kann eben schon einmal einen Trailer zeigen, bevor der eigentliche Film beginnt.

Im Norden wird es im Oktober ernst

Für die Northern Plains, Teile des Upper Midwest und den Nordosten wird der erste messbare Schnee häufig zwischen Oktober und Anfang November erwartet.

Dazu gehören unter anderem Teile von Oregon, Washington, Idaho, Montana und Wyoming sowie Minnesota, North Dakota, South Dakota und Wisconsin.

Vor allem in den nördlichen Rocky Mountains, den Northern Plains und im oberen Mittleren Westen wird Schnee im Oktober zunehmend normal.

Das deckt sich recht gut mit langfristigen Daten der amerikanischen Wetter- und Ozeanbehörde NOAA.

Teile von Idaho, Montana, North Dakota, Minnesota und Wyoming können demnach bereits bis Mitte Oktober ihren ersten Schnee erleben. Gegen Ende Oktober erweitert sich das typische Schneegebiet unter anderem auf Colorado, South Dakota, Utah, Wisconsin sowie Teile von Maine, Vermont und New Hampshire.

Für Bewohner dieser Regionen gilt somit: Wer im Oktober noch überzeugt in Shorts das Haus verlässt, macht das auf eigenes Risiko.

November: Jetzt wird es für deutlich mehr Amerikaner weiß

Im November wandert die typische Schneegrenze weiter nach Süden und Osten.

Dann kommen unter anderem die Great Lakes, die zentralen Rocky Mountains und Teile des Binnenlandes im Nordosten hinzu.

Betroffen sind beispielsweise Regionen in Colorado, Utah, Nevada, New Mexico, Nebraska, Iowa, Illinois, Indiana, Ohio, Michigan, Wisconsin, Pennsylvania und New York.

Auch höher gelegene Gebiete in North Carolina, Tennessee, Virginia und West Virginia können zu dieser Zeit ihren ersten messbaren Schnee bekommen.

Der November ist damit gewissermaßen jener Monat, in dem Winter in weiten Teilen der USA nicht mehr als theoretische Möglichkeit, sondern als zunehmend lästige Alltagserfahrung betrachtet werden muss.

Ende November und Dezember: Der große Rest folgt

In den Central Plains, im Ohio Valley, im Inneren der Mid-Atlantic-Staaten sowie in tiefer gelegenen Gebieten des Nordwestens dauert es meist etwas länger.

Dort fällt der erste messbare Schnee häufig erst zwischen Ende November und Dezember.

Das betrifft unter anderem Teile von Kalifornien, Nevada, Utah, Colorado, New Mexico, Nebraska, Kansas, Oklahoma und Texas sowie Missouri, Illinois, Indiana, Ohio, Pennsylvania, Maryland, Delaware, New Jersey und mehrere Bundesstaaten im Südosten.

Allerdings schwankt der genaue Zeitpunkt erheblich.

Manche Orte bekommen bereits im November Schnee, während andere bis Dezember warten müssen – oder dürfen, je nachdem, wie innig das persönliche Verhältnis zum Schneeschaufeln ist.

Und der Süden? Schnee mit Überraschungseffekt

Ganz anders sieht es im Deep South, an der Golfküste, im unteren Südosten und in den Wüstenregionen des Südwestens aus.

Dort fällt Schnee meistens erst im Dezember oder Januar.

Wenn überhaupt.

Teile von Kalifornien, Arizona, New Mexico, Texas, Louisiana, Mississippi, Alabama, Georgia, Florida sowie North und South Carolina können komplette Winter ohne messbaren Schnee erleben.

Gerade deshalb sorgt er dort regelmäßig für umso größere Aufmerksamkeit, wenn er doch einmal auftaucht.

Ein paar Zentimeter Schnee, die in Minnesota kaum jemanden vom Frühstück abhalten würden, können in Atlanta schließlich schon deutlich mehr Gesprächsstoff produzieren.

Dass solche Überraschungen keineswegs ausgeschlossen sind, zeigte bereits der vergangene Winter: Selbst Georgia erlebte mehrere Winterstürme, und auch Atlanta bekam Schnee ab.

Ein nasser Winter mit „Schnee, Graupel und Überraschungen“

Für den kommenden Winter erwartet der Farmers’ Almanac insgesamt überdurchschnittlich feuchte Bedingungen in weiten Teilen der Vereinigten Staaten.

Das Motto klingt entsprechend amerikanisch optimistisch: „Schnee, Graupel und Überraschungen“.

Im Norden werden kurze, kräftige Phasen mit Schnee und Kälte erwartet. Im Nordosten könnte sich dagegen jener meteorologische Cocktail einstellen, den Pendler besonders lieben: Regen, Graupel, Eis und schwerer Nassschnee.

Für den Süden prognostiziert der Almanach eine aktive Sturmroute. Von Südkalifornien und dem Südwesten über Texas und die Golfküste bis in den Südosten könnten deshalb überdurchschnittlich feuchte Bedingungen auftreten.

Und wie verlässlich ist das Ganze?

Das ist natürlich die entscheidende Frage.

Bei langfristigen Winterprognosen empfiehlt sich grundsätzlich eine gewisse Gelassenheit. Selbst der Farmers’ Almanac bezeichnet seine Karte zum ersten Schneefall ausdrücklich als klimatologische Orientierung und nicht als Vorhersage eines konkreten Wetterereignisses.

Immerhin stimmen viele der dargestellten Zeiträume recht gut mit langfristigen Daten offizieller Wetterstellen überein.

Für Delaware erwartet der Almanach den ersten messbaren Schnee beispielsweise zwischen Ende November und Dezember. Der langjährige Mittelwert für Wilmington liegt laut dem Klimatologen des Bundesstaates beim 15. Dezember.

Auch für Michigan nennt der Almanach überwiegend den November – ebenfalls ungefähr jener Zeitraum, den langjährige regionale Wetterdaten zeigen.

Die Karte sagt also weniger: „Am 3. November um 14.37 Uhr beginnt es zu schneien.“

Sie sagt eher: „Ungefähr ab jetzt sollten Sie nicht mehr vollkommen überrascht sein.“

Und vielleicht ist das ohnehin die vernünftigere Form der Wintervorhersage.

Denn der erste Schnee kommt ziemlich sicher.

Nur hält sich das Wetter traditionell eher selten an Veröffentlichungstermine von Almanachen.

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PublicDomainPictures (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
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