11. September 2001 – Der Tag, an dem sich die Welt veränderte

11. September 2001 – Der Tag, an dem sich die Welt veränderte

Veröffentlicht

Freitag, 11.09.2026
von Red. TB

Ich weiß noch, wo ich an diesem Tag war. Ich weiß noch, wie ich vor dem Fernseher saß. Und ich weiß noch, dass mir irgendwann die Tränen kamen.

Es war der 11. September 2001.

Zunächst sah man einen brennenden Turm des World Trade Centers in New York. Ein Flugzeug war hineingeflogen. Unfall, dachte man vielleicht im ersten Moment. Ein schrecklicher Unfall, aber eben ein Unfall.

Dann kam das zweite Flugzeug.

Um 9:03 Uhr New Yorker Zeit flog United Airlines 175 in den Südturm.

Millionen Menschen auf der ganzen Welt sahen es im Fernsehen.

Auch ich.

In diesem Augenblick war klar: Das war kein Unfall. Amerika wurde angegriffen.

Ich erinnere mich noch heute an dieses Gefühl. An diese Mischung aus Fassungslosigkeit, Angst und der Erkenntnis, dass das, was wir gerade auf dem Bildschirm sahen, größer war als New York, größer als Amerika.

Das konnte die Welt verändern.

Heute, 25 Jahre später, wissen wir:

Es hat die Welt verändert.

Bilder, die man nicht vergessen kann

Menschen standen an den Fenstern der brennenden Türme.

Andere sprangen in die Tiefe, weil hinter ihnen Feuer und Rauch waren.

Unten liefen Feuerwehrleute und Polizisten in die Gebäude hinein, während Tausende Menschen versuchten herauszukommen.

Dann, um 9:37 Uhr, die nächste Nachricht: Ein weiteres entführtes Flugzeug war in das Pentagon geflogen.

Amerikas wirtschaftliches Symbol brannte.

Amerikas militärisches Zentrum war getroffen.

Und niemand wusste, was als Nächstes passieren würde.

Dann stürzte der Südturm ein.

Ich konnte kaum glauben, was ich sah.

Dieses riesige Gebäude, das für viele von uns zur selbstverständlichen Silhouette New Yorks gehörte, verschwand innerhalb von Sekunden.

Menschen rannten vor einer gewaltigen Staubwolke davon.

Kurze Zeit später brach auch der Nordturm zusammen.

Es waren Bilder, für die man damals kaum Worte fand.

Und irgendwann kamen mir die Tränen.

Nicht weil ich jemanden in den Türmen kannte.

Sondern weil man plötzlich begriff, dass dort gerade Tausende Menschen um ihr Leben kämpften. Menschen, die morgens zur Arbeit gegangen waren. Menschen, die in einem Flugzeug saßen. Feuerwehrleute, Polizisten, Familienväter, Mütter, Töchter und Söhne.

Fast 3.000 Menschen wurden an diesem Tag ermordet.

19 Terroristen veränderten die Welt

Hinter den Anschlägen stand das Terrornetzwerk al-Qaida um Osama bin Laden.

19 Terroristen hatten vier Passagierflugzeuge entführt.

American Airlines Flug 11 traf den Nordturm.

United Airlines Flug 175 den Südturm.

American Airlines Flug 77 wurde in das Pentagon gesteuert.

Im vierten Flugzeug, United Airlines Flug 93, geschah etwas Außergewöhnliches.

Passagiere hatten über Telefonate erfahren, was in New York passiert war. Sie begriffen, dass auch ihr Flugzeug als Waffe benutzt werden sollte.

Sie kämpften zurück.

Die Maschine stürzte in Pennsylvania ab, bevor sie ihr mutmaßliches Ziel in Washington erreichen konnte.

Niemand an Bord überlebte.

Aber diese Menschen verhinderten wahrscheinlich einen weiteren Anschlag.

Danach begann eine andere Welt

Am Abend des 11. September konnte niemand wissen, welche Folgen dieser Tag haben würde.

Heute kennen wir sie.

Die USA erklärten den „War on Terror“.

Wenige Wochen später begann der Krieg in Afghanistan. Die Taliban wurden gestürzt, weil Afghanistan al-Qaida und Osama bin Laden einen Rückzugsraum geboten hatte.

Aus einem zunächst nachvollziehbaren Kampf gegen die Verantwortlichen von 9/11 entwickelte sich ein Krieg, der zwanzig Jahre dauern sollte.

Dann kam 2003 der Irakkrieg.

Dabei muss man bis heute einen entscheidenden Punkt festhalten:

Saddam Hussein und der Irak waren nicht für die Anschläge des 11. September verantwortlich.

Doch ohne die Angst und das politische Klima nach 9/11 ist kaum vorstellbar, dass dieser Krieg in dieser Form möglich geworden wäre.

Die behaupteten irakischen Massenvernichtungswaffen wurden nicht gefunden.

Saddam Hussein wurde gestürzt. Der Irak aber versank über Jahre in Gewalt und Instabilität. Neue Terrororganisationen entstanden. Aus al-Qaida im Irak entwickelte sich schließlich ein Umfeld, aus dem später der sogenannte Islamische Staat hervorging.

Die Geschichte hatte begonnen, sich fortzuschreiben.

Auch unsere Freiheit veränderte sich

9/11 veränderte nicht nur Kriege.

Der Anschlag veränderte unseren Alltag.

Wer heute durch die Sicherheitskontrolle eines Flughafens geht, erlebt noch immer Folgen dieses Tages.

Cockpittüren wurden verstärkt. Kontrollen verschärft. Passagierdaten intensiver überprüft. Geheimdienste erhielten neue Möglichkeiten. Überwachung wurde ausgeweitet.

Guantánamo entstand.

Terrorverdächtige wurden verschleppt und in geheimen Gefängnissen festgehalten. Verhörmethoden wie Waterboarding wurden eingesetzt.

Damit entstand eine Frage, die mich rückblickend fast ebenso beschäftigt wie der Anschlag selbst:

Wie weit darf eine Demokratie gehen, um sich gegen ihre Feinde zu verteidigen, ohne dabei ihre eigenen Werte zu beschädigen?

Auch Deutschland war näher dran, als wir damals ahnten

Für uns in Deutschland schien New York an diesem Vormittag weit entfernt.

Später erfuhren wir, wie nah ein Teil der Geschichte tatsächlich gewesen war.

Mehrere der Attentäter hatten zuvor in Hamburg gelebt.

Mohammed Atta, der das erste Flugzeug in das World Trade Center steuerte, hatte in Deutschland studiert.

Die sogenannte Hamburger Zelle gehörte zum Umfeld der Vorbereitung.

Plötzlich war klar:

Internationaler Terrorismus war nicht irgendwo weit weg entstanden.

Teile seines Netzwerkes hatten mitten unter uns existiert.

Die Welt nach dem 11. September

25 Jahre sind vergangen.

Osama bin Laden wurde 2011 von amerikanischen Spezialkräften in Pakistan getötet.

Amerika zog 2021 aus Afghanistan ab.

Die Taliban kehrten an die Macht zurück.

Der Irakkrieg hinterließ tiefe Wunden.

Millionen Menschen wurden durch die Kriege nach 9/11 vertrieben. Hunderttausende starben unmittelbar durch die Gewalt der nachfolgenden Konflikte. Billionen Dollar wurden ausgegeben.

Und noch immer streiten wir darüber, welche Reaktionen notwendig waren – und welche Fehler gewesen sind.

Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis nach einem Vierteljahrhundert:

Die Terroristen bestimmten, was am 11. September geschah.

Aber die Staaten bestimmten, was danach geschah.

Das darf man nicht miteinander verwechseln.

Ich sehe die Bilder noch heute

Wenn ich heute Aufnahmen vom 11. September sehe, ist das Gefühl wieder da.

Der zweite Einschlag.

Die brennenden Türme.

Die Menschen an den Fenstern.

Die Feuerwehrleute auf dem Weg nach oben.

Der Einsturz.

Die Staubwolke über Manhattan.

Und diese ungläubige Stille vor dem Fernseher.

Damals dachte ich:

Dieser Tag kann die Welt verändern.

Heute wissen wir, dass er es getan hat.

Er hat Kriege ausgelöst und politische Entscheidungen ermöglicht, deren Folgen bis heute spürbar sind. Er hat unser Verständnis von Sicherheit verändert. Er hat Überwachung verändert. Er hat das Fliegen verändert. Er hat das Verhältnis zwischen Freiheit und Sicherheit verändert. Und er hat das politische Verhältnis zwischen dem Westen und Teilen der islamischen Welt über Jahrzehnte geprägt.

Aber vielleicht sollten wir uns 25 Jahre später nicht nur daran erinnern, was Terroristen angerichtet haben.

Wir sollten uns auch an die Menschen erinnern.

An diejenigen, die morgens in ihr Büro gingen und nie wieder nach Hause kamen.

An die Passagiere der vier Flugzeuge.

An Feuerwehrleute und Polizisten, die in die Türme hineinliefen, während alle anderen herausliefen.

An die Passagiere von Flug 93, die wussten, dass sie wahrscheinlich sterben würden – und trotzdem handelten.

Fast 3.000 Menschen hatten am Morgen des 11. September 2001 Pläne für den Abend, für die kommende Woche, für Weihnachten, für ihr weiteres Leben.

Dann kamen 19 Männer und nahmen ihnen diese Zukunft.

Vielleicht ist das nach all den politischen Analysen, Kriegen und Diskussionen die wichtigste Erinnerung.

Der 11. September ist Weltgeschichte.

Aber bevor er Weltgeschichte wurde, war er eine menschliche Tragödie.

Und für diejenigen von uns, die damals vor dem Fernseher saßen, bleibt er einer jener seltenen Tage, bei denen man auch Jahrzehnte später noch genau weiß, wie es sich angefühlt hat, als man begriff:

Die Welt, die wir gestern kannten, wird morgen eine andere sein.

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Bildnachweis:

RobVanDerMeijden (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Freitag, 11.09.2026

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