Fehlende Thrombosevorsorge trug zum Tod von Lady Joan Branson bei

Fehlende Thrombosevorsorge trug zum Tod von Lady Joan Branson bei

Veröffentlicht

Donnerstag, 10.09.2026
von Red. TB

Eine unzureichende medikamentöse Vorsorge hat nach Einschätzung einer britischen Gerichtsmedizinerin zum Tod von Lady Joan Branson beigetragen. Die Ehefrau des Unternehmers Sir Richard Branson starb am 24. November vergangenen Jahres im Alter von 80 Jahren nach einem Herzstillstand in einem privaten Krankenhaus im Londoner Stadtteil Chelsea.

Wie die gerichtliche Untersuchung ergab, hatte Lady Joan während ihres Aufenthalts im Lister Hospital keine vorbeugenden gerinnungshemmenden Medikamente erhalten. Dabei bestand bei ihr ein besonders hohes Risiko für die Bildung gefährlicher Blutgerinnsel.

Sturz führte zur Einlieferung ins Krankenhaus

Lady Joan war am 17. November in das Krankenhaus aufgenommen worden. Einige Wochen zuvor war sie auf Necker Island gestürzt, einer Privatinsel auf den Britischen Jungferninseln, die ihrem Ehemann gehört. Aufgrund ihrer Verletzung und der damit verbundenen eingeschränkten Beweglichkeit erhöhte sich die Gefahr einer tiefen Venenthrombose erheblich.

Bei einer tiefen Venenthrombose bildet sich meist in den Beinen ein Blutgerinnsel. Löst sich dieses und gelangt über den Blutkreislauf in die Lunge, kann es dort ein Blutgefäß verschließen. Eine solche Lungenembolie kann innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden.

Nach den Ergebnissen der Untersuchung starb Lady Joan an einer Lungenembolie, die infolge einer tiefen Venenthrombose entstanden war.

Besonders hohes Thromboserisiko

Der Hämatologe Dr. George Adams erklärte vor dem Westminster Coroner’s Court, Lady Joan habe ein außerordentlich hohes Risiko für Blutgerinnsel gehabt. Zu den wichtigsten Risikofaktoren hätten ihre eingeschränkte Beweglichkeit und die Folgen des erlittenen Bruchs gehört.

Trotz dieser Gefährdung erhielt sie während ihres gesamten Krankenhausaufenthalts keine vorbeugende Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten. Solche Arzneimittel sollen verhindern, dass sich gefährliche Blutgerinnsel bilden.

Der aufnehmende Arzt, Dr. Basir Kunduzi, hatte am Tag der Einlieferung zudem keine vollständige Bewertung des Blutungsrisikos vorgenommen. Eine solche Prüfung ist wichtig, um abzuwägen, ob und in welcher Form eine Behandlung mit Blutverdünnern erfolgen kann.

Kunduzi erklärte während der Untersuchung, der Todesfall habe ihn dazu gebracht, seine eigene Rolle kritisch zu hinterfragen. Außerdem sei ihm dadurch erneut bewusst geworden, wie entscheidend eine klare und zuverlässige Kommunikation innerhalb eines medizinischen Teams sei.

Tod wäre wahrscheinlich vermeidbar gewesen

Die leitende Gerichtsmedizinerin Professor Fiona Wilcox kam zu dem Ergebnis, dass die fehlende medikamentöse Thrombosevorsorge wahrscheinlich zum Tod von Lady Joan beigetragen habe. Bei einer rechtzeitigen Behandlung wäre die tödliche Lungenembolie ihrer Einschätzung nach vermutlich verhindert worden.

Gleichzeitig stellte die Gerichtsmedizinerin ausdrücklich klar, dass es sich nicht um einen Fall vollständiger Vernachlässigung gehandelt habe. Lady Joan sei medizinisch behandelt worden. Entscheidend sei jedoch gewesen, dass eine wichtige vorbeugende Maßnahme unterblieb.

Sir Richard Branson würdigte seine Frau nach ihrem Tod als den leuchtenden Mittelpunkt der Familie. Lady Joan und der britische Unternehmer waren seit 1989 verheiratet. Ihr Tod löste auch außerhalb der Familie große Anteilnahme aus.

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RobVanDerMeijden (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Donnerstag, 10.09.2026

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