Österreich und die Welt: Die wichtigsten Nachrichten der vergangenen zwölf Stunden

Österreich und die Welt: Die wichtigsten Nachrichten der vergangenen zwölf Stunden

Veröffentlicht

Mittwoch, 09.09.2026
von Red. TB

In Wien steht die geplante Bundesstaatsanwaltschaft nach massiver Kritik vor einer grundlegenden Überarbeitung. Im zweimonatigen Begutachtungsverfahren gingen 846 Stellungnahmen zum Gesetzesentwurf der Dreierkoalition ein.

Justizministerin Anna Sporrer erklärte, die Rückmeldungen hätten einen deutlichen Änderungsbedarf gezeigt. Die neue Behörde müsse wirksam vor politischer Einflussnahme geschützt werden, wenn sie die Bezeichnung „unabhängig“ tatsächlich verdienen solle.

Einen großen Teil der Kritik führte Sporrer auf jene Verfassungsbestimmungen zurück, die vom Bundeskanzleramt ausgearbeitet worden waren. Besonders umstritten sind das Bestellungsverfahren, die Zusammensetzung der Auswahlkommission und die parlamentarischen Kontrollmöglichkeiten.

Die geplante Weisungsspitze soll aus drei Personen bestehen. Während der bisherige Entwurf eine sechsjährige Amtszeit vorsieht, spricht sich Sporrer für mindestens neun Jahre aus. Dadurch soll die Bestellung deutlicher von den Legislaturperioden und damit vom unmittelbaren Einfluss wechselnder politischer Mehrheiten getrennt werden.

Nach dem Willen der Ministerin darf das Parlament keine Kandidaten an der Auswahlkommission vorbei nominieren. Gleichzeitig müssten Blockaden und Pattsituationen verhindert werden. Parlamentarische Anfragen sollen sich zudem nur auf abgeschlossene Verfahren beziehen, damit laufende Ermittlungen nicht gefährdet werden.

Eine besondere Ministeranklage für Mitglieder der Bundesstaatsanwaltschaft lehnt Sporrer ab. Als Beamte würden sie bereits der dienst- und disziplinarrechtlichen Kontrolle durch den Obersten Gerichtshof unterliegen.

Die Bundesregierung veröffentlichte außerdem neue Zahlen zur digitalen Identität. Demnach wurden inzwischen rund 6,3 Millionen Registrierungen für die ID Austria vorgenommen. Während einer zweimonatigen Servicetour kamen etwa 270.000 neue Anmeldungen hinzu.

Österreichische Wirtschaft

Neue Konjunkturdaten unterstreichen, dass Österreichs wirtschaftliche Erholung weiterhin schwach ausfällt. Im zweiten Quartal 2026 schrumpfte die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent. Österreich war damit nach den veröffentlichten Vergleichsdaten das einzige EU-Land mit einem Rückgang, während die Eurozone insgesamt um 0,6 Prozent und die gesamte Europäische Union um 0,7 Prozent wuchsen.

Auch die Beschäftigung stagnierte. Gleichzeitig belasten hohe Energiepreise, geopolitische Konflikte und ein zunehmender Preisdruck die Aussichten. Der Krieg im Nahen Osten und Ölpreise nahe der Marke von 100 US-Dollar könnten die Inflation erneut verstärken und die Produktionskosten österreichischer Unternehmen erhöhen.

Positiv entwickelte sich dagegen der Außenhandel im ersten Halbjahr. Statistik Austria meldete Zuwächse bei den grenzüberschreitenden Warenbewegungen. Eine breite konjunkturelle Erholung lässt sich daraus jedoch noch nicht ableiten.

Bei den Wohnungsmieten wurde im zweiten Quartal ebenfalls ein weiterer leichter Anstieg verzeichnet. Damit bleibt die Belastung der privaten Haushalte hoch, obwohl sich die allgemeine Teuerung gegenüber früheren Spitzenwerten abgeschwächt hat.

Österreichischer Fußball

Für den LASK begann die europäische Saison mit einer knappen Niederlage. Die Linzer verloren ihr Auftaktspiel gegen AEK Athen mit 0:1. Die Entscheidung fiel durch einen direkt verwandelten Freistoß von Răzvan Marin in der ersten Halbzeit. Trotz eigener Bemühungen gelang dem österreichischen Vertreter kein Ausgleich.

In der österreichischen Bundesliga und beim Nationalteam fanden während des betrachteten Zeitraums keine bedeutenden Spiele statt. Das ÖFB-Team bereitet sich auf den Beginn der Nations League vor. Am 24. September empfängt Österreich Israel in Linz, drei Tage später folgt an gleicher Stelle das Heimspiel gegen den Kosovo.

Der ÖFB berichtete außerdem über internationale Einsätze österreichischer Unparteiischer. Schiedsrichter Semler wurde für eine Begegnung der UEFA Youth League angesetzt. Zudem begann das U15-Nationalteam mit einem neuen Trainer und einem neuen Spielerjahrgang seine Vorbereitung.

International startete die Champions League mit mehreren prominenten Ergebnissen. Borussia Dortmund setzte sich mit 3:2 gegen Villarreal durch, Real Madrid gewann 2:1 gegen Inter Mailand und Manchester City besiegte den FC Porto dank zweier Treffer von Erling Haaland mit 2:0.

Die Welt

Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut mit Raketen und Drohnen angegriffen. Nach Angaben der ukrainischen Behörden wurden mindestens fünf Menschen getötet und fast 30 verletzt. Beschädigt wurden Wohnhäuser, eine Schule, eine Klinik, ein Studentenwohnheim, Lagerhallen und das Gebäude eines Fernsehsenders.

Auch in mehreren weiteren Regionen der Ukraine wurden Angriffe gemeldet. Russland erklärte, militärische und logistische Einrichtungen ins Visier genommen zu haben. Die Ukraine forderte ihre Partner erneut auf, zusätzliche Flugabwehrsysteme und Abfangraketen bereitzustellen.

Zuvor hatten amerikanische Unterhändler Gespräche in Kiew und Moskau geführt. Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete einige der vorgelegten Vorschläge als konstruktiv, betonte jedoch, dass diplomatische Bemühungen zu greifbaren Ergebnissen führen müssten. Ein Durchbruch im Streit um die besetzten Gebiete wurde nicht erzielt.

Im Nahen Osten hat sich der Krieg weiter ausgeweitet. Die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen griffen mehrere Städte in Saudi-Arabien mit Raketen und Drohnen an. Dabei wurden mehr als 70 Menschen verletzt und Energieanlagen beschädigt. Gleichzeitig attackierten US-Streitkräfte weitere iranische Öltanker.

Der Iran kündigte als Reaktion eine neue maritime Sperrzone in der Straße von Hormus an und drohte mit weiteren Angriffen. Die zunehmende Eskalation treibt die Ölpreise nach oben und verschärft weltweit die Sorgen vor neuen Inflationsschüben.

Parallel dazu verhängten die USA weitere Sanktionen gegen den iranischen Luftfahrtsektor. Die Strafmaßnahmen betreffen iranische Fluggesellschaften sowie internationale Unternehmen und Vermittler, die Teheran beim Erwerb von Flugzeugen, Ersatzteilen und Technologie unterstützen sollen.

In Großbritannien führte eine technische Störung bei der Flugsicherung NATS zu massiven Problemen im Luftverkehr. Zahlreiche Flüge an Flughäfen wie Heathrow, Gatwick und Edinburgh wurden gestrichen oder verspätet abgefertigt. Obwohl der technische Fehler behoben wurde, dürfte der entstandene Rückstau noch länger zu Beeinträchtigungen führen.

Auch der Handelsstreit zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten verschärfte sich. Kanada führte Gegenzölle von bis zu 50 Prozent auf amerikanische Waren ein. Betroffen sind unter anderem Stahl, Aluminium, Milchprodukte, Kleidung und Haushaltsgeräte.

Der japanische Brauereikonzern Sapporo reagierte bereits auf die neuen Handelsbarrieren. Das Unternehmen will einen Teil seiner bisher in Kanada angesiedelten Produktion in die USA verlagern, um die hohen Einfuhrabgaben zu vermeiden.

Die vergangenen zwölf Stunden waren damit vor allem von drei Entwicklungen geprägt: Österreich ringt um eine unabhängige Bundesstaatsanwaltschaft und eine wirtschaftliche Erholung, der LASK startet mit einer Niederlage in den Europacup, und international verschärfen sich gleichzeitig militärische Konflikte und Handelsstreitigkeiten.

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GregBulmash (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Mittwoch, 09.09.2026

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