Österreichische Bundesliga: Der LASK vorne, Salzburg wieder gefährlich und bei der Austria brennt es

Österreichische Bundesliga: Der LASK vorne, Salzburg wieder gefährlich und bei der Austria brennt es

Veröffentlicht

Samstag, 05.09.2026
von Red. TB

In der österreichischen Bundesliga ist an diesem Wochenende offiziell Pause.

Inoffiziell gibt es natürlich keine Pause.

Denn wenn gerade keine Meisterschaft gespielt wird, kommt der ÖFB-Cup und erinnert die Bundesligisten daran, dass ein Dorfplatz mit 2.000 Zuschauern manchmal gefährlicher sein kann als ein Europacupabend.

Nach fünf Meisterschaftsspielen sieht die Lage jedenfalls ziemlich eindeutig aus.

Der LASK führt mit der maximalen Ausbeute von 15 Punkten.

Salzburg folgt mit 13 Punkten.

Rapid liegt nach vier Siegen und einer Niederlage mit zwölf Punkten auf Rang drei.

Sturm Graz hält bei acht Zählern.

Und ganz unten sitzt ausgerechnet Austria Wien mit drei Punkten und betrachtet die Tabelle vermutlich nur noch aus sicherer Entfernung.

Der LASK ist derzeit das Maß der Dinge

Fünf Spiele.

Fünf Siege.

Der amtierende Meister aus Linz marschiert auch durch die neue Saison.

Beim jüngsten Nachtragsspiel gegen den WAC gewann der LASK trotz anfänglicher Schwierigkeiten 3:1 und hält saisonübergreifend mittlerweile bei neun Bundesliga-Siegen in Folge.

Und als wäre das nicht genug, wartet kommende Woche auch noch die Champions League.

Der LASK startet am Dienstag bei AEK Athen.

Mit Sasa Kalajdzic steht außerdem ein prominenter Rückkehrer im Kader, wobei Trainer Dietmar Kühbauer keinen Grund sieht, ihn nach seiner Verletzungshistorie sofort über 90 Minuten zu jagen.

Das dürfte vermutlich die vernünftigste Entscheidung sein, die man bei einem österreichischen Klub derzeit treffen kann.

Vorher muss allerdings noch der Cup erledigt werden.

Am Samstag geht es zum Deutschlandsberger SC.

Auf dem Papier Pflicht.

Im Cup weiß man allerdings, dass dieser Satz meistens unmittelbar vor Problemen fällt.

Salzburg erinnert plötzlich wieder an Salzburg

Noch beeindruckender als der Tabellenführer wirkte zuletzt allerdings Red Bull Salzburg.

Die Mannschaft von Danny Röhl zerlegte Rapid am Mittwoch mit 5:1.

Haris Tabakovic traf bereits nach vier Minuten und legte später noch einmal nach. Nach 21 Minuten stand es schon 3:0.

Rapid durfte anschließend ungefähr eine Stunde darüber nachdenken, warum man überhaupt nach Salzburg gefahren war.

Salzburg hat inzwischen vier Siege und ein Unentschieden aus fünf Ligaspielen und liegt nur zwei Punkte hinter dem LASK.

Vor allem aber sieht die Mannschaft erstmals seit längerer Zeit wieder nach jenem Salzburg aus, bei dem Gegner früher schon auf der Autobahn überlegt haben, ob ein 0:2 nicht eigentlich ein akzeptables Ergebnis wäre.

Unter Röhl ist Salzburg in zehn Pflichtspielen ungeschlagen.

Die letzten großen Ergebnisse lauteten 3:0 gegen Mjällby, 4:1 gegen Austria Wien und 5:1 gegen Rapid.

Das dürfte auch beim LASK registriert worden sein.

Rapid hat seinen ersten ordentlichen Dämpfer

Rapid war zuvor perfekt gestartet.

Vier Ligaspiele, vier Siege.

Dann kam Salzburg.

Und plötzlich stand da ein 1:5.

Aus dem schönsten Saisonstart seit Jahren wurde innerhalb von 90 Minuten die Erkenntnis, dass Euphorie im Fußball ein ziemlich leicht verderbliches Produkt ist.

Trotzdem steht Rapid mit zwölf Punkten weiterhin ausgezeichnet da.

Ein einziges schlechtes Spiel macht noch keine Krise.

Es war allerdings ein ziemlich schlechtes Spiel.

Am Samstag wartet im Cup auswärts Austria Klagenfurt.

Gerade nach der Salzburger Abreibung wird interessant sein, ob Rapid sofort wieder die gewohnte Stabilität findet.

Austria Wien: Jetzt wird es wirklich unangenehm

Ganz anders ist die Lage bei der Wiener Austria.

Vier Niederlagen in fünf Ligaspielen gab es für die Veilchen seit Bestehen der Bundesliga noch nie.

Nach dem 1:4 in Salzburg folgte im Nachtragsspiel gegen die WSG Tirol auch noch ein 0:1 zu Hause.

Trainer Stephan Helm spricht öffentlich von Zusammenhalt.

Fußballfans wissen:

Wenn ein Trainer im September besonders häufig das Wort „Zusammenhalt“ benötigt, läuft meistens nicht alles optimal.

Die Austria steht mit gerade einmal drei Punkten auf dem letzten Tabellenplatz.

Und jetzt kommt der Cup.

Am Samstag geht es zum Regionalligisten Traiskirchen.

Normalerweise wäre das ein netter Ausflug nach Niederösterreich.

Im aktuellen Zustand ist es eine Partie, bei der sich niemand bei Austria Wien vorstellen möchte, was bei einer Niederlage anschließend in Favoriten los wäre.

Das Spiel wird ab 17.30 Uhr live in ORF 1 übertragen.

Altach und Ried erledigen ihre Aufgaben eindrucksvoll

Zwei Bundesligisten haben ihre Cupaufgaben bereits am Freitagabend erledigt.

Und zwar ziemlich deutlich.

Altach schoss Bischofshofen mit 7:0 aus dem Bewerb.

Bereits zur Pause stand es 5:0.

Ousmane Diawara traf doppelt, auch Neuzugang Rodney Elongo-Yombo durfte sich über sein erstes Tor im Altacher Trikot freuen.

Auch die SV Ried hatte wenig Lust auf Cupdrama.

Die Innviertler gewannen das oberösterreichische Duell gegen Wallern/St. Marienkirchen mit 5:1.

Nach einer knappen Viertelstunde begann Ried ernst zu machen, zur Pause war die Partie mit 4:0 praktisch entschieden.

Stefan Schwab legte nach der Pause noch das fünfte Tor nach.

Damit stehen Altach und Ried bereits im Achtelfinale.

Der GAK legt personell noch einmal nach

Auch vom GAK gibt es eine aktuelle Personalentscheidung.

Die Grazer verpflichteten den 29-jährigen Mittelfeldspieler Christopher Cvetko.

Er unterschrieb einen Vertrag für ein Jahr und bringt mehr als 130 Bundesliga-Einsätze mit.

Zuletzt spielte Cvetko unter anderem für Blau-Weiß Linz und Austria Klagenfurt.

Trainer Gerald Scheiblehner erhofft sich von ihm vor allem Erfahrung, Robustheit und zusätzliche Energie im Mittelfeld.

Für den GAK ist Verstärkung durchaus willkommen.

Nach fünf Spieltagen stehen die Grazer bei lediglich vier Punkten.

Sturm wartet auf den nächsten Schritt

Sturm Graz liegt mit acht Punkten auf Rang vier.

Das ist ordentlich, aber nach dem sportlichen Anspruch der Grazer noch kein Grund, Sektflaschen zu bestellen.

Im Cup wartet am Samstag Voitsberg.

Auch hier gilt:

Sturm ist klarer Favorit.

Und genau deshalb kann es eigentlich nur unangenehm werden.

Ein Wochenende ohne Bundesliga – aber keineswegs ohne Druck

Die Meisterschaft macht also kurz Pause, die Probleme der Vereine nicht.

Der LASK muss zeigen, dass er zwischen Champions-League-Euphorie und Cupalltag konzentriert bleibt.

Salzburg wirkt plötzlich wieder wie ein echter Titelkandidat.

Rapid muss das 1:5 aus den Kleidern bekommen.

Sturm versucht, den Anschluss an die ersten drei nicht zu verlieren.

Und Austria Wien benötigt dringend ein Erfolgserlebnis, bevor aus einem schlechten Saisonstart eine ausgewachsene Trainerdiskussion wird.

Die Tabelle nach fünf Spielen sagt jedenfalls bereits einiges:

LASK 15. Salzburg 13. Rapid 12. Sturm 8. Austria Wien 3.

Das ist noch keine Meisterschaftsentscheidung.

Aber besonders in Favoriten dürfte man inzwischen froh sein, dass die Tabelle wenigstens nicht größer gedruckt wird.

Nach dem Cup geht es am kommenden Wochenende mit der sechsten Bundesligarunde weiter. Dann wartet unter anderem Sturm Graz gegen den LASK, während Salzburg in Ried und Rapid beim WAC antreten.

Spätestens danach werden wir wissen, ob der LASK wirklich davonzieht – oder ob Salzburg den österreichischen Fußball wieder in jene alte Ordnung zurücksortiert, die man gerade erst überwunden glaubte.

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jarmoluk (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Samstag, 05.09.2026

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