„Days of Thunder“ ist zurück – und plötzlich fühlt sich 1990 wieder ganz nah an

„Days of Thunder“ ist zurück – und plötzlich fühlt sich 1990 wieder ganz nah an

Veröffentlicht

Sonntag, 30.08.2026
von Red. TB

Es gibt Filmnachrichten, über die man sich freut.

Und dann gibt es Nachrichten, die einen für einen Moment tatsächlich wieder jünger werden lassen.

„Days of Thunder“ bekommt eine Fortsetzung. Tom Cruise kehrt als Cole Trickle zurück.

Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Original. Mehr als drei Jahrzehnte nach röhrenden Motoren, Daytona, Rivalität, Geschwindigkeit und diesem ganz besonderen Hollywood-Gefühl, das man heute fast nur noch mit einer bestimmten Zeit verbindet.

Für Fans des Films ist das nicht einfach irgendeine Fortsetzung.

Es ist die Rückkehr einer Figur, von der viele wahrscheinlich längst glaubten, sie nie wieder auf der großen Leinwand zu sehen.

Tom Cruise bestätigte das Projekt selbst. Auf einem Foto steht er gemeinsam mit Anne Hathaway am Daytona International Speedway neben einem Stockcar. Auf dem Wagen: der Name Cole Trickle. Dazu „Days of Thunder“ und „Summer 2028“.

Man muss das Original geliebt haben, um zu verstehen, was allein dieser Name auslösen kann.

Cole Trickle fährt wieder.

Fast vier Jahrzehnte später geht die Geschichte weiter

Paramount plant den Kinostart für den 2. Juni 2028. Der Film soll für IMAX produziert werden.

Cruise übernimmt erneut die Rolle, die er 1990 geprägt hat. Anne Hathaway soll eine Teambesitzerin und Ingenieurin spielen. Regie führt Jonathan Levine, während unter anderem Cruise selbst und Jerry Bruckheimer produzieren.

Über die Handlung wissen wir bislang wenig.

Und vielleicht ist das sogar gut so.

Denn die spannendste Frage braucht im Moment noch keine Antwort:

Was ist aus Cole Trickle geworden?

Der junge, wilde Fahrer von damals kann 2028 nicht einfach derselbe Mann sein.

Er muss älter geworden sein. Er muss gewonnen und verloren haben. Vielleicht hat er längst aufgehört zu fahren. Vielleicht steht er nur noch an der Boxenmauer. Vielleicht braucht es etwas – oder jemanden –, der in ihm noch einmal dieses alte Feuer weckt.

Genau darin könnte die große Chance dieser Fortsetzung liegen.

Nicht einfach das Jahr 1990 zu kopieren.

Sondern zu erzählen, was aus einem Mann geworden ist, dessen Leben einmal nur aus Geschwindigkeit bestand.

Damals war da dieser junge Fahrer, der unbedingt gewinnen wollte

Das Original hatte alles, was ein großes Motorsportdrama braucht.

Cole Trickle kommt aus dem Formelsport und soll plötzlich in der NASCAR bestehen. Er besitzt Talent, Selbstbewusstsein und beinahe grenzenlosen Ehrgeiz.

Aber NASCAR funktioniert nach anderen Regeln.

Und dann ist da Harry Hogge.

Robert Duvall spielt jenen erfahrenen Crew Chief, der Trickle nicht nur erklärt, wie man ein Stockcar fährt, sondern ihm langsam beibringt, dass Geschwindigkeit allein noch keinen großen Rennfahrer ausmacht.

Dann kommt Rowdy Burns.

Die Rivalität.

Der Unfall.

Die Angst.

Und Dr. Claire Lewicki, gespielt von Nicole Kidman, die Cole nach seiner schweren Verletzung behandelt.

Natürlich war „Days of Thunder“ großes Hollywood.

Aber genau deshalb hat der Film bei so vielen Menschen funktioniert.

Er wollte nicht kühl sein.

Er wollte laut sein.

Emotional.

Übertrieben.

Schnell.

Und wenn die Motoren liefen, wollte er, dass man sie nicht nur hört, sondern spürt.

Es war mehr als nur ein Rennfilm

Der Film spielte weltweit rund 157,9 Millionen Dollar ein und wurde für den Oscar für den besten Ton nominiert. Viele Figuren und Situationen orientierten sich an echten NASCAR-Persönlichkeiten und Ereignissen. Fahrer wie Richard Petty, Rusty Wallace, Neil Bonnett und Harry Gant tauchten sogar selbst im Film auf.

Doch Zahlen erklären nicht, warum sich Menschen mehr als drei Jahrzehnte später noch an einen Film erinnern.

Vielleicht liegt es an Tony Scotts Bildern.

Vielleicht an Hans Zimmers Musik.

Vielleicht an Tom Cruise, der diesen jungen Fahrer mit genau jener Mischung aus Arroganz, Verletzlichkeit und unbedingtem Siegeswillen spielte, die später viele seiner Rollen prägen sollte.

Oder vielleicht ist es einfach dieses Gefühl, wenn sich ein Rennwagen auf der Geraden in Bewegung setzt und für einige Sekunden nichts anderes mehr zählt.

Selbst NASCAR wartet gespannt auf Cruise

Auch aktuelle NASCAR-Fahrer reagieren mit großer Begeisterung auf das Projekt.

Chase Briscoe sagte, der Film könne enorm wichtig für den Sport werden. Und natürlich beschäftigt ihn dieselbe Frage wie viele Fans:

Wie weit wird Tom Cruise diesmal gehen?

Cruise ist dafür bekannt, spektakuläre Stunts möglichst selbst zu drehen. Deshalb fragte Briscoe bereits scherzhaft, ob der Hollywood-Star vielleicht tatsächlich in Daytona ein Stockcar über die Strecke jagen wird.

Bei Tom Cruise würde man vermutlich kaum dagegen wetten.

Denny Hamlin sieht ebenfalls große Chancen für NASCAR und bestätigte, bereits mehrfach mit Autoren und Filmemachern über das Projekt gesprochen zu haben.

Das macht Hoffnung.

Denn wenn „Days of Thunder 2“ funktionieren soll, darf NASCAR nicht bloß Kulisse sein.

Die Rennstrecke muss wieder eine eigene Figur im Film werden.

Vielleicht sehen wir sogar heutige NASCAR-Stars

Auch echte Fahrer könnten im Film auftauchen.

Ryan Blaney wäre dafür ein naheliegender Kandidat. Der Cup-Champion von 2023 verfügt bereits über Schauspielerfahrung und hat mit Mitgliedern des Filmteams gesprochen.

Blaney jedenfalls klingt überzeugt davon, dass die Verantwortlichen wissen, wohin sie mit der Geschichte wollen.

Vielleicht entstehen dadurch genau jene kleinen Momente, die Motorsportfans besonders lieben: bekannte Gesichter im Hintergrund, echte Rennstrecken, echte Autos, echte Geräusche.

Und mittendrin wieder dieser eine Name:

Cole Trickle.

Die größte Hoffnung heißt „Top Gun: Maverick“

Natürlich gibt es auch Skepsis.

Fast 40 Jahre später eine Fortsetzung zu einem Kultfilm zu drehen, kann grandios funktionieren.

Oder furchtbar schiefgehen.

Doch Tom Cruise hat bereits einmal bewiesen, dass er eine alte Figur zurückbringen kann, ohne sie ihrer Vergangenheit zu berauben.

2022 kam „Top Gun: Maverick“.

36 Jahre nach dem Original.

Viele erwarteten Nostalgie um der Nostalgie willen.

Stattdessen wurde der Film zu einem gewaltigen Erfolg, spielte weltweit rund 1,5 Milliarden Dollar ein und erhielt sechs Oscar-Nominierungen, darunter als bester Film.

Vor allem aber gelang etwas viel Schwierigeres:

Der Film respektierte das Original, ohne darin gefangen zu bleiben.

Genau das muss jetzt auch mit „Days of Thunder“ gelingen.

Vielleicht brauchen wir solche Filme gerade deshalb

Motorsport funktioniert im Kino wieder.

„Ford v Ferrari“ war erfolgreich und gewann zwei Oscars. „F1“ mit Brad Pitt erreichte weltweit mehr als 600 Millionen Dollar und erhielt ebenfalls große Anerkennung.

Aber „Days of Thunder“ hat etwas, das diese Filme nicht haben können:

Erinnerungen.

Für manche ist der Film vielleicht verbunden mit einer alten VHS-Kassette.

Mit einem Fernsehabend mit dem Vater.

Mit dem ersten Interesse an NASCAR.

Mit dem Traum von amerikanischen Ovalkursen.

Mit einer Zeit, in der Tom Cruise plötzlich mit einem gelb-grünen Rennwagen über die Leinwand raste und man für zwei Stunden glaubte, Geschwindigkeit könne tatsächlich alles bedeuten.

Und plötzlich steht Cole Trickle wieder da

Das vielleicht Schönste an der Ankündigung ist deshalb gar nicht der geplante Kinostart.

Es ist dieses Bild aus Daytona.

Tom Cruise.

Ein Rennwagen.

Der Name Cole Trickle.

Und irgendwo im Kopf beginnt sofort wieder dieses alte Gefühl.

Fast vier Jahrzehnte sind vergangen.

Menschen sind älter geworden. Das Kino hat sich verändert. NASCAR hat sich verändert. Tom Cruise hat sich verändert.

Und natürlich haben auch wir uns verändert.

Aber manche Namen schaffen es, für einen Augenblick all diese Jahre verschwinden zu lassen.

Cole Trickle ist einer davon.

Wenn im Sommer 2028 schließlich das Licht im Kinosaal ausgeht, der Motor zum ersten Mal aufheult und dieses Auto auf die Strecke rollt, werden wahrscheinlich viele Menschen nicht einfach nur auf einen neuen Film warten.

Sie werden sich an den alten erinnern.

An eine andere Zeit.

Vielleicht sogar an eine andere Version ihrer selbst.

Die Motoren starten wieder. Daytona wartet. Und Cole Trickle bekommt tatsächlich noch eine Runde.

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mathewboy1 (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Sonntag, 30.08.2026

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