Frequency vom Winde verweht: Sido, Kalkbrenner und Co. vom Sturm ausgebremst

Frequency vom Winde verweht: Sido, Kalkbrenner und Co. vom Sturm ausgebremst

Veröffentlicht

Samstag, 22.08.2026
von Red. TB

Eigentlich sollte am Freitagabend beim Frequency Festival in St. Pölten noch einmal ordentlich aufgedreht werden. Stattdessen drehte vor allem der Wind auf. Wegen angekündigter Böen von bis zu 70 km/h wurde erst der Bühnenbereich geräumt und später das komplette Abendprogramm gestrichen. Sido, Paul Kalkbrenner, Tom Odell und Sub Focus konnten einpacken – beziehungsweise gar nicht erst auspacken.

So hatte man sich den Freitagabend beim Frequency vermutlich nicht vorgestellt.

Musik?

Ja.

Bass?

Unbedingt.

Fliegende Gegenstände von Bühnenkonstruktionen?

Eher nein.

Deshalb zogen die Veranstalter am Freitagabend die Notbremse und sagten wegen Sturmgefahr das komplette weitere Programm ab.

Erst Tom Odell, dann praktisch alle

Zunächst traf es Tom Odell und Sub Focus.

Die Auftritte wurden wegen der erwarteten Sturmböen abgesagt. Festivalgäste bekamen gleichzeitig eine Aufgabe, die auf jedem Campingfestival ungefähr so beliebt ist wie morgens um sieben Mülltrennung:

Zelte sichern.

Außerdem sollten Bereiche in der Nähe von Bäumen, großen Zelten und Türmen gemieden werden.

Mit anderen Worten:

Wer sein 19,99-Euro-Wurfzelt bislang nur emotional im Boden verankert hatte, durfte plötzlich noch einmal nacharbeiten.

Um 21 Uhr: Alles halb so schlimm!

Gegen 21 Uhr kam dann kurz Hoffnung auf.

Veranstalter Harry Jenner erklärte sinngemäß, das Schlimmste sei wohl vorbei.

Sehr gut.

Musik wieder an.

Bier holen.

Sido wartet.

Paul Kalkbrenner macht schon mal den Laptop warm.

Eine Stunde später dann:

Doch nicht.

Gegen 22 Uhr wurde das gesamte restliche Freitagsprogramm abgesagt.

Auf allen Bühnen.

Auch in den Hallen.

Der Wind hatte gewonnen.

Sido kommt nicht, Kalkbrenner auch nicht

Besonders bitter für viele Besucher:

Sido sollte um 21.45 Uhr auf der Hauptbühne stehen.

Paul Kalkbrenner war für 23.30 Uhr als letzter großer Act des Tages vorgesehen.

Beide Auftritte fielen aus.

Damit endete der Freitag beim Frequency musikalisch ungefähr so:

„Mein Block“ – geschlossen.

Und statt „Sky and Sand“ gab es:

Sky and Wind.

Viel Wind.

Tom Odell wird auch nicht nachgeholt

Wer nun hoffte, die ausgefallenen Auftritte würden einfach am Samstag irgendwo dazwischengeschoben:

Nein.

Zumindest für Tom Odell und Sub Focus war bereits klar, dass es keine Nachholtermine innerhalb des Festivals geben wird.

Das Samstagsprogramm soll hingegen regulär stattfinden.

Vorausgesetzt natürlich, Petrus hat bis dahin seinen Festivalpass abgegeben.

Warum überhaupt räumen?

Die Entscheidung war trotz aller Enttäuschung nachvollziehbar.

Im Bereich vor den Bühnen bestand die Gefahr, dass durch den starken Wind Gegenstände herabfallen könnten.

Und bei einem Festival möchte man schließlich vieles erleben.

Schlamm.

Zu wenig Schlaf.

Überteuertes Essen.

Menschen, die morgens um vier noch „Seven Nation Army“ grölen.

Was man eher nicht braucht:

Ein Stück Bühnentechnik aus sechs Metern Höhe.

Also wurde der Front-of-Stage-Bereich geräumt.

Sicherheit geht vor.

Auch wenn 40.000 Menschen dabei kollektiv „Och nö“ denken.

Das Wetter hatte schon am Donnerstag geprobt

Ganz überraschend kam die Unwetterlage nicht.

Bereits am Donnerstag gab es eine Warnung.

Damals blieb das Wetter am Ende harmloser als befürchtet.

Das ist natürlich genau die Sorte Erfahrung, die Menschen schnell mutig macht.

Donnerstag:

„Ach, war doch gar nichts.“

Freitag:

„Wird bestimmt wieder so.“

Wind:

„Haltet mein Bier.“

383 Behandlungen, aber keine größeren Zwischenfälle

Abgesehen vom Wetter verlief das Festival bislang offenbar vergleichsweise ruhig.

Bis Freitagvormittag behandelte das Rote Kreuz 383 Personen.

31 mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Die meisten Fälle betrafen kleinere Verletzungen oder Kreislaufprobleme.

Größere Zwischenfälle wurden nicht gemeldet.

Auch die Polizei sprach von einem bislang ruhigen Verlauf und bezeichnete die Festivalgäste sogar als „angenehmes Publikum“.

Das ist bei einem mehrtägigen Musikfestival fast schon eine Auszeichnung.

Vielleicht gab es irgendwo sogar noch Leute, die ihren Müll weggeräumt haben.

Man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben.

Samstag soll weitergehen

Die wichtigste Nachricht für alle, die gerade in St. Pölten in ihrem möglicherweise leicht windschnittigen Zelt liegen:

Am Samstag soll das Festival wie geplant fortgesetzt werden.

Ein Meteorologe ist vor Ort und beobachtet die Wetterentwicklung.

Man kann also davon ausgehen, dass beim Frequency inzwischen nicht nur der nächste Act im Zeitplan steht, sondern auch:

16.30 Uhr – Künstler.

17.15 Uhr – Künstler.

18.00 Uhr – Windrichtung kontrollieren.

18.30 Uhr – Künstler.

Immerhin war der Auftakt stark

Am Donnerstag hatten unter anderem Zara Larsson und Lorde für die musikalischen Höhepunkte gesorgt.

Und sogar für 2027 gibt es bereits erste Namen:

Cro.

Tokio Hotel.

AnnenMayKantereit.

Man plant also langfristig.

Was nach diesem Freitag bedeutet:

Vielleicht sollte man vorsichtshalber auch schon einen Meteorologen für 2027 buchen.

Fazit

Festivalbesucher können mit erstaunlich viel umgehen.

Regen.

Matsch.

Dosenbier zum Frühstück.

Dixie-Klos bei 30 Grad.

Nachbarn, die nachts um drei eine Bluetooth-Box besitzen.

Bei 70 km/h Wind hört der Spaß allerdings irgendwann auf.

Deshalb war die Absage am Ende richtig.

Ärgerlich?

Natürlich.

Aber lieber ein ausgefallenes Konzert als eine fliegende Traverse.

Und vielleicht läuft es Samstag wieder wie geplant.

Dann gilt:

Zelte festmachen, Wetter-App aktualisieren und Bass wieder aufdrehen.

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Pexels (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Samstag, 22.08.2026

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