Trump ordnet Impfstoff-Diät an: Weniger Spritzen, mehr Arztbesuche

Trump ordnet Impfstoff-Diät an: Weniger Spritzen, mehr Arztbesuche

Veröffentlicht

Mittwoch, 12.08.2026
von Red. TB

Donald Trump hat ein neues Kapitel seiner ganz persönlichen Impfstoffkunde eröffnet. Der US-Präsident unterzeichnete eine Anordnung, mit der die Zahl der empfohlenen Kinderimpfungen reduziert und die kombinierte Masern-Mumps-Röteln-Impfung künftig auf mehrere Termine verteilt werden soll.

Trump begründete den Schritt unter anderem damit, dass Kinder früher weniger Impfungen erhalten hätten und damals angeblich gesünder gewesen seien. Außerdem brachte er erneut Impfungen mit Autismus in Verbindung. Das Problem dabei: Große wissenschaftliche Studien haben einen solchen Zusammenhang längst widerlegt.

Besonders skeptisch zeigte sich Trump gegenüber der MMR-Kombinationsimpfung. Sie könne womöglich gefährlich sein, erklärte er und verglich die Impfung sinngemäß mit dem Einfüllen einer Flasche Limonade in ein Kind. Tatsächlich enthält eine MMR-Dosis gerade einmal 0,5 Milliliter – der Vergleich hat also ungefähr die wissenschaftliche Präzision eines Wetterberichts aus dem Kaffeesatz.

Auf die Frage, welche Belege er für seine Warnung habe, verwies Trump darauf, dass er gehört habe, manche Menschen würden das behaupten. In der medizinischen Forschung ist „habe ich irgendwo gehört“ bislang allerdings noch keine anerkannte Studienmethode.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC betont, dass schwere Nebenwirkungen der MMR-Impfung selten sind und die Impfung erheblich sicherer ist als eine Erkrankung an Masern, Mumps oder Röteln. Auch einen medizinischen Vorteil darin, die drei Impfstoffe getrennt zu verabreichen, gibt es nach aktuellem wissenschaftlichem Stand nicht.

Ärzte warnen vielmehr, dass zusätzliche Termine das Gegenteil bewirken könnten: Kinder wären zwischen den einzelnen Impfungen länger ungeschützt, Eltern müssten häufiger zum Arzt und manche Folgetermine könnten ganz ausfallen.

Auch aus den eigenen Reihen kommt Kritik. Der republikanische Senator und Arzt Bill Cassidy erklärte unmissverständlich, Impfstoffe seien wirksam, überwiegend sicher und verursachten keinen Autismus. Die American Academy of Pediatrics bezeichnete Trumps Vorstoß als gefährlich und wissenschaftlich nicht begründet.

Die Anordnung ist allerdings keine bundesweite Impfpflicht oder ein Verbot. Welche Impfungen beispielsweise für den Schulbesuch vorgeschrieben sind, entscheiden in den USA weiterhin die einzelnen Bundesstaaten.

Trump fordert außerdem, Alternativen zu Aluminiumsalzen in Impfstoffen zu untersuchen. Diese werden seit Jahrzehnten in kleinen Mengen eingesetzt, um die Immunreaktion zu verstärken. Nach Angaben von Kinderärzten gibt es auch hier keine Hinweise auf die von Impfgegnern häufig behaupteten schweren Gesundheitsgefahren.

Unterm Strich lautet die neue amerikanische Impfstrategie also ungefähr: weniger Impfungen auf einmal, dafür mehr Termine – und bei wissenschaftlichen Belegen bleibt noch Luft nach oben.

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geralt (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Mittwoch, 12.08.2026

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