Trump stellt sich vor Infantino: Jetzt fehlt eigentlich nur noch die VAR-Prüfung

Trump stellt sich vor Infantino: Jetzt fehlt eigentlich nur noch die VAR-Prüfung

Veröffentlicht

Dienstag, 11.08.2026
von Red. TB

Bei der FIFA brennt mal wieder die Hütte.

UEFA sauer. Concacaf sauer. Asien sauer. Investorenplan geplatzt. Boykott im Raum.

Also im Grunde alles wie immer, nur mit noch mehr Anzügen.

Und dann kommt Donald Trump.

Der US-Präsident findet nämlich, es wäre ein „schrecklicher Fehler“, FIFA-Präsident Gianni Infantino abzusetzen.

Das ist ungefähr so, als würde beim Familienkrach plötzlich der lauteste Onkel aufspringen und sagen: „Lasst den Gianni in Ruhe, der macht das großartig!“

Trump schwärmt, als ginge es um einen Stürmer mit 40 Toren

Infantino sei „fantastisch“, schreibt Trump.

Der Schweizer habe den erfolgreichsten World Cup aller Zeiten organisiert – sogar viermal erfolgreicher als alles zuvor.

Viermal.

Das ist sportlich.

Vielleicht gab es viermal so viele Einnahmen.

Viermal so viele Sponsoren.

Viermal so viele Hospitality-Pakete.

Oder viermal so viele Leute, die irgendwann gefragt haben: „Wer verdient daran eigentlich alles mit?“

Trump jedenfalls ist überzeugt: Ohne Infantino werde es nie wieder so erfolgreich oder profitabel.

Profitabel.

Da merkt man: Hier reden echte Romantiker über Fußball.

Das kleine 21-Prozent-Problem

Der Ärger begann mit dem Plan „Fifa Forward Enterprise“.

Die Idee: Eine neue Firma sollte die Vermarktungs- und Ticketrechte aller FIFA-Wettbewerbe verwalten.

Und 21 Prozent davon sollten an private Investoren verkauft werden.

Was kann da schon schiefgehen?

Fußballfans lieben schließlich nichts mehr als komplizierte Beteiligungsmodelle.

Direkt nach Abseits.

Die Pläne wurden inzwischen gestoppt.

Offenbar fanden mehrere große Verbände die Idee nicht ganz so charmant, dass ein Teil des FIFA-Geschäfts mal eben in eine neue Gesellschaft ausgelagert wird.

„Täuschung“ und „Vertrauensbruch“ – also nur Kleinigkeiten

UEFA, Concacaf und AFC veröffentlichten daraufhin einen ziemlich unfreundlichen Brief.

Darin ist von gebrochenem Vertrauen und Täuschung die Rede.

Infantino wird nicht namentlich genannt.

Sehr diskret.

So diskret wie ein Trainer, der nach dem Spiel sagt: „Ein gewisser Innenverteidiger sollte vielleicht mal über seine Laufwege nachdenken.“

Jeder weiß, wer gemeint ist.

Dann kommt auch noch die Kushner-Verbindung

Interessant wird es bei den Investoren.

Thrive Eternal sollte wohl eine wichtige Rolle spielen.

Hinter Thrive steht Joshua Kushner.

Joshua Kushner ist der Bruder von Jared Kushner.

Jared Kushner ist Trumps Schwiegersohn.

Und plötzlich bekommt die Sache diesen ganz besonderen Duft von: „Ach guck mal, die Welt ist aber klein.“

Trump sagte allerdings, er habe mit Infantino über die Pläne nicht gesprochen.

Kann natürlich sein.

Vielleicht war bei Familienfeiern einfach nie Zeit.

Der FIFA-Friedenspreis verbindet

Trump und Infantino kennen sich ohnehin bestens.

Infantino verlieh Trump Ende 2025 den ersten FIFA-Friedenspreis.

Ja, wirklich.

Die FIFA verleiht Friedenspreise.

Man wartet eigentlich nur noch auf den FIFA-Literaturpreis und den goldenen Globus für vorbildliche Vereinsführung.

Nun stellt sich Trump öffentlich vor Infantino.

Das nennt man wohl gelebte Dankbarkeit.

Oder im Fußball: Rückpass.

UEFA droht mit Boykott

Ganz lustig ist die Sache allerdings nicht mehr.

Die UEFA droht mit Boykott von FIFA-Wettbewerben und juristischen Schritten.

Außerdem soll es erste Gespräche über mögliche eigene Wettbewerbe geben.

Sollte es wirklich dazu kommen, wäre das für die FIFA ungefähr so angenehm wie ein Elfmeter in der 98. Minute gegen die eigene Mannschaft.

Eine FIFA ohne große Teile Europas, Nordamerikas und Asiens wäre jedenfalls ein spannendes Produkt.

Sehr exklusiv.

Sehr überschaubar.

Vielleicht sogar mit guten Parkmöglichkeiten.

FIFA wittert eine Kampagne

Die FIFA wiederum spricht von einer koordinierten Kampagne gegen den Verband und Infantino.

Das ist praktisch.

Wenn viele Leute gleichzeitig Kritik üben, kann man natürlich sagen: Vielleicht liegt ein Problem vor.

Oder man sagt: Verschwörung!

Variante zwei spart Zeit.

Trump bleibt entspannt

Trump sieht das alles deutlich einfacher.

Infantino ist fantastisch.

Die WM war fantastisch.

Die Einnahmen waren fantastisch.

Also bitte nichts verändern.

Fußballpolitik kann so schön unkompliziert sein.

Man muss nur aufhören, Fragen zu stellen.

Fazit: Macht, Geld, Streit – also Fußball

Am Ende bleibt ein herrliches Bild.

Drei Kontinentalverbände schimpfen.

Die FIFA fühlt sich angegriffen.

Die UEFA droht.

Investorenpläne scheitern.

Und Donald Trump ruft vom Spielfeldrand: „Gianni muss bleiben!“

Eigentlich fehlt nur noch, dass jemand den VAR einschaltet.

Aber wahrscheinlich wäre selbst der in dieser Geschichte nicht unabhängig genug.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bildnachweis:

u_dg9pheol (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Dienstag, 11.08.2026

Diebewertung Netzwerk

Weitere Portale

Crowdinvesting Shop

Samstagszeitung - Wochenzeitung Verbraucherschutzforum Berlin

Archiv