TGI AG:Lieber Herr Kaltenegger, gemma’s gemütlich an – aber die Fragen bleiben trotzdem am Tisch

TGI AG:Lieber Herr Kaltenegger, gemma’s gemütlich an – aber die Fragen bleiben trotzdem am Tisch

Veröffentlicht

Dienstag, 11.08.2026
von Red. TB

Lieber Herr Kaltenegger,

zuerst einmal: Servus und danke.

So viel kostenlose Aufmerksamkeit kriegt man wirklich nicht jeden Tag.

„Dummschwätzer“, „wahnsinniger Bremer“, „Hohlköpfe“, „Bullshit“ – da war sprachlich ordentlich was los. Fast möchte man meinen, ich hätte bei Ihnen ein Jahresabo auf persönliche Erwähnungen abgeschlossen.

Und das Lustige daran:

Gleichzeitig bin ich angeblich „niemand“.

Das ist schon eine feine Sache.

Ein Niemand, über den man offenbar ausführlich redet, nach dem angeblich laufend gefragt wird und der regelmäßig Anlass für längere Wortmeldungen ist.

In Österreich würde man sagen:

Für an Niemand mach i aber ganz schön viel Wirbel.

Der „Niemand“ mit erstaunlicher Reichweite

Besonders gefallen hat mir die Botschaft:

Bremer ist unbedeutend.

Gleichzeitig heißt es sinngemäß, ständig würden Menschen fragen:

Was sagt Bremer?

Was schreibt diebewertung?

Warum macht man gegen den nichts?

Das ist ungefähr so, als würde man im Wirtshaus eine halbe Stunde über jemanden schimpfen und dann sagen:

„Der interessiert mi überhaupt net.“

Jo eh.

Die Sache mit der Journalistenzulassung

Ein echtes Gustostückerl war die Aussage, ich hätte angeblich meine „Zulassung als Journalist“ nicht mehr.

Da musste ich kurz überlegen:

Hab ich vielleicht vergessen, mein Pickerl zu verlängern?

Gibt’s beim Journalismus jetzt auch einen TÜV?

Kommt dann einmal im Jahr einer vorbei, klopft auf die Tastatur und sagt:

„Na Herr Bremer, Bremsen passen, Licht geht, schreiben dürfen S’ noch bis 2027“?

Leider muss ich enttäuschen:

So eine staatliche Journalistenzulassung gibt es in Deutschland nicht.

Das ist vielleicht weniger spektakulär.

Aber dafür wahr.

Sie regen sich über Fragen auf – aber warum eigentlich?

Jetzt wird’s interessant.

Sie mokieren sich darüber, dass immer wieder gefragt wird:

Wo ist das Gold?

Welche Gesellschaft ist zuständig?

Welche Erlaubnisse gibt es?

Wie laufen Auszahlungen?

Was passiert mit Kundengeldern?

Und ich denk mir:

Ja genau. Darum geht’s doch.

Das sind keine Fragen aus einem Kabarettprogramm.

Das sind normale Fragen, wenn es um Vermögenswerte, Anlegergeld und Geschäftsmodelle geht.

Wenn alles glasklar ist, dann ist die Antwort ja kinderleicht.

Wenn nicht, wird’s halt spannender.

„Wo das Gold liegt, ist uninteressant“

Sinngemäß klingt bei Ihnen an:

Wo das Gold liegt, welche Firma genau zuständig ist und welche Erlaubnisse bestehen, sei für Kritiker nicht relevant.

Na servas.

Für den Kunden könnte es eventuell doch a bissl relevant sein.

Wenn ich Gold kaufe, interessiert mich überraschenderweise schon:

Gibt’s das?

Wo ist es?

Wem gehört es?

Wer verwahrt es?

Kann ich es bekommen?

Das ist ungefähr so exotisch wie die Frage im Gasthaus:

„Entschuldigung, wo bleibt eigentlich mein Schnitzel?“

Und die Antwort lautet:

„Wo das Schnitzel ist, geht Sie überhaupt nichts an.“

Da wird der Gast auch nicht sofort beruhigter.

„Alle werden ausbezahlt“ – wunderbar!

Sie sagen mehrfach:

Alles sei korrekt abgerechnet.

Alle würden fair behandelt.

Es gebe keine Rabatte, keine Abschläge, keine Tricks.

Perfekt.

Wirklich.

Dann haben wir ja eine wunderbare Grundlage.

Denn wenn alles sauber gelaufen ist, kann man es auch sauber belegen.

Dann braucht es keine große Rede.

Dann reicht im Grunde:

Hier ist die Abrechnung.

Hier ist die Auszahlung.

Hier ist der Zahlungseingang.

Fertig.

In Österreich sagt man dazu:

Ned reden, zeigen.

Abgerechnet ist halt noch nicht überwiesen

Ein kleiner Punkt fällt allerdings auf.

Einerseits entsteht der Eindruck:

Alles erledigt.

Andererseits heißt es:

Die Kunden werden jetzt „Step by Step“ ausbezahlt.

Das ist nicht ganz dasselbe.

„Abgerechnet“ ist ein schönes Wort.

„Am Konto eingelangt“ ist für Anleger meistens noch schöner.

Zwischen beiden Zuständen kann theoretisch ein bisserl Landschaft liegen.

Deshalb ist die Frage:

Wie viele wurden tatsächlich vollständig ausbezahlt?

Wie viele warten noch?

Das ist keine Bosheit.

Das ist Buchhaltung.

Und Buchhaltung ist bekanntlich humorloser als ich.

Der berühmte Button

Auch der Button hat mir gefallen.

Man könne auf einen Button drücken:

Auszahlung.

Oder irgendeinen anderen Auftrag.

Herrlich modern.

Aber auch hier gilt:

Ein Button ist noch kein Zahlungseingang.

Ich kann auf meinem Handy auch „Urlaub buchen“ drücken.

Deshalb lieg ich trotzdem nicht automatisch am Wörthersee.

Entscheidend ist, was danach passiert.

Und genau da beginnen die Fragen:

Von welchem Konto wird bezahlt?

Wann?

An wen?

Welche Gesellschaft steht dahinter?

Was passiert bei Ablehnung?

Ganz normale Sachen.

Wenn alles passt, warum so grantig?

Das ist eigentlich der Kern.

Wenn alles korrekt ist, dann müsste man doch bei kritischen Fragen völlig entspannt sein.

Dann sagt man:

„Passt, da sind die Unterlagen.“

Stattdessen wirkt die Antwort eher wie:

„Geht euch nix an, alles sauber, ihr seid alle deppert.“

Das ist emotional.

Aber noch keine Dokumentation.

Im Kaffeehaus kann man damit vielleicht eine Runde gewinnen.

Im Geschäftsleben eher weniger.

Anwälte sind übrigens auch keine Dekoration

Auch Rechtsanwälte bekommen sprachlich ihr Fett weg.

Da wär ich ein bisschen vorsichtig.

Wenn ein Anwalt Ansprüche prüft, heißt das noch lange nicht, dass er Recht hat.

Aber auch nicht, dass er „schwindlig“ ist.

Am Ende gibt es in solchen Fällen Gerichte.

Die sind meistens deutlich weniger unterhaltsam.

Dafür haben sie Aktenzeichen und Stempel.

Und das zählt leider mehr als Lautstärke.

HustlerBiz ist offenbar auch völlig unwichtig

Auch HustlerBiz ist angeblich irrelevant.

Deshalb bekommt auch der ordentlich Sendezeit.

Das Muster zieht sich durch:

Je unwichtiger jemand ist, desto ausführlicher wird über ihn gesprochen.

Das könnte man fast als Geschäftsmodell verstehen.

Vielleicht sollte ich künftig auch sagen:

„Herr Kaltenegger interessiert mich überhaupt nicht.“

Und dann schreibe ich 14 Seiten über ihn.

Wäre zumindest konsequent.

Mein Vorschlag: Weniger Grant, mehr Fakten

Lieber Herr Kaltenegger,

ich mach’s ganz einfach.

Sie müssen mich nicht mögen.

Sie dürfen meine Fragen lästig finden.

Sie dürfen auch glauben, ich verstehe Ihr Modell nicht.

Kann alles sein.

Dann erklären Sie es.

Ganz ruhig.

Ohne „Dummschwätzer“.

Ohne „Hohlköpfe“.

Ohne große Oper.

Einfach beantworten:

Wo liegen die relevanten Vermögenswerte?

Welche Gesellschaft ist wofür zuständig?

Welche regulatorischen Voraussetzungen bestehen?

Wie viele Kunden wurden abgerechnet?

Wie viele tatsächlich ausbezahlt?

Welche Beträge stehen offen?

Wie läuft ein Wechsel in andere Gesellschaften konkret?

Das wäre herrlich langweilig.

Aber genau deshalb überzeugend.

Zum Schluss: Danke für die Werbung

Und eines muss man Ihnen wirklich lassen:

Sie betreiben für meine Bekanntheit ausgezeichnete Öffentlichkeitsarbeit.

Wenn Sie meinen Namen noch ein paar Mal öfter erwähnen, muss ich Ihnen irgendwann eine Rechnung fürs Marketing schicken.

Vielleicht nennen wir die Rubrik künftig:

„Der Dummschwätzer fragt nach – und wartet no immer auf die Antwort.“

Hat was.

Also, Herr Kaltenegger:

Kein Stress.

Kein Theater.

Kein grantiges Herumwedeln.

Nur ein paar klare Antworten.

Denn am Ende gilt selbst im schönsten österreichischen Schmäh:

A Schmäh is leiwand. A Beleg is besser.

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Bildnachweis:

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Dienstag, 11.08.2026

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